Wochenspruch

Worte zum Tag

Ein neues Zentrum für einen Bezirk ohne Zentrum

13.11.2010

Die Synode des Evangelischen Kirchenbezirks Breisgau-Hochschwarzwald bewältigt bei ihrer Herbsttagung ein umfangreiches Pensum.

Der Bezirk soll bis 2015 ein neues organisatorisches und geistliches Zentrum bekommen. Bisher liegen der Dekanssitz und auch das Schuldekanat in Müllheim, also ziemlich am Südrand des Bezirks. Schuldekan Uwe Hauser stellte der Synode die bisherigen Überlegungen und Vorarbeiten des Bezirkskirchenrats zu diesem Thema vor. Das Zentrum soll möglichst zentral liegen und verkehrstechnisch gut angebunden sein. Da es auch ein geistlicher Ort sein soll, ist die Nähe zu einer Kirche gewünscht. Dem Beschluss eines Synodaltags im Januar folgend war zunächst sondiert worden, ob die Möglichkeit besteht, gemeinsam mit dem Kirchenbezirk Freiburg ein Zentrum in der Stadt Freiburg einzurichten. Der Stadtbezirk hat alle diesbezüglichen Anfragen allerdings ignoriert und inzwischen ein Zentrum gefunden, in dem für den Landbezirk kein Platz ist. Der Bezirkskirchenrat hat daraufhin zwei andere Gemeindezentren besichtigt, die grundsätzlich in Frage kämen: Bad Krozingen und Kirchzarten. Die Synode hat sich jetzt mit deutlicher Mehrheit dagegen ausgesprochen, weiter in Freiburg nach einem Zentrum zu suchen. Stattdessen soll für die beiden genannten Orte mit Hilfe von Fachleuten geprüft werden, ob das benötigte Raumprogramm dort umgesetzt und finanziert werden kann.

Zuvor hatte Hauser der Synode den neuen Bildungsgesamtplan der badischen Landeskirche vorgestellt. Mit diesem Werk reagiert die Kirche auf Herausforderungen wie die, dass religiöse Bildung in einer zunehmend pluralistischen Gesellschaft immer weniger vorausgesetzt werden kann. „Bildung will Menschen durch Wissen und Befähigung zum Dialog und zum sozialen Verhalten und durch die Hinführung zur Pflege der Religion und zum Glauben führen“ lautet der Bildungsbegriff, der dem Papier zu Grunde liegt. Auch für das Arbeitsfeld der Gemeinden finden sich darin Anregungen.

Nach dem Auscheiden von Pfarrer Ulrich Schmidt (Wechsel in den Bezirk Emmendingen) und Hans-Günter Schirdewahn (familiäre Gründe) hatte die Synode ihre stellvertretenden Vorsitzenden neu zu wählen. Zur ersten Stellvertreterin des Vorsitzenden Norbert Rieflin wurde Pfarrerin Daniela Hammelsbeck (Müllheim) gewählt. Zur zweiten Stellvertreterin Mechthild Gunkel (Titisee-Neustadt). Neu in den Finanzaus-schuss wurde Wolf Brodauf (Titisee-Neustadt) gewählt.

Im zweiten Teil der Tagung wurden der Synode Informationen aus verschiedenen Arbeitsbereichen des Bezirks mitgeteilt. Das Diakonische Werk legte das Rechnungsergebnis für 2009 vor. Vor allem dank außergewöhnlicher Anstrengungen und Verzichtsleistungen aller Mitarbeitenden konnte das strukturelle Defizit der Vorjahre überwunden werden. Das Diakonische Werk verfügt wieder über ein positives Eigenkapital, muss nur noch wenige Zinsen bedienen, wodurch mehr Geld für die eigentlichen Aufgaben frei wird. Das Jugendwerk des Bezirks stellte seine Angebote im Jahr 2011 vor und Dekan Zobel informierte über das landeskirchenweit ausgerufene „Jahr der Taufe“ 2011. Zur Verbesserung der Kommunikation im Bezirk und der Öffentlichkeitsarbeit soll eine zeitlich befristete Projektstelle eingerichtet werden. Ein Zuschuss der Landeskirche ist grundsätzlich zugesagt. Wieland Walter vom Freundeskreis des Netzwerks Diakonie informierte über die Situation der Flüchtlinge an den Außengrenzen der EU. Es wird geprüft, ob dies ein Schwerpunktthema auf einer der nächsten Tagungen der Synode wird. Die Voten der Herbstsynode 2009 zu einer Erklärung zum gerechten Frieden sind beim Ökumenischen Rat der Kirchen in Genf eingegangen. Zur Zeit wird der erste Entwurf der Erklärung unter Berücksichtigung der eingegangenen Voten von einem Redaktionskreis weiterbearbeitet. Zur internationalen Friedenskonvokation in Kingston im Mai 2011 wird das Ergebnis vorliegen.

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