Wochenspruch

Worte zum Tag

Argumentieren für Flucht, Asyl und Migration

05.07.2017
Endingen: Wie kann man in der teilweise aufgeheizten Debatte um Flucht und Migration „richtig“ und schlagfertig argumentieren? Diesen Fragen ging ein Seminar der Evangelischen Erwachsenenbildung Emmendingen am 30. Juni 2017 im Evangelischen Gemeindehaus in Endingen nach.

Argumentationstraining EndingenZu Beginn des Seminars gingen die Experten von GEGENARGUMENT (https://gegen-argument.de/) kurz auf die Vorläufer der historischen Rassismus- und Diskriminierungs-Debatte ein, um dann eine leicht verständliche Arbeitsdefinition für den Umgang mit Rechtsextremismus und Rassismus zu diskutieren. Schnell wurde deutlich, dass die rassistischen und rechtsextremen Positionen, von Ideologien der Ungleichwertigkeit und des völkischen Denkens geprägt sind.

Im „Kugellager“ und im „Argumente-Karussell“ hatten die Teilnehmer*innen dann mehrfach Gelegenheit, sich mit Parolen wie: „Die passen doch gar nicht zu uns“ oder „die nutzen uns doch nur alle aus“ konfrontiert zu sehen. Dabei wurde eingeübt, auf welchen Ebenen Frau und Mann solchen Parolen eigene Argumentationen wirksam entgegensetzen kann. Hierbei wurde eine „Landkarte“ der Argumentation für Flucht und Migration entwickelt, die sich entlang folgender Ebenen entfaltete:

• Empathie für die Geflüchteten,

• Vergleich & Differenzierung (Versachlichung der Debatte),

• Verpflichtung aus Grundgesetz und Genfer Flüchtlingskonvention,

• menschenrechtlicher Positionen

• und dem gegenseitigen Nutzen, der durch gelingende Integration entstehen kann.

Etliche Teilnehmer*innen wünschten sich weitere Seminare dieser Art und zeigten sich erfreut darüber, dass sich die evang. Kirche dieser Thematik annimmt, um den Akteuren in der Arbeit mit Geflüchteten die notwendige Unterstützung zu bieten.

Unterstützt wurde und werden solche Seminare auch vom kürzlich gegründeten Forum Courage der Kirchenbezirke Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen (Sitz in Bad Krozingen). Das Forum Courage hat sich u. a. zum Ziel gesetzt, die demokratischen Akteure im Gemeinwesens in ihrer Arbeit mit genau solchen Angeboten zu unterstützen. Auch aus diesem Grund ist das Seminar nach dem Bildungszeitgesetz des Landes Baden-Württemberg ausgeschrieben, da auch die Arbeitgeber in den Landkreisen Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald ein originäres Interesse auf eine Versachlichung der Gesamtdebatte haben.

Detlev G. Theobald, Bezirksbeauftragter für Flucht und Migration in den evangelischen Kirchenbezirken Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen.

Druckansicht