Wochenspruch

Worte zum Tag

Ein grosser kleiner Schritt

11.01.2017

Diakonin Meike Gebhardt wird in ihr Amt eingeführt und die überparochiale Dienstgruppe der beiden Kirchengemeinden Neustadt und Hinterzarten wird auf den Weg gebracht. 

Was sage ich in besonderen Situationen? Die richtigen Worte zu finden ist nicht immer leicht. Wer ist schon so spontan und treffsicher? Der erste Mann auf dem Mond, Neil Armstrong sagte damals: »Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein grosser Sprung für die Menschheit.« Von wem der epochale Satz wirklich stammt bleibt umstritten. Was sollen aber wir in Neustadt und Hinterzarten sagen? Ich stelle mir vor, der gute Neil Armstrong hätte ein ähnliches Wortungeheuer für die ersten Schritte auf dem Mond gesagt, oder sich einfach nur über den ganzen Staub dort gewundert, man würde wohl heute noch über ihn spotten.

 Tatsächlich beginnt mit Meike Gebhardt die Kooperation der beiden Kirchengemeinden und es ist erst einmal nichts anderes als ein grosser, kleiner Schritt in die Zukunft. Frau Gebhardt arbeitet vor allem in Neustadt, nimmt aber auch Aufgaben in Hinterzarten und in der Region wahr. Damit das möglich ist, sind wir dabei, die Dienstgruppezu gründen. Es ist nur ein kleiner Schritt und doch ist es ein Schritt in die Zukunft, denn es ist die erste offizielle Kooperation in unserer Region Dreisamtal-Hochschwarzwald. Was da so klein anfängt, könnte sich zu einem Modell für die Zukunft aufwachsen, eine Zukunft, in der die Kooperation zwischen den einzelnen Pfarreien einmal zum Normalfall werden könnte. Auch hier werden schon die ersten kleinen Schritte getan, in dem Frau Gebhardt zusammen mit Pfarrerin Heuß das »Just-Projekt« in unserer Region begleitet.

Ein kleiner Schritt nur, aber es könnte mehr werden, wenn wir uns an den noch eher fremden Gedanken gewöhnen, dass Gemeinden zusammenarbeiten. Einzelne tun das zwar schon längst, aber für viele ist es immer noch ein grosser Schritt, auch nur in einer Nachbargemeinde einen Gottesdienst zu besuchen, z.B. wenn dort ein Regionalgottesdienst stattfindet, wie bisher schon am Epiphanias- und am Reformationstag. In Freikirchen sind die Wege, die dazu in Kauf genommen werden müssen, schon lange üblich, man trifft sich dann eben in Freiburg oder in Neustadt oder in Villingen. In unserer. Landeskirche ist das noch nicht so vertraut, aber es könnte werden.

Einen wichtigen Beitrag dazu leistet auch Frau Gebhardt, denn oft sind es einzelne Personen, die andere mitziehen. Das Zeug dazu hat sie, ohne dass wir nun zu viel auf ihren Schultern abladen wollen: Wer ihr begegnet, nimmt ihr ihren Glauben ab, sie ist authentisch. Schlagfertig ist sie auch, fröhlich und sie hat die nötige Offenheit, auf andere zuzugehen.

Als Begrüssungsgeschenk gab es aus Hinterzarten einen Spätzle(s)shaker. Mit etwas Humor ist das ein Sinnbild für eine Zusammenarbeit: Einfach die verschiedenen Zutaten in den Behälter geben und dann kräftig schütteln, damit sich alles verbindet und schon kann man die Spätzle auspressen. Jetzt müssen wir nur noch herausfinden, wie wir das mit dem Schütteln machen, wenn es um Gemeindeglieder und nicht um Mehl, Eier, Wasser und Salz geht.

Wir wünschen Ihr dafür von Herzen Gottes Segen und freuen uns in der Region auf die Zusammenarbeit. Mal sehen, wohin uns die Zukunft führt.

Hellmuth Wolff

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