Wochenspruch

Worte zum Tag

Wieder wird mit allen Tricks gearbeitet!

15.03.2014

Heike siepmann... jetzt hat also wieder die Fastenzeit begonnen.

Wenn ich mich ein wenig umhöre, so fasten die Menschen in meinem Umfeld die durchaus üblichen Dinge: da wird auf Süßigkeiten und Alkohol verzichtet. Manche reduzieren das Rauchen oder essen bewusster bzw. gar kein Fleisch.

Mitunter wird da dann auch von „Bonustagen“ erzählt, die man sich in den 7 Wochen als „fastenfrei“ gönnt, z.B. zum runden Geburtstag des Schwiegervaters o.ä..

Ein Kollege, als totaler Sportmuffel bekannt, meinte etwas flapsig, er würde mal etwas ganz anderes machen und auf das Joggen verzichten. Es wird ihm nicht schwerfallen.

Es wird also wieder mit allen Tricks gearbeitet... 

Mir gefällt der Cartoon von Thomas Plaßmann zur Fastenzeit. Er bringt mich zum schmunzeln und lässt mich darüber nachdenken, worum es beim Fasten eigentlich geht. Sicherlich geht es nämlich nicht darum mich, andere und Gott an der Nase herum zu führen. 

Geht es beim Fasten nicht darum bewusst innezuhalten. Gewohnheiten zu hinterfragen. Die Chance zu nutzen, sich (und gern auch andere) danach zu fragen, was wirklich wichtig ist im Leben. 

Die Fastenaktion der Evang. Kirche 2014 hat das Motto: „Selber denken! 7 Wochen ohne falsche Gewissheiten.“ Das klingt zunächst vielleicht selbstverständlich: „selber denken“ – das tun wir ja nun wirklich ständig und tagtäglich. Aber ist das wirklich so? Eigentlich ist es nämlich eine ganz schöne Herausforderung. Da handelt man doch z.B. oft nach Gewohnheit und Tradition. Dinge werden nicht neu durchdacht, sondern so gemacht, „wie es schon immer war“. Auch finde ich es von Jugendlichen echt mutig, wenn sie trotz „Gruppendruck“ und „Mainstream“ ihre Meinung sagen und dazu stehen, auch wenn der Preis vielleicht die Ausgrenzung oder Anfeindung von anderen bedeutet.

„7 Wochen selber denken“ regt an, darüber nachzudenken, was ich für meinen Weg eigentlich wirklich brauche. Eine Einladung zum Fasten im Kopf: von Aschermittwoch bis Ostern die Routine des Alltags hinterfragen, eine neue Perspektive einnehmen, entdecken, worauf es ankommt im Leben.

Fast jeder kennt den berühmten Ausspruch: „Ich denke, also bin ich“, des französischen Philosophen und Wegbegründer der Aufklärung René Descartes.

Dazu können wir uns Paulus´ Zusage gewiss sein: „ Zur Freiheit hat uns Christus befreit!“ (Galater 5,1).

Ich wünsche Ihnen für diese Fastenzeit, dass diese Freiheit nicht nur zum „selber denken“, sondern auch zum Handeln zum Wohle aller anregt.

Ihre Heike Siepmann, Bezirksjugendreferentin

„Mitten in meinem Da-musst-du-durch: finde ich dein Ich-bin-da.“ (Gedanken zu Ex 3,1-8a.13-15 von Jörg Nottebaum)

Copyright Comic: Thomas Plaßmann 

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