Wochenspruch

Worte zum Tag

Advent - diesmal anders?

15.12.2013

Zobel-100px„Ob ich es wohl dieses Mal schaffe“, sagte die Frau und schaute mich fragend an, „aber ich will es wieder versuchen“, fuhr sie fort, als ich ihr den Kalender „Der Andere Advent“ überreichte. „Die letzten Jahre wollte ich immer wieder bewusst diese Wochen vor Weihnachten leben – mir bewusst jeden Tag eine kleine, eine besinnliche Zeit nehmen. Irgendetwas hat mich immer daran gehindert. Doch dieses Mal soll mir der Kalender als Begleiter dabei helfen.“ Die Adventszeit sei nicht eine Zeit wie jede andere.

Und dann erzählte sie, wie sie diese umtriebige Adventszeit auch liebt: die geschmückten Innenstädte, der Lichterglanz in den schon so früh dunklen Straßen, die Märkte mit den Verkaufsständen und auch der Duft von Apfelpunsch und Glühwein. Sie fand es auch gar nicht so schlimm, dass es etwas hektischer zugeht, auch die Suche nach Geschenken hat sie nicht abgeschreckt. „Im Gegenteil“, sagte sie und es huschte ein Lächeln über ihr Gesicht, „ ich freue mich schon jetzt darauf, beschenkt zu werden.“

Dann erzählte sie plötzlich von früher. In Ihrer Kindheit habe es natürlich einen Adventskranz gegeben: „sehr nüchtern geschmückt, nur mit Kerzen, ohne Schickschnack“, wie sie sich ausdrückte. Das Ungewöhnliche in ihrer Familie sei gewesen, dass jedes Kind in der Adventszeit außerdem ein eigenes Licht hatte, der eine eine Kerze in der Hand eines Engels, die andere einen Nikolaus, der Dritte einen Tannenbaum, so etwas wie Wegweiser zum Fest. „Es müssen Laubsägearbeiten gewesen sein, bunt angemalt, die Adventszeit ohne diese Leuchter für uns Kinder, das ging gar nicht!“

AdventIch weiß nicht, ob es heute noch Familien gibt, die diesen Brauch üben – doch wie gut, dass es solch einprägsame Erinnerung gibt! Denn heute haben es besondere Zeichen wirklich nicht leicht, vernommen zu werden.

Plötzlich ist dann das Besondere da – Weihnachten, das Christfest. Gott wurde Mensch und das gilt es zu feiern, Gott zu loben, ihm dankbar wunderschöne Lieder zu singen. Mit etwas Besonderem sich auf das Besondere vorbereiten, mit einer kleinen Unterbrechung des Alltags, wozu beispielhaft der Kalender bis zum 6. Januar einlädt.

Vielleicht sind Sie ja schon auf dieser Spur und brauchen keine Anregung, dem Kommen Gottes entgegen zu leben, sondern möchten sich einfach mit anderen Weihnachten nähern. Deshalb laden viele Kirchengemeinden zu Adventsandachten ein, einmal an einem Abend in der Woche, auch in Ihrer Nähe.

So wünsche ich Ihnen, dass diese kleine Unterbrechung gelingt und Sie einstimmt auf das große Fest. Eine gesegnete Zeit des Advents und erfüllte Tage der Weihnacht mögen Sie erleben!

Ihr
Hans-Joachim Zobel, Dekan


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