Wochenspruch

Worte zum Tag

Haushaltsplanung auf der Landessynode

24.10.2017

Solide Aussichten dank der Kirchensteuerzahler

Die Konjunkturbelebung im Euro-Raum und das Wirtschaftswachstum in Deutschland wirken sich derzeit positiv auch auf das Kirchensteueraufkommen aus. Dadurch habe die badische Landeskirche einen „sehr stabilen Haushalt“, erläuterte die für Finanzen zuständige Oberkirchenrätin Barbara Bauer auf der Herbsttagung der badischen Landessynode am heutigen Montag (23.10.) in Herrenalb. Ein gewisser Gestaltungsspielraum ermögliche Investitionen im Bereich von Bauprogrammen, die Umwandlung von Kindertagesstätten in Familienzentren und eine Fortführung der Flüchtlingshilfe im Rahmen der Integrationsarbeit. Die Synodalen werden in den Folgetagen den Haushalt beraten und am Donnerstag (26.10.) über den Doppelhaushalt 2018/2019 abstimmen.

Im Haushaltsjahr 2018 werden rund 310 Millionen Euro Kirchensteuer erwartet, davon gehen 9,3 Millionen Euro an den Staat für dessen Kirchensteuererhebung zurück. Zu den ständigen Ausgaben gehören die direkt von der Landeskirche verantworteten Personalausgaben in Höhe von 175,7 Millionen Euro, davon entfallen 105 Millionen auf die Besoldung der Pfarrerinnen und Pfarrer, knapp 30 Millionen Euro auf die Diakonie und den Entwicklungsdienst und etwa 27 Millionen Euro auf die kirchliche Kinder- und Jugendarbeit. Jährlich werden 24,6 Millionen Euro für kirchliche Bildungsaufgaben bereitgestellt. In den nächsten beiden Jahren sollen zudem für landeskirchliche Baubeihilfen und Bauprogramme 50,8 Millionen Euro ausgegeben und für die Gebäudeoptimierung in ländlichen Kirchenbezirken 9 Millionen Euro zurückgestellt werden. 2,5 Millionen Euro fließen in projektorientiertes Arbeiten in den Kirchenbezirken, 2 Millionen in die Fortsetzung der Flüchtlingsarbeit.

„Wir bedanken uns bei allen, die mit ihren Kirchensteuern diese Arbeit ermöglichen“, erklärte Oberkirchenrätin Bauer. Im Sinne der Nachhaltigkeit und der Verantwortung gegenüber künftigen Generationen gehe die Kirche jedoch keine weiteren Dauerverpflichtungen ein. Herausforderungen für die künftige kirchliche Finanzplanung sei die demographische Entwicklung, aufgrund derer mehr Menschen sterben als getauft werden. Aber auch die Austrittszahlen seien Anlass zur Sorge.

Die Landessynode tagt noch bis zum Donnerstag, 26. Oktober 2017. Nach Beratungen in den vier Ausschüssen, dem Bildungs- und Diakonieausschuss, dem Rechtsausschuss, dem Finanzausschuss und dem Hauptausschuss, versammeln sich die Synodalen am Mittwochnachmittag und am Donnerstag wieder im Plenum und öffentlich.

Die Landessynode der Evangelischen Kirche in Baden ist das 75-köpfige „Kirchenparlament“ der rund 1,2 Millionen Protestanten in Baden. Sie ist eines von vier kirchenleitenden Gremien neben dem Landesbischof, dem Oberkirchenrat und dem Landeskirchenrat. Die Landessynode beschließt den Haushalt, verabschiedet Gesetze und Projekte und wählt den Landesbischof oder die Landesbischöfin. 65 Mitglieder wurden von den Bezirks- und Stadtsynoden gewählt, zehn weitere vom Landeskirchenrat im Einvernehmen mit dem Landesbischof berufen. Den Vorsitz hat Synodalpräsident Axel Wermke aus Ubstadt-Weiher. Zweimal jährlich trifft sich die Landessynode im „Haus der Kirche“ in Bad Herrenalb. Das griechische Wort Synode bedeutet sowohl „gemeinsamer Weg“ als auch „Versammlung zur Beratung".

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