Wochenspruch

Worte zum Tag

Schick di!

01.09.2017

Wolff Hellmuth neuAm 1. September sin’s no 10 Täg Schuelferie. Jetz aber schnell. Was mache mer no demit? Mir sin emol mit ere Fähri uf e Schottischi Insel gfahre. Vor is in de Schlange dütschi Urlauber, villicht so alt wie mir. Do seit eini: »Du, unse Bus isch scho uf de Fähri, gli als erschter. Er stoht uf de pole position.« Am liebschte het i als höfliche Alemann grieft: »Häbitte? Machet ihr Ferie oder sin ihr uf de Flucht - mit ere ganze Reisegsellschaft?« Un was sot do besser sie, wenn mer in de erschte Reihe stoht? Isch es Meer blauer, wenn mer’s als Erschte sieht? Oder schmeckt’s Ale besser, wenn mer alli andere abghängt het? Oder isch des e Befriedigung, wenn mer alli überholt het? Stellet euch emol vor was des gebti: De Erschti an der Ampel, der Erschit uf em Gipfel, de Erschti in de Baiz, der Erschti, wo Karriere macht? Guet? Aber s’ goht jo no witer: De Erschti mit em Herzinfarkt, de Erschti, wo in de Vorruestand gschickt wird un dann au dä, wo am Erschte stirbt? Hauptsach immer uf de »pole positon«? Gang mer furt.

Un dann sait Jesus emol: »Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein; und es sind Erste, die werden die Letzten sein« (Lk.13,20). Macht dä do am End au mit? Mängi läse selli Stell bim Lukas äso, as do de ganze Drängler endlich emol eins uf de Deckel ge wird. I weiss nit. Mir sin do die wichtig, wo suscht immer am End gsi sin, eweg dränglet die eine, die andere immer scho hilfloser as die Schnelle. Un dene am End sait er: »Passet uf, s’ chönnt sie, dass me euch füre bittet. Nit um alles uf de Chopf z’stelle, nai, damit jeder dä Platz überchunnt, wo de richtig für en isch.

« S’ muess nit emol vorne dra si. S’ muess nit alles schneller und »effizienter« goh, s’ längt, wenn öbbis in sim eigene, richtige Tempo goht. Also machet nit so wild. Machet öbbis eso, dass ihr und anderi öbbis dervo hennt. Keine muess sich allwil produziere vor de andere, wil mir bi unserem Gott alli unser richtiges Plätzli hän. Do chunnt’s nit uf d’ Gschwindigkeit an. Bis dass alli wieder afange z’schaffe, wünsch i euch - ja was? D’ Angelsachse hen dodefür e luschtige Usdruck, er heisst »Godspeed«. Nämmet euch die Zit un lueget emol, was des heisst (e chleine Tip: Mit Gschwindigkeit het des nüt zum due).

Eue Hellmuth Wolff us Hinterzarte

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