Wochenspruch

Worte zum Tag

Ich schenke Euch ein neues Herz...

01.12.2016
Schulze-WegenerEs liegt vor uns. Das neue Jahr 2017. Und damit all die bangen Fragen. Alle Jahre wieder. Was wird das neue Jahr bringen? Welchen Herausforderungen müssen wir uns als Gesellschaft und als Einzelne stellen? Werde ich meine Projekte verwirklichen können? Werde ich gesund bleiben?

Besonders der erste Tag im Jahr bringt mich zum Nachdenken denn Neujahr ist ein stiller Tag. Das mag an dem Lärm des 31. Dezembers liegen oder an der kurzen Nacht oder an meiner Müdigkeit. In jedem Fall ist Neujahr eine Gelegenheit, die Stille zu bedenken und in sie hinein zu horchen. In den Augenblicken der Stille kommen Gedanken, für die ich sonst im Alltag nur wenig Raum habe.Während die Welt still zu stehen scheint, kann ich die Welt und mein persönliches Leben betrachten. In mich hinein horchen. Auf Gott horchen. Denn in der Stille ist er zu hören. In die Stille des neuen Jahres höre ich seine Verheißung:

„Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“ Diese Worte stehen beim Propheten Hesekiel im 36. Kapitel und sind wie gemacht für den Jahresbeginn. Sie sprechen davon, dass etwas neu wird. Das etwas ganz und gar anders wird. Genau betrachtet sprechen sie von der Neuschöpfung des Menschen. Das haben wir wohl dringend nötig: ein neues Herz und einen neuen Geist. Ich verstehe darunter eine neue Einstellung des Herzens zu den Menschen um uns, eine neue Geisteshaltung, um die Anforderungen unseres Lebens zu meistern. Und um den Anforderungen Gottes gerecht zu werden. Es bedeutet die radikale Abkehr von unserer Hartherzigkeit, Unbarmherzigkeit, Dummheit und Wankelmütigkeit. Es bedeutet auch das Hintersichlassen einer Haltung, die zuerst die eigenen Interessen sieht und verfolgt und wenig auf die achtet, die uns dringend brauchen. Und es bedeutet die Abkehr vom Opportunismus und Gleichgültigkeit. Ein neues Herz wäre dann ein offenes Herz und ein wacher Geist für die Frage, wie ich mein Leben in den Dienst der anderen stellen kann. Das ist leichter gesagt als getan. Das ist mir bewusst. Aber etwas Neues kann ja nur entstehen, wenn Altes ausgekehrt wird. Das neue Herz werde ich mir nicht selbst schaffen können. Dies bleibt allein Gottes Tat in mir, seine Berührung, seine Kraft, die mir von außen her zuwächst. Das Alte auskehren aber kann ich schon. Das beginnt damit, dass ich auf die Verheißungen Gottes höre. Sie in mir wirken lasse und mich nicht verschließe. Dann werde ich Vertrauen fassen, dass Gott seine Ankündigung wahr machen wird. Gerade wenn mich aktuelle Nachrichten aus meiner Umgebung oder aus der weiten Welt unruhig machen und an der Güte Gottes zweifeln lassen. Davon gab es im zurückliegenden Jahr wahrlich genug. Ich darf darauf vertrauen, dass Gott aus krummen Wege gerade machen wird. Denn Gottes Geheimnis ist, dass er wirkt, was er verheißt. Auch im vor uns liegenden Jahr 2017!

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien ein friedliches Jahr 2017!

Ihr Pfarrer Dr. Gernot Schulze-Wegener (Auggen)

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