Wochenspruch

Worte zum Tag

Was eim alles ifallt zum erschte Mai…

01.05.2014

wolff 100Maibaumstelle, Blosmusik und Maihock, de andere de Maibaum absäge, villicht e Gerichtsverfahre, wenn me verwütscht wird, wege »Gefährdung der öffentlichen Sicherheit«, Tanz in de Mai, die eindi oder anderi Schlägerei nachts um halber drei, Maiusmärsch, mit un ohni Chäschte Bier… Eigentlich isch dä Tag doch de »Tag der Arbeit«. Me merkts au no, s’ git jo Versammlige vo de Gewerkschafte, aber do göhn numme no d’ Insider hi, warum soll’s dene besser goh als de Chilche mit ihre Fiirtig?

Mir fallt aber einewäg öbbis i zum »Tag der Arbeit«. S’ goht um e Zit mit elende Arbetsbedingige. Sklaverei het me dem gsait und hüt git’s des immer no, wenn i numme an die denk, wo unsi Chlaider zsämme naie mien, zwölf Stund am Tag mit wenig Liecht und Luft, Chinder und Jugendlichi oft - kai Schutz bim Umgang mit de Chemie bim Färbe oder Blaiche. Sklaverei isch au des.

De einzig Unterschied isch, dass es sellmol nit um Telefon, t-shirts oder Computer gangen isch, sondern um Lehmziegel. Viel z’viel hän mitgmacht un nüt gsait. Numme einem het des alles nit passt und er het gsäit: Göhnt in d’ Wüsti un fiiret dört e Fescht für mi. De ägyptischi König het aber eins un eins zsämmezellt un het gli gmertk, um was es goht: Wer feschtet, het freii Zit – auch zum fröhlich si un nochdenke. Wer feschtet merkt, dass nit alles so si mueß, wie’s immer scho gsi isch. Wer feschtet, der spürt öbbis vo de Freiheit - un will dann nümmi druf verzichte. Un drum ischer degege gsi, mit aller Gwalt (Exodus 4ff).

Jetz sin mir nit de Mose, wo selbigsmol si Muul ufgmacht - und au e weng verbrennt - het. Aber die Usrede, wo dä Ma gha het, hen mir immer no: I cha nit schwätze … mir glaubt keine un lose dien si au nit uf mi. Gott aber sait: Jo welleweg, schwätz du numme, i wird dir helfe, bi dem, was du mache sotsch für mi un für die Volk. S’ git also kai Grund, dass mir nit au ab un zue emol s’ Muul ufmache (un e weng verbrenne) im Name Gottes, damit nit alles so witergoht, wie’s immer scho gsi isch. Dass es wirklich Gott isch, wo öbbis von is will merkt me auch do dra, dass er stört. Also, löhnt euch ruhig emol störe: »Herr, lass die Sonne blicken ins finstre Herze mein« (EG 501).

Hellmuth Wolff

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