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Notfallseelsorge für Einsatzkräfte

23.05.2017

Einsatznachsorgeteams sind häufiger gefragt - neuer Pfarrer für "besondere Seelsorgefelder" im Oberkirchenrat eingeführt

Karlsruhe. Die sechs kirchlich organisierten Einsatznachsorgeteams (ENT) in der Notfallseelsorge haben in den zurückliegenden Jahren in Baden deutlich an Bedeutung gewonnen. Seit zehn Jahren sind die ökumenisch organisierten Teams zwischen Neckar und Bodensee im Einsatz. Im Rahmen eines Festgottesdienstes zum zehnjährigen Bestehen des „ENT Karlsruhe Stadt und Landkreis“ wurde jetzt der neue Leiter für „besondere Seelsorgefelder“ (Notfall-, Polizei-, Studierenden-, Telefon- und Internetseelsorge), Gregor Bergdolt, in sein Amt im Evangelischen Oberkirchenrat eingeführt.

Sie sind da, wenn belastende Ereignisse wie Unfälle, Gewalt oder Katastrophen bei Beteiligten Trauer oder Verzweiflung hervorrufen: die Helferinnen und Helfer aus der Notfallseelsorge. Doch auch die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst brauchen in Krisensituationen psychosoziale Unterstützung. Hierfür sind die Einsatznachsorgeteams zuständig, von denen es in Baden sechs in kirchlicher Trägerschaft gibt, verteilt auf die Landkreise Rhein-Neckar, Karlsruhe, Baden-Baden, Pforzheim, Freiburg, Konstanz und Sigmaringen. Seit der Gründung des ersten Einsatznachsorgeteams im Jahr 2007 kam es zu 35 Einsätzen nach besonders schweren Unglücksfällen, vor allem im Straßenverkehr oder bei Zugunglücken. In der Regel bieten die Einsatznachsorgeteams den Ersthelfern drei bis vier Nachsorgetreffen in Gruppen an.

In der Region Karlsruhe besteht das ENT zum Beispiel aus 16 aktiven Mitgliedern, sieben psychosozialen Fachkräften sowie neun Einsatzkräften aus Feuerwehr und Rettungsdienst. „Wir bieten Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, regelmäßige Übungen sowie Präventionsveranstaltungen für die Einsatzkräfte an“, berichtet Daniel Paulus, Sprecher des Leitungsteams der Einsatznachsorge.

In der Notfallseelsorge arbeiten derzeit 160 kirchliche Haupt- und Ehrenamtliche in Baden. Alle haben sie eine aufwändige seelsorgliche zweijährige Ausbildung durchlaufen und stehen Bedürftigen akut und in der Nachsorge zur Verfügung. Der neue Leiter für „besondere Seelsorgefelder im Evangelischen Oberkirchenrat, Pfarrer Gregor Bergdolt, sieht gegenwärtig neben der Notfallseelsorge auch in der Polizeiseelsorge verstärkten Handlungsbedarf: „Dort ist der Wandel des gesellschaftlichen Zusammenhaltes am stärksten zu spüren“, sagte Bergdolt. Er würdigte insbesondere den Einsatz der Polizistinnen und Polizisten, „die sich hinhalten für den Frieden in der Gesellschaft und den Schutz der Schwachen“.

Weitere Informationen zur Notfallseelsorge gibt es unter www.nfs-bw.de. Zum Einsatznachsorgeteam unter http://www.nfs-ka.de/joomla/index.php/informationen-fuer-interessierte/einsatznachsorgeteam-ent. Zur Polizeiseelsorge unter http://baden-wuerttemberg.polizeiseelsorge.org

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