„Ich habe etwas zu sagen“

Gaby Willin zur Prädikantin wiederbeauftragt

Gaby Willin möchte Menschen zu einer persönlichen Beziehung zu Gott einladen. Sie erzählt von ihren Erfahrungen mit Gott - authentisch, ehrlich und persönlich. Dass sie selber in die Liebe Gottes hineinwachsen durfte, erlebt sie als großes Geschenk. Davon ist Gaby Willin berührt. Und auch davon, wie unterschiedlich die Wege sind, die Gott mit den Menschen geht. Für weitere sechs Jahre wurde Gaby Willin im Januar als Prädikantin im Kirchenbezirk Breisgau-Hochschwarzwald wiederbeauftragt. Sie ist eine von 27 Menschen, die als ehrenamtliche Mitglieder der Evangelischen Landeskirche Baden Gottesdienste und Kausalien im Kirchenbezirk halten und sich somit in besonderem Maße im Verkündigungsdienst einbringen.

„Früher habe ich gedacht, was kann ich schon sagen. Habe ich überhaupt etwas zu sagen? Wen interessiert das, was ich selber erlebt habe“, erzählt Gaby Willin. „Mittlerweile spüre ich, dass ich genau das kann. Es freut mich immer wieder, wenn Menschen berührt werden durch meine Gedanken. Wenn Einzelne mir nach einem Gottesdienst die Rückmeldung geben, dass ich in ihre Lebenssituation hinein gesprochen habe oder sie mir gerne zuhören.“

Ungefähr 12 Mal im Jahr ist Gaby Willin im Dienst. Mindestens 10 Stunden brauche sie für die Vorbereitung. Über mehrere Tage bewegen sie die Texte, Lieder und Gebet. Die Zeit kann und will sie nicht genau aufschreiben. Es lohne sich aber jedes Mal, die Energie und die Kraft aufzuwenden, erzählt sie mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Insbesondere in Ehrenkirchen, Staufen und Betberg-Seefelden trifft man Gaby Willin häufiger zum Sonntagsgottesdienst oder im Altenheim.

Ihr ist es wichtig, genau hinzuspüren, was der Bibeltext in ihr auslöst, die vielen Gedanken zu sortieren und dann auch wieder loszulassen. Sich zu reduzieren auf das, was ihr am meisten hängen bleibt. Sie sage sich immer wieder zu, dass es nicht möglich ist, fertig zu werden. Wenn es dann soweit ist, dann sei es jedes Mal Geschenk und Gnade Gottes. Sie ist immer wieder begeistert, wie sehr ein so alter Text in die heutige Zeit hinein spricht. Meist stellt sich Gaby Willin die Menschen vor, die sie im Altersheim oder in der Gemeinde antreffen wird. „Ich möchte sensibel sein für das, was die Menschen an persönlichen Geschichten mitbringen und was sie bewegt“, erklärt sie.

Auf dem Weg hin zur Prädikantin hat Gaby Willin schon einiges erlebt. „Ich bin ein ganzheitlicher Mensch. Ich brauche Dinge, die mein Herz berühren. Und ich mag es, mich vielfältig aufzustellen.“ So habe sie sich lange Zeit ehrenamtlich im Kinder- und Familiengottesdienst engagiert, sich als ehrenamtliche Seelsorgerin ausbilden lassen, viele Besuche in Altenheimen gemacht, mit Menschen gesprochen, Beziehungen und Kontakte geknüpft - und sich dann selber ansprechen lassen. Sie habe sich bewusst Zeit genommen, zu spüren, ob das der Weg sei, auf dem Gott sie sehe. Dann sei es auf einmal sehr schnell gegangen. Im Kirchengemeinderat und Bezirkskirchenrat gab es die volle Unterstützung für Gabi Willin. In einem speziellen Ausbildungskurs lernte sie an acht Wochenenden das nötige Hintergrundwissen. Darüber hinaus stand ihr als angehende Prädikantin ein Mentor zu Seite. Pfarrer Ralf Otterbach half ihr während der Ausbildung bei den ersten Schritten im Gottesdienst. Ergänzungsmodule und Fortbildungen nimmt sie auch jetzt gerne in Anspruch, um sich weiterzuentwickeln. Nun wurde ihre Beauftragung erneut verlängert.

„Im Gottesdienst zu meiner Wiederbeauftragung habe ich davon erzählt, wie Gott immer wieder die einfachen Leute dazu beauftragt hat, von ihm zu erzählen“, blickt Gaby Willin zurück. „Für mich ist das auch eine Ermutigung - Gott kann jeden Menschen brauchen. Ich wünsche mir, dass Gott in meinen Gottesdienst Raum bekommt. Dass es mir gelingt, persönlich zu sein. Ich gebe Einblicke in meine Zweifel und Ängste, die mich umtreiben und bewegen. Und ich erzähle von meinem Vertrauen darauf, dass Gott mich gebrauchen kann - so wie ich bin.“

Kraft findet Gaby Willin u.a. in Klostern und Kommunitäten, in einzelnen Versen oder auch Liedzeilen, die sie beim Aufstehen oder Einschlafen vor sich hin summt. Sie bleibe im Gespräch mit Gott, auch dahin, wo es für sie weiter geht. „Herr hier bin ich“, sage sie oft. 

Der Kirchenbezirk Breisgau-Hochschwarzwald freut sich darüber, dass Gaby Willin auch in den kommenden Jahren als Prädikantin wirken wird.


Interessieren auch Sie sich für das Amt einer/eines Prädikant*in? Dann informieren Sie sich gerne hier. Oder kontaktieren Sie Pfarrerin Suse Best, die seit Kurzem im Kirchenbezirk Breisgau-Hochschwarzwald für die die Prädikant*innen zuständig ist.

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