Wochenspruch

Worte zum Tag

„Mit allen Christen in der Welt befreundet.“

15.10.2016

EberhardDeuschSo beschreibt die Unionsurkunde von 1821 bereits die weltweite Vernetzung unserer Kirche. Das gehört gewissermaßen zu ihrem Grundauftrag, seit sich in Baden reformierte und lutherische Christen zusammengeschlossen haben. Damit ist auch der Auftrag verbunden, hier vor Ort die Verbindung, d.h. die Freundschaft mit anderen Christen zu suchen. An vielen Orten geschieht dies durch gute ökumenische Verbindungen, nicht wenig davon sogar mit einer offiziellen Vereinbarung.

Inzwischen genügt es aber nicht, nur gute Verbindung zu unseren katholischen Mitchristen zu halten. Das Begegnungsfeld hat sich enorm ausgeweitet und es gibt auch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft eine Fülle unterschiedlicher Glaubensgemeinschaften und Kirchen. Auch da gilt es Beziehungen zu knüpfen und Freundschaften zu pflegen.

Die Badische Landeskirche hat für fünf Jahre in Freiburg eigens dafür einen Pfarrer auf eine Projektstelle berufen, dessen Aufgabe es ist, Gemeinden mit anderer Sprache und Herkunft miteinander zu vernetzen. Eine Fülle von afrikanisch und asiatisch geprägten Gemeinden sind inzwischen entstanden und feiern an verschiedenen Orten ihre Gottesdienste. Natürlich ist es auch wichtig, dass wir zu muslimischen Flüchtlingen und Mitbürgern eine gute Beziehung pflegen. Aber es ist ebenso wichtig die Christen unter ihnen wahrzunehmen. Begegnungen, wie die einer Gruppe aus unserem Kirchenbezirk bei einem Besuch im Partnerbezirk Bui in Kamerun, sind notwendig, um einander zu verstehen. Gerade unsere Mitchristen aus fernen Ländern weisen uns darauf hin, dass der Begriff Partnerschaft, vielleicht auch Freundschaft noch nicht wirklich ausdrückt, was uns verbindet. Wir sind nicht nur Freunde, sondern Geschwister, verbunden in dem einen Herrn Jesus Christus.

Das Themenjahr „Reformation und Eine Welt“ – das letzte Themenjahr vor dem Reformationsjubiläum macht das ganz deutlich. Reformation ist längst keine deutsche Angelegenheit, sondern sie hat Spuren in der ganzen Welt hinterlassen. Das ist ein Grund dankbar zu sein.

Pfarrer Eberhard Deusch, Landeskirchlicher Beauftragter für Mission und Ökumene in Südbaden und Gemeindepfarrer in Umkirch

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