Wochenspruch

Worte zum Tag

„Gott nahe zu sein …

01.01.2014

kleinAGH100903… ist mein Glück.“ Die Jahreslosung aus Ps 73 klingt nach einer Selbstverständlichkeit für jeden gläubigen Menschen.

(Nebenbei bemerkt: Es ist ein schönes Zeichen ökumenischer Weite, dass man sich bei der Evangelischen Brüder-Unität für die Fassung der – in der katholischen Kirche gebräuchlichen – Einheitsübersetzung entschieden hat, die in diesem Fall besser gelungen ist als die Lutherübersetzung.)

So selbstverständlich die Losung klingt – was heißt das eigentlich „Gott nahe zu sein“? Heißt das, dass ich mich in Gottes Nähe begebe – in den Gottesdienst oder die Kirchengemeinde? Sicher auch. Gerade in den Menschen, mit denen ich in seinem Geist zusammenkomme, begegnet mir Gott. Und wenn es sich um gelungene Gottesdienste oder Begegnungen handelt, haben die etwas Beglückendes.

Gott wartet aber nicht nur, bis ich ihm nahekomme. Er ist mir schon immer nahe, bevor ich einen Schritt auf ihn zu tun kann. Manchmal kann ich das nicht wahrnehmen und er scheint mir unendlich fern zu sein. Manchmal will ich ihn vielleicht auch gar nicht so dicht auf der Pelle haben. Er muss doch nicht alles mitkriegen. In beiden Fällen kann ich seine Nähe und das Glück, das sie für mich dargestellt hat, höchstens im Rückblick erkennen.

Britzingen - Blick vom BögelhofIn anderen Momenten meine ich, seine Nähe ganz deutlich wahrzunehmen. Wenn ich morgens die erste Runde mit dem Hund gehe und die kühle Luft genieße, den Sternenhimmel, den Morgennebel, das erste zarte Rosa am Himmel oder was Gott mir sonst bei diesen Gängen schenkt. Manchmal ist es einfach die morgendliche Stille, die für mich in diesem Moment seine Stimme ist. Manchmal höre ich sie auch, wenn ich mich allein in eine Kirche setze und zur Ruhe komme. Oder wenn ich auf einer Bank in den Reben raste, während über unserem Dorf die Abendsonne durch die Wolken bricht. In all diesen Momenten empfinde ich das Glück der Nähe Gottes.

Ich wünsche Ihnen allen im Neuen Jahr viele solcher glücklichen Momente und Gottes Segen.

Arnold Glitsch-Hünnefeld, Pfarrer in Britzingen und Dattingen

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