Wochenspruch

Worte zum Tag

Sie hätten das doch auch gerne...

15.02.2014
Zobel-100pxEine positive Berichterstattung in den öffentlichen Medien, über sich selbst, über Ihre Arbeit, eine objektive Darstellung des Geleisteten und der Erfolge, eine öffentliche Wertschätzung. Tue Gutes und erzähle und berichte davon, wird uns in kirchlichen Kreisen immer wieder geraten. So viel Gutes geschieht im Verborgenen der Gemeinden.

An diesem Sonntag gibt ein Leiter eines Bläserkreises bei uns im Kirchenbezirk nach gut 20 Jahren diese Aufgabe in jüngere Hände. Er hat immer ehrenamtlich gearbeitet, auf hohem Niveau. Er hat seinen Einsatz als Dienst für die Gemeinde und als Zeichen für die Bedeutung der Musik für Menschen allen Alters verstanden. Von ihm wird man in der Zeitung lesen, wie auch von den Kursen zum Glauben.

Von Gemeindefesten und kirchenmusikalischen Aufführungen, von besonderen Geschichten von Menschen und ihren Erfahrungen mit dem Glauben, von Besuchen aus Kamerun ist ebenso mit Bild und Text berichtet worden. So ist es schön, immer wieder sich in der öffentlichen Berichterstattung wieder zu finden und so auch öffentliche Anerkennung zu erfahren. Das findet sich meist auf den Lokalseiten, es bringt die Gemeinde und ihre Aktivitäten ins öffentliche Bewusstsein und ins Gespräch.

Zu dieser örtlichen mit guten Gründen anerkennenden Berichterstattung findet sich auf überregionalen Seiten anderes über Kirchen. Da ärgert man sich über Kirche, da greifen Journalistinnen und Journalisten zurecht Missstände auf, kritisieren kirchliche Positionen, bringen gegenteilige Meinungen ins Gespräch oder spielen sie gegeneinander aus. Wenig Anerkennendes ist zu lesen. Eher scheint es so zu sein, dass schlechte Nachrichten gute Nachrichten sind. Doch wichtig ist es, bei dem Außenblick der Presse auf die Kirche und Gemeinde genau zu achten. Denn natürlich geht es nicht, wenn ein katholischer Bischof für einen Amtssitz Millionen ausgibt und zeitgleich andersorts, im selben Bistum, Gemeindehäuser aus finanziellen Gründen geschlossen werden müssen. Natürlich ist hier nicht dem Gebot der Sparsamkeit und des angemessenen Umgangs mit Kirchensteuermitteln entsprochen worden.

Doch das Gute und Schwierige an dieser Diskussion ist zugleich ja, dass auch wir in der evangelischen Kirche genau überlegen müssen, was können und was wollen wir uns noch leisten, und welche Prioritäten sollen wir setzen? Unser Bischof lebt bescheiden und normal, das ist keine Frage.

Die Fragestellung ist größer: Welche Kirche wollen wir sein und was soll nach außen strahlen? Kirche und Gemeinden für die Menschen und mit den Menschen wollen wir sein, was ist hier genau zu tun? In unserer Kirche gibt es viele Angebote, durch die ehrenamtlich Tätige unterstützt und gefördert werden: die einem lassen sich zu Prädikanten ausbilden und werden dann eigenverantwortlich Gottesdienst feiern können. Andere möchten den Besuchsdienst der Gemeinde aufbauen und besuchen einen Kurs dafür. Wieder andere nutzen ein Angebot der Landeskirche für eine qualifizierte Ausbildung in der Seelsorge oder arbeiten bei der Telefonseelsorge mit. Über die Diakonie haben Menschen in der Nachbarschaftshilfe ihren Platz gefunden, oder sie besuchen einsame Menschen im Pflegeheim. Jugendliche gehen auf Leiterkurse des Jugendwerkes und arbeiten dann in der gemeindlichen Konfirmandenarbeit mit, und vieles mehr.

Ja, solch eine Kirche wollen wir sein, die Menschen in ihren Gaben stärkt und so ganz praktisch etwas vom Glauben sichtbar wird. Da, so finde ich, ist das Geld, unser und Ihr Geld gut angelegt. Und dann gibt es vieles Positives zu berichten – good News.

 

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