Wochenspruch

Worte zum Tag

Ich selber kann und mag nicht ruhn ...

01.07.2013

 Es ist immer noch gut bekannt und recht beliebt. Zwar pfeifen es nicht die Spatzen von den Dächern, aber hin und wieder wird zumindest in kirchlichen Kreisen gerne gesungen: „Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit…“ 

Meist gibt dieses Lied dann die eigene Stimmung wieder: die Freude an der lieben Sommerzeit; überhaupt die Freude an der Natur. Denn von dieser ist da zunächst die Rede: Von der schönen Gärten Zier und von den Bäumen, von Narzissus und Tulipan... Aber an der Schönheit dieser Welt kommt die Güte Gottes zum Vorschein. Die Schöpfung weist über sich hinaus auf ihren Schöpfer hin, lädt den Menschen ein, wach zu werden und das Lob des Schöpfers mitzusingen.

Bis dahin gehen und singen wohl viele gerne mit. Aber dann beginnen die nächsten Verse uns etwas zu befremden. Denn da wird alle irdische Schönheit als ein gleichnishafter Vorglanz der himmlischen Schönheit angesehen. Paul Gerhardt, der Dichter des Liedes, blickt durch das Irdische hindurch und sieht den Himmel offen und blickt hinein in „Christi Garten“ und hört dort die Engel singen – und wäre am liebsten schon dort.

Weltflucht? Nein, denn sein Blick wendet sich wieder zurück, um unter irdischen und oftmals gar nicht schönen Bedingungen dennoch das Lob Gottes erklingen zu lassen. Auch der Mensch möge aufblühen im Sommer der Gnade Gottes; möge wachsen und reifen wie ein Baum; möge Früchte des Glaubens bringen – möge überhaupt grünen bis zur allerletzte Reise vom irdischen „Garten“ zum himmlischen „Garten“, d.h. „Paradies“.

Der Sommer als Gleichnis für Glauben und Leben. Gewiss: alles nur Bilder – die weit über sich hinausweisen. Und hier und heute zum Singen einladen.

Ihr Werner Häfele, Pfarrer
Bischoffingen (01.07.2013) 

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