Wochenspruch

Worte zum Tag

Heimatbegriff, KITAS, Jugendarbeit und Finanzen sind Themen der Frühjahrstagung der Landessynode

19.04.2017

In der kommenden Woche trifft sich die Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Baden zu ihrer Frühjahrstagung in Bad Herrenalb.

Karlsruhe/Bad Herrenalb. Von Mittwoch, 26. April, bis Samstag, 29. April 2017 beraten die 75 Synodalen aus Baden unter anderem über Ergebnisse der Studie „Jugend gefragt“, Rahmenbedingungen evangelischer Kitas und die Umsetzung des Gebäudemanagementprojekts, das Ressourcen schonen und Unterhaltungskosten senken soll. Zum Beschluss zur Trauung auch gleichgeschlechtlicher Paare in eingetragener Lebenspartnerschaft vom April vergangenen Jahres liegt der Synode eine rechtliche Regelung zur Abstimmung vor. Zum Auftakt diskutieren die Synodalen mit der Präsidentin des baden-württembergischen Landtags, Muhterem Aras, ihr Verständnis von Heimat.

Mit einem Gottesdienst unter Leitung von Cornelia Weber, der Stellvertreterin des Landesbischofs, eröffnen die Mitglieder der Landessynode ihre Frühjahrstagung 2017 am kommenden Mittwochvormittag um 9.30 Uhr. Gastreferentin der ersten öffentlichen Plenarsitzung ist danach Landtagspräsidentin Mutherem Aras zum Thema „Zusammen sind wir Heimat“. Der Präsident der badischen Landessynode, Axel Wermke ist „sehr erfreut, dass Frau Aras den direkten Kontakt zur Landes-Synode aufnimmt“, und das mit einem Thema, das derzeit von ganz besonderer Bedeutung sei. Am Nachmittag erwartet die Landessynode den Bericht des Landesbischofs, Jochen Cornelius-Bundschuh, und diskutiert Ergebnisse der Studie "Jugend gefragt". Jugend und Jugendarbeit seien Schwerpunkte kirchlicher Arbeit, so Synodalpräsident Wermke. Im Blick auf die Zukunft sei es daher „besonders wichtig sich des Themas anzunehmen und neueste wissenschaftliche Erkenntnisse in die kirchliche Arbeit mit einzubeziehen“.

Auch der im Herbst anstehende Doppelhaushalt 2018/19 fordert die Synode bereits. Seine Eckdaten und damit, so Axel Wermke, „wichtige Weichenstellungen für das Arbeiten in unserer Landeskirche und den Kirchengemeinden“ gelte es festzulegen – „auch im Blick auf erhebliche Einbußen in den nächsten Jahrzehnten“. So stehe unter anderem die Finanzierung der Kindertagesstätten zur Debatte. „Unser Ziel ist es, Planungs- und Finanzierungssicherheit zu erhalten, zudem beraten wir auch über eine Stärkung des evangelischen Profils unserer Kitas“, so Synodalpräsident Wermke.

Darüber hinaus diskutiert die Synode der Evangelischen Landeskirche in Baden einen Bericht zum kirchlichen Dienstleister prokiba. Prokiba bereitet Flächen- und Gebäudeinformationen für das Gebäudemanagementkonzept auf und hat so grundlegenden Anteil an dessen Umsetzung. „Unser Ziel es ist, die Zukunftsfähigkeit der kirchlichen Liegenschaften zu sichern und damit auch Überkapazitäten abzubauen“, erläutert Synodalpräsident Wermke den Beschluss, der bereits in der Frühjahrstagung 2014 gefasst wurde und seitdem nach und nach in allen Kirchenbezirken umgesetzt wird.

In einem kirchlichen Gesetz, so Wermke, werde der Beschluss zur Trauung gleichgeschlechtlicher Partner aus eingetragenen Lebenspartnerschaften, den die Synode im vergangenen Frühjahr fasste, hinsichtlich der geltenden Lebensordnung „Ehe und kirchliche Trauung“ verdeutlicht. Außerdem steht der Friedensappell der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Baden-Württemberg vom Oktober 2016 auf der Tagesordnung. Dessen Vorsitzender, Domkapitular Peter Birkhofer von der Erzdiözese Freiburg, wird den Appell einbringen. Dieser entspreche, so Synodalpräsident Wermke, den Forderungen der Friedenspapiere der Landessynode. Er gehe deshalb davon aus, dass sich die Synode diesen Appell zu eigen macht.

Am Donnerstagabend (27.4.) um 20.30 Uhr stehen das Reformationsjubiläum und seine Bedeutung für Kirche heute im Mittelpunkt. Die Synode trifft sich zum theologischen Gesprächsabend „Was gerade heute der Rede wert ist“. Am Samstag, 29. April, verabschiedet die badische Landessynode nach der letzten Plenarsitzung den für Gemeindevermögen, Bau und Umwelt verantwortlichen Oberkirchenrat Stefan Werner, der im Sommer zur Evangelischen Landeskirche in Württemberg wechselt.

Plenumssitzungen und Gesprächsabend sind öffentlich. Darüber hinaus beraten die Landessynodalen Themen und Gesetze im Detail in vier Ausschüssen: dem Bildungs- und Diakonieausschuss, dem Rechtsausschuss, dem Finanzausschuss und dem Hauptausschuss. In den Plenarsitzungen tagt die Synode danach wieder als Ganzes und entscheidet öffentlich.
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