Wochenspruch

Worte zum Tag

Synodalsitzung am 20.04.12 in Neustadt

Schuldekan Dr. Uwe HauserSchuldekan Dr. Uwe Hauser erstattete der Synode einen Bericht über die „Entwicklungen in der religionspädagogischen Landschaft unseres Kirchenbezirks“.

Aufgrund der Größe des Bezirks sind allein schon die Zahlen beeindruckend: 166 hauptamtliche Lehrkräfte unterrichten an 135 Schulen evangelische Religion. Knapp die Hälfte des Unterrichts wird von kirchlichen Lehrkräften erteilt; die andere Hälfte von staatlichen Lehrkräften. Der hohe Anteil der kirchlichen Lehrkräfte hängt unter anderem damit zusammen, dass in der Badischen Landeskirche (wie in einigen anderen südlichen Landeskirchen) Gemeindepfarrer und Gemeindediakone ein bestimmtes Pflichtdeputat Religionsunterricht an der Schule zu erteilen haben. Daneben gibt es z. B. Pfarrer, die ausschließlich als Religionslehrer arbeiten.

Die Aufgaben eines Schuldekans sind vielfältig. Unter anderem obliegt es ihm, in Verhandlungen mit der Landeskirche und dem staatlichen Schulamt die Versorgung des evangelischen Religionsunterrichts mit Lehrkräften zu sichern. Er hat die Dienstaufsicht über die kirchlichen Lehrkräfte und die Fachaufsicht über den evangelischen Religionsunterricht. Er ist an der Aus- und Fortbildung beteiligt, nicht nur für Lehrkräfte an der Schule, sondern auch für die Erzieherinnen an den evangelischen Kindergärten. Daneben betreut er die Medienstelle des Bezirks, erteilt selbst Religionsunterricht und übernimmt „ehrenamtlich“ verschiedene Aufgaben in der Leitung des Kirchenbezirks, die nicht nur mit Kindergarten und Schule zu tun haben.

Den Überblick über die Statistik hielt Hauser kurz. Bemerkenswert ist, dass die Schülerzahlen insgesamt abnehmen – die der Evangelischen sogar überproportional –, die Zahl der Schüler, die am evangelischen Religionsunterricht teilnehmen, aber konstant ist. Die Gründe dafür sind, dass die Zahl der Austritte aus dem evangelischen Religionsunterricht gering ist und bleibt und dass der Anteil nichtevangelischer Schüler steigt.

In einem Ausblick stellte Hauser einige Tendenzen und Fragen für die Zukunft vor. Die konfessionelle Kooperation von evangelischer und katholischer Kirche an den Schulen werde aufgrund der abnehmenden Schülerzahlen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Auch das von den Schuldekanen initiierte Projekt „KidS (Kirche in der Schule)“ sei notwendig ökumenisch gelagert. Diese kirchlichen Angebote im Rahmen der Ganztagesbetreuung trügen dem Umstand Rechnung, dass die verkürzte Gymnasialzeit und der Trend zur Ganztagsschule besondere Herausforderungen für die kirchliche Kinder- und Jugendarbeit darstellten. Da an Gemeinschaftsschulen der Schwerpunkt verstärkt auf das selbsttätige Arbeiten der Schüler in sogenannten Lernateliers verlagert werde, stehe die Stellung des Religionsunterrichts dort in Frage. Für den Bezirk ist in Schliengen die erste Gemeinschaftsschule bewilligt. Überhaupt stelle sich verstärkt die Frage nach der Begründung für den Religionsunterricht an der Schule. Aus Sicht der Kirche sei ihre Präsenz an der Schule ein Schatz, weil sie eine verstärkte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben beinhalte, so Hauser.

Zuvor hatte die Synode die weiteren Schritte auf dem Weg zu einem geistlichen und organisatorischen Zentrum des Bezirks abgesteckt. Nach Gesprächen mit der Kirchengemeinde Bad Krozingen wurde beschlossen, dass das Zentrum dort realisiert werden soll. Ein Teil der Räume des bestehenden Gemeindezentrums werden von Gemeinde und Bezirk gemeinsam genutzt werden und am Melanchthonweg wird ein neuer Verwaltungsbau entstehen. Nach einer Präzisierung des Raumprogramms und der Möglichkeiten der gemeinsamen Nutzung wird es einen Architektenwettbewerb als gutachterliche Mehrfachbeauftragung geben. Im günstigen Fall könnte der Herbstsynode bereits ein Entwurf und eine Kostenschätzung vorgelegt werden.

Norbert Rieflin & Martin Schmitthenner (Bild: Heidrun Simoneit)Nachdem der eine von zwei Diakoniepfarrern den Bezirk durch einen Stellenwechsel verlassen hat, war dieses Amt neu zu besetzen. Die Synode wählte einstimmig Pfr. Martin Schmitthenner, der seit 2005 in der Gemeinde March tätig ist. Bis zu dessen Ruhestand im Oktober wird er sich die Aufgaben mit dem zweiten Diakoniepfarrer, dem in Breisach tätigen Peter Hanselmann, teilen. Zwischen dem Bezirk Breisgau-Hochschwarzwald und dem Bezirk Bui der presbyterianischen Kirche in Kamerun besteht eine langjährige Partnerschaft. An dem bestehenden Partnerschaftsvertrag aus dem Jahr 2007 waren einige redaktionelle Änderungen notwendig geworden, die von der Synode einstimmig beschlossen wurden. Bei dieser Gelegenheit wurde mitgeteilt, dass von September an für drei Jahre ein Pfarrer aus Kamerun in Wolfenweiler leben und für die Landeskirche und den Bezirk tätig sein wird.

Dekan Hans-Joachim ZobelAbschließend gab Dekan Hans-Joachim Zobel einen kurzen Überblick über die Personalsituation im Bezirk. Die Zahl der Vakanzen ist nach wie vor hoch. Die Stellen in Hinterzarten und Lenzkirch werden zwar besetzt und in Bad Krozingen, Badenweiler und Auggen zeichnen sich Lösungen ab. Dafür werden andere Gemeinden (Kirchzarten, Ehrenkirchen und Breisach) demnächst vakant werden. Erfreulich ist eine große Resonanz auf die Resolution der letzten Synode zur Rheintalbahn. Umso mehr, als die damals unterstützten Anliegen der Bürgerinitiativen mittlerweile Stand der Planung sind.


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