Wochenspruch

Worte zum Tag

Verlieren und finden

15.02.2015
wolff-2014Gedanken zu Markus 8,31ff

Es hatten schon zu ihren Jahren
die Jesusjünger dies Gebaren:
Sie zogen nach Jerusalem,
um ihren Jesus dort zu sehn
als König und als General,
und jeder sich als Feldmarschall!

Das Risiko wär ja nicht groß,
denn Jesus bräuchte schließlich bloss
zu rufen himmlische Legionen,
die kämen also mit Millionen
und so wär bald hinweggefegt,
wer sich noch als ihr Feind versteht.

So bauten sie die Zukunft sich
auf Waffen – nun, mich wundert’s nicht!
Ach ja, so hätten sie es gern -
nur einer, der steht all dem fern.
Denn Jesus kann und will nicht gehen,
den Weg, den Menschen vor sich sehen.

Will uns zu unserm Glück nicht zwingen,
statt dessen will er Frieden bringen,
indem er alles auf sich nimmt,
was heut auf unsrer Erd nicht stimmt.
Er leidet lieber, statt zu schießen,
um dann am Ende doch einzuschließen
uns alle endlich in sein Heil,
ganz ohne Kugel oder Pfeil.

Und nun müsst ihr euch selbst entscheiden -
jetzt sagt, was könnt ihr besser leiden?
Den Frieden, mit Gewalt erzwungen?
Oder wenn friedlich er errungen?

George Bush, der sprach einst feierlich:
Ein jeder stellt sich gegen mich,
der jetzt nicht steht an meiner Seiten,
um mit in meinen Krieg zu schreiten.

Ob er es überhaupt erkannt,
in was er sich so tief verrannt?
Er folgte menschlicher Natur
und gar nicht mehr der Jesus – Spur.

Da mocht er beten oft und brünstig -
Gott stimmte er damit nicht günstig.
Gott geht den Weg nicht mit Gewalt
und zu den Waffen sagt er: Halt!

Wohl euch, wenn ihr ihn wirklich seht,
es gibt ihn noch, den bessern Weg.
Der Weg besteht doch nicht aus Waffen,
oder darin, Geld beizuschaffen.

Denn wer sein Leben finden will,
der halte jetzt erst einmal still.
Ihr findet Leben nur, ihr Leute,
und Liebe, Glück und tiefe Freude,
wir ihr ihm endlich folgen wollt
und tut, was Gott will, dass ihr sollt.

Wenn ihr es einmal könntet schaffen,
das Leben wirklich loszulassen,
dann findet ihr das große Ziel,
das Leben, das Gott geben will.

Doch ihr wollt, gebt es einfach zu,
die Welt gewinnen, und im Nu
wollt ihr dann aus dem Vollen schöpfen,
so denkt ihr es in euren Köpfen …

Wenn ihr die ganze Welt gewonnen,
ist euer Leben längst zerronnen.
Inzwischen dämmert es bei vielen,
die einstmals nach den Börsen schielten,
und dachten, hier wird über Nacht
man schnell und einfach reich gemacht!

Längst merkte auch der letzte Schuft,
Geld kommt von Arbeit, nicht aus Luft.
Wenn’s heute heißt, dass alles geht,
und jeder für sich selber steht,
dann muss das trotzdem nicht so bleiben,
man muss nicht immer weiter treiben,
der Größenwahn, der viele treibt,
und der die Opfer gern verschweigt.

Versucht es doch, Gott bittet drum,
es endlich einmal andersrum.
Fragt nicht nach Macht und Eitelkeit,
das bringt euch schließlich doch nicht weit.

Fragt nicht nur danach, was euch nützt,
sondern auch, was andere stützt.
Anstatt im Mittelpunkt zu stehen,
könnt ihr auch auf die Seite sehen,
und ihr entdeckt, wer Hilfe braucht,
selbst wenn euch dieses manchmal schlaucht:

Gott wird am Ende alles wenden,
wird leben und Erfüllung senden,
dem, der nicht jammert oder klagt,
sondern nach Gott und Menschen fragt.

Ihr meint, ihr kämt zu kurz im Leben?
Gott wird euch schließlich alles geben.
Damit uns gar nichts von ihm trennt,
bleibt jedes Leben ein Geschenk.

Ihr lieben Leute, nun zum Schluss,
ich euch noch etwas fragen muss:
Nicht: Wie hältst du’s mit Religion,
das war ja Gretchens Frage schon,
sondern es geht um unsern Gott
und was er zählt, im Alltagstrott.

Ob ihr es wagt, mit ihm zu leben
und ihm die Ehre so zu geben?
Oder ob ihr euch Gottes schämt,
und euch damit das Beste nehmt?

Seid nicht so schüchtern, wenn es geht
um Gott, und wie ihr zu ihm steht.
Redet von ihm, wenn man euch fragt,
denn sonst am End’ man von euch sagt:
Sie reden alles überall,
nur über Gott – auf keinen Fall.

Doch dem, der hier sich fürchtet nicht,
Gott seine Gegenwart verspricht.

Hellmuth Wolff


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