Wochenspruch

Worte zum Tag

Ein Sack Reis

14.07.2017

Wanderlust

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Am Donnerstag machten sich wieder Pfarrerinnen und Pfarrer, dazu eine Kirchenmusikern auf den Weg zum Wanderkonvent. Wer das liest, wird sich vielleicht fragen, was das soll und wieso das jemand wissen muss? Recht haben Sie, das muss keiner wissen. Aber die, die mitgegangen sind, wussten, warum sie das taten, ohne dass sie die neumodische Redensart benutzten mussten, die da heisst: »Ich bin ganz bewusst zum Wanderkonvent gegangen« (ich freue mich immer, wenn mir Menschen dadurch mitteilen, dass sie gerade nicht in Trance sind…). Es war eine gute Möglichkeit, sich ausserhalb des beruflichen Zusammenhanges zu begegnen, auch wenn einiges Berufliches bequatscht wurde. Am Ende lernte man sich kennen, wie man sonst noch so ist, Sie wissen ja: »Eigentlich bin ich ganz anders, aber ich komme so selten dazu« (das sagte - richtig, Ö.v.H.).

Was gab es da Neues?

Nun, z.B. dass der Wanderführer (Name ganz unten) ein Garant dafür ist, dass alle sich verlaufen, was intensives Kartenstudium zur Folge hatte.

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Oder dass es schöne Hofkapellen gibt, oft wegen eines Gelübdes errichtet, in der viel Jesus- und noch mehr martialische (oh man, die Autokorrektur, das soll natürlich heissen: »marianische«) Frömmigkeit zu finden ist.

Übrigens, kennen Sie den: Kommt einer in den Himmel und will gerne Maria sprechen. Petrus: »Geht nicht, die ist gerade auf Erscheinungstournee«.

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Immerhin sangen wir (zu neunt) einen vierstimmigen Kanon (»Magnificat«).

Wir lernten auch, dass der Dekan seine Lieblingsschwäbin immer noch liebt, wie gut, dass da einer die entsprechende Holzbeige aufgerichtet hatte.

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Die Flachländer lernten die schönen Schwarzwälder Hochtäler zu lieben.

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Wir lernten, dass es nicht nur den guten alten Hasen auf dem Kilometerstein gibt,

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sondern auch traditionelle Säulenheilige,

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und dass man bei geschlossenen Kapellen Fensterln muss,

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dass es auch Männer gibt, die über

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Quittengelée diskutieren können,

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und Frauen dazu, 

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die das nicht estimieren,

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dass Kurseelsorger sogar was zu lachen haben, trotz der überschiessenden Flächen im Kurseelsorgehaus...

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und Musikerinnen nicht die ganze Zeit singen oder dirigieren,

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dass Schuldekane nicht nur ganz schön gross, sondern auch ganz schön frech sein können,


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und dass manche Leute solch dummes Zeug schreiben.

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Wie sagte man früher: Wen interessiert es, wenn in China ein Sack Reis umfällt (das ist natürlich längst obsolet, denn an China kommt keiner mehr vorbei)? So eine kleine Wanderung mit anschliessender Einkehr zeigt, wie freundlich Menschen miteinander umgehen können. Wenn das nicht der Rede wert ist.

Wer nicht dabei war, hatte natürlich Gründe (Lk.14,18ff). Wir aber haben erfahren, dass es sich lohnt, freundlich zu sich selbst zu sein, besser verschwitzte Füsse, als einen in wichtigen Sitzungen plattgessesenen - weil heute der 14.7. ist, sagen wir es französisch - derrière.

Noch Fragen?

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Ach nö... 

Hellmuth Wolff 

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