Wochenspruch

Worte zum Tag

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.

14.01.2016
muench-2014Ich muss gestehen, in diesem Jahr tue ich mich mit der Jahreslosung richtig schwer. Natürlich sehe ich die positive Zusage des Trostes, allerdings setzt diese ja im ersten Moment voraus, dass es mir richtig schlecht geht.

Niedergeschlagenheit, Frustration, Wut, Trauer brauchen Trost.

Das sind jetzt nicht die Gefühle, die ich in meinem Leben bevorzuge. Es sind eher Gefühle, die ich ganz weit von mir wegschiebe und ich bin froh, dass meistens positivere Gefühle mein Leben bestimmen. Ist die Jahreslosung, in diesem Jahr also nur für diejenigen, die niedergeschlagen, frustriert, wütend und traurig sind? Wenn ich so darüber nachdenke, entdecke ich noch eine weitere Dimension, eine höhere, die über mich selbst hinaus geht.

Vieles was aktuell in der Welt passiert, lässt mich kopfschüttelnd zurück, Terror, Gewalt oder Intoleranz, um nur Weniges zu nennen. Ich fühle mich an diesen Punkten machtlos und ausgeliefert. Selbst, wenn ich im kleinen Versuche andere Akzente zu setzen, weiß ich doch, dass es mir als Einzelnem nicht gelingen wird, das große Ganze zu ändern. Hier macht mir die Zusage Mut – Gott tröstet dort wo Menschen es nicht mehr können. Trost bedeutet auch immer, sich in die Situation des anderen hineinzuversetzen und sie zu verstehen. Das gibt mir Hoffnung, dass Gott uns Menschen begleitet und tröstet, dort wo wir an Grenzen stoßen.

Ehrlicher und aufrichtiger Trost kann ein Kraftspender sein und er kann motivieren nach vorne zu blicken und Herausforderungen anzugehen. Dazu wünsche ich ihnen allen viel Kraft und an den richtigen Stellen ein tröstendes Wort!

Oliver Münch, Gemeindediakon in Breisach

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