Wochenspruch

Worte zum Tag

Vom Weinstock und seinen Reben…

15.09.2014

OP Portrait 2011-1Wenn die Reben- so wie auf dem Bild zu sehen- kraftvoll im Laub stehen und die Trauben deutlich wachsen und Form annehmen, dann ist klar, dass der Hochsommer vorbei ist und sich Herbst naht. Und mit dem Herbst die Erntezeit. Nun soll sich (die zum Teil ja sehr mühevolle) Arbeit lohnen, es zeigt sich, ob die Saat ist aufgegangen und die verdiente Ernte eingefahren werden kann.

Wenn das Wetter mitspielt und wenn wir bei Kräften bleiben. Nichts macht sich von allein. Das wissen gerade die Älteren unter uns aus ihrer reichen Lebenserfahrung. Allerdings geht die einfache Rechnung nicht immer auf: Wer was schafft, wird reichlich ernten. Wir sich einsetzt, wird sicher seinen Lohn erhalten. Sicher ist es eben nicht. Es bleibt immer ein Restrisiko. Es bleiben Unwägbarkeiten.

wine-340891 1280Das ist bei der Ernte nicht anders als im übrigen Leben auch. Wir können uns versichern und alle möglichen Vorkehrungen treffen, dennoch ist vor plötzlichen Unfällen und Erkrankungen niemand sicher. Das Leben kann sich von einem zum anderen Moment radikal ändern. Wir können unseren Kindern die bestmögliche Ausbildung ermöglichen, aber ob sie den passenden Beruf finden werden und in ihm glücklich sind, können wir nicht garantieren.

Wir säen und legen viele Grundsteine, ob die Saat aufgeht und ob aus dem Fundament ein Haus wird, haben wir nicht in der Hand. Aber Gott hat es in seiner Hand. Das glauben wir als Christen jedenfalls. So wie Gott die Saat auf den Feldern aufgehen lässt- ganz ohne unser Zutun- so wird er uns auch die Ernte des Lebens schenken, über die wir nicht verfügen, die wir aber dankbar annehmen und empfangen dürfen.

Das setzt ein großes Vertrauen voraus, das wir Gott und seiner Wirkkraft entgegen bringen. Ein Vertrauen, ohne das wir nicht angstfrei und erfüllt leben können. Ein Vertrauen, welches Jesus mit seiner Gegenwart und seiner Nähe zu uns verbürgt, wenn er sagt:“Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben… “(Johannes 15). Das Wort bedeutet, dass wir mit Jesus durch die Taufe eng verbunden sind und an seinem Schicksal Anteil haben. Es bedeutet auch, dass wir nicht allein sind, sondern geleitet und behütet. Nicht nur im Herbst unseres Lebens. Ich wünsche Ihnen eine fröhliche Erntezeit!

Ihr Pfarrer Dr. Schulze-Wegener


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