Wochenspruch

Worte zum Tag

Laudato si`, mi` Signore – gelobt seist Du, mein Herr

15.07.2015

Florian Boecher„Laudato si“ - der Titel dieses bekannten neuen geistlichen Liedes ist gerade in vieler Munde. Diesmal jedoch nicht des Singens wegen: Papst Franziskus hat seine jüngst erschienene Umweltenzyklika so benannt. Franziskus entwickelt darin eine ganzheitliche Ökologie, die sich nicht nur auf Themen des Natur- und Klimaschutzes beschränkt, sondern auch das „große Ganze“ im Blick hat. Als Adressaten sieht er dabei die ganze Menschheitsfamilie: Sie, mich, uns.

Das Lied „Laudato si“ (im umbrischen Dialekt des Franz von Assisi mit nur einem i), welches Monsignore Winfrid Pilz, während der Aufbruchzeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil geschrieben hat, gehört für mich persönlich zu den wenigen „Grenzerfahrungen“, die ich als evangelisches Kind in der bayerischen Diaspora gemacht habe. Kurz: Ich kann es nicht mehr hören. Zu oft habe ich es selbst gesungen oder von anderen gehört, in den verschiedensten Arrangements, Chören, Gottesdiensten. Es ist irgendwie „abgesungen“ - für mich zumindest. 

Dennoch: Der Text „Sonnengesang“ des Franz von Assisi (13. Jhdt.), der dem Lied zugrunde liegt, spricht mich sehr an. Vor kurzem ist er mir im Urlaub über den Weg gelaufen. Er hat sozusagen meinem Staunen und meiner Freude über die schöne Landschaft der italienischen Toskana Ausdruck verliehen. Franz von Assisi brachte auf den Punkt, was auch ich aus Freude und Dankbarkeit über Gottes Schöpfung ausrufen wollte.

Ich wünsche Ihnen mit diesem Text, dass auch Sie diese Freude über Gottes wunderbare Schöpfung entdecken und empfinden dürfen. Im Alltag, beim Blumengießen im Garten, bei der Radltour am Wochenende, im Urlaub, wohin auch immer Sie der Sommer führt.

Machen wir uns bewusst, dass all das, was uns da anspricht und berührt von IHM kommt. Dann werden wir von ganz allein zur „Sorge für das gemeinsame Haus“ wie Papst Franziskus seine Umweltenzyklika im Untertitel nennt, inspiriert und motiviert.

Eine gesegnete und erholsame Urlaubszeit, Ihr
Florian Böcher

Jugendreferent in Staufen und Münstertal

Gelobt seist Du, mein Herr,

mit allen deinen Geschöpfen,

zumal dem Herrn Bruder Sonne,

welcher der Tag ist und durch den du uns leuchtest.

Und schön ist er und strahlend mit großem Glanz:

von dir, Höchster, ein Sinnbild.

Gelobt seist du, mein Herr,

durch Schwester Mond und die Sterne;

am Himmel hast du sie gebildet,

klar und kostbar und schön.

Gelobt seist du, mein Herr,

durch Bruder Wind und durch Luft und Wolken

und heiteres und jegliches Wetter,

durch das du deinen Geschöpfen Unterhalt gibst.

Gelobt seist du, mein Herr,

durch Schwester Wasser,

gar nützlich ist es und demütig und kostbar und keusch.

Gelobt seist du, mein Herr,

durch Bruder Feuer,

durch das du die Nacht erleuchtest;

und schön ist es und fröhlich und kraftvoll und stark.

Lobt und preist meinen Herrn

und dankt ihm und dient ihm mit großer Demut.

(in Auszügen aus: Franziskusquellen, Kevelaer 2009.) 

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