Wochenspruch

Worte zum Tag

Humor ist Tragik plus Abstand

15.04.2016
„Humor ist Tragik plus Abstand“, wird Woody Allen, dem Filmregisseur, zugeschrieben. Der Apostel Paulus lebt mitten in der Tragik: Er selbst hat eine belastende Krankheit, wahrscheinlich Epilepsie; als Christ wird er verfolgt, Gefängnis und Prügelstrafe sind die Folge; er selbst ist auf seinen abenteuerlichen Reisen vom Tod bedroht. Gemeindeglieder, zu denen er engen Kontakt hatte, sind gestorben. Eine tragische Situation zum Verzweifeln.

SkorpionPaulus lebt und leidet in dem Tragischen, er teilt tragische Schicksale. Zugleich gewinnt er Abstand – durch den Nachklang von Ostern: Jesus Christus ist auferstanden. Der Tod ist besiegt! Der Sieg ist vollkommen! So bekommt Paulus Distanz vom Tragischen und Tod; er verlacht ihn: Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel? Paulus denkt dabei an den Stachel der Skorpione mit dem Stachel an ihrem Schwanzende. Mit ihm spritzen die Skorpione Gift, um ihr zukünftiges Mittagessen zu lähmen und dann zu töten. Für Menschen sind solche Stiche äußerst schmerzhaft bis gefährlich, für kleine Tiere tödlich.

Nun konnte so ein Mini-Reptil sein Schwanzende verlieren, damit auch den Giftstachel. Der Skorpion vergisst den Verlust schnell, schleicht sich an sein Opfer an und will die tödliche Spritze setzen. Vergeblich, der Giftstachel ist nicht mehr da.

Jesus ist auferstanden. Der Tod bleibt tragisch. Es bleibt die Aufgabe der Christinnen und Christen für das Leben einzutreten: Kranke sollen geheilt werden, seelisch Belastete ihr Leben schätzen, Krieg und Hunger sollen eingedämmt werden. Und doch gibt es seit Ostern diesen anderen Blick auf den Tod, den österlichen Blick mit Abstand: Der Tod ist besiegt. Dieses Lachen über den Tod kann ermutigen, dem Tod entgegenzutreten.


Ich wünsche Ihnen eine hoffnungsfrohen Nachklang von Ostern

Ihr Friedrich Geyer, Pfarrer in Stegen mit Buchenbach, St. Märgen und St. Peter

PS: Die kursiv gedruckten Teile und den Gedankengang finden Sie im Ersten Brief des Apostel Paulus an die Gemeinde im Korinth, Kapitel 15, Verse 50-57


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