Wochenspruch

Worte zum Tag

Bisherige Beiträge von der Startseite

"Ja! Aber..."

01.12.2017
Good NewsSo reden wir oft, nicht wahr? Zum Beispiel: „Ja, das hast Du gut gemacht, ABER Du hättest etwas schneller sein können.“ Es war also schon wieder nichts, hören wir! Im Gedächtnis oder Bauchgefühl bleibt das „ABER“ – nicht das „JA“.

Mein Vorschlag: Verzichten Sie bis Weihnachten auf das „ABER“ – und ersetzen Sie es durch das Wort „GLEICHZEITIG“. Meist meinen wir nämlich zwei gleichwertige Dinge, wenn wir „ABER“ sagen. Warum? „GLEICHZEITIG“ hebt die Zusage, das „JA“ nicht auf! [mehr...]

Ein Gott der Lebendigen

15.11.2017
Alte FrauTotensonntag oder Ewigkeitssonntag heißt der letzte Sonntag im Kirchenjahr. Eigentlich sind die beiden Begriffe zwei Seiten einer Medaille. Beim „Totensonntag“ geht der Blick zurück. Wir denken an die, die gestorben sind. Den Ehemann, die Freundin, die Tochter. Sie waren uns lieb. Ihr Verlust schmerzt immer noch. Wir werden sie nicht vergessen.

Der „Ewigkeitssonntag“ versucht, diesem traurigen Tag einen Weitblick zu geben. Mit dem Tod ist zwar das irdische Leben zu Ende, aber nicht das Leben an sich. Das Leben geht weiter – in einer anderen Welt und in einer Weise, die wir uns nur schlecht vorstellen können. [mehr...]

Toller Rand? Oder tolerant?

01.11.2017
muench-2014Das Reformationsjubiläum ist begangen. Kontrovers wurde diskutiert über den Einfluss der Reformation in der heutigen Zeit. Was uns der gute Luther so alles heute noch sagen kann. Auch die negativen Auswirkungen der Reformation und des Menschen Martin Luthers kamen in diesem Jahr nicht zu kurz.

Um ehrlich zu sein, konnten mich viele der Predigten, die ich in diesem Jahr zum Thema Reformation gehört habe nicht überzeugen. Zu oft wurde versucht zu viel zu sagen. Die Folge war das alles Fragment geblieben ist. Ich hätte mir vieles etwas pointierter gewünscht und weniger allumfassend. [mehr...]

Nun ist es bald soweit...

15.10.2017
Umkircher 95 ThesenDer 31. Oktober steht vor der Tür. Zehn Jahre lang hat sich die Evangelische Kirche in Deutschland an das Jubiläum angenähert. Viele sind vielleicht sogar froh, wenn es jetzt endlich vorbei ist. Aber was hat es uns gebracht? Mehr öffentliche Aufmerksamkeit? Gar Impulse für die Zukunft? Auch für die Ökumene? Oder geht es danach einfach weiter wie zuvor? Das kann noch niemand beantworten.

Aber wenn es nicht in die Zukunft reicht, dann es viel Energie in den Sand gesetzt worden. [mehr...]

Auch eine Gurke macht schon eine Ernte oder?

30.09.2017
Medea Tenberg„Ob eine Gurke bei Ihnen auf dem Balkon wächst, das kann ich Ihnen nicht versprechen!“ So begann unser Frühjahr mit dem Einkauf der Jungpflanzen für den Balkon. Die Umstellung von Garten auf Balkon war gar nicht so einfach. Doch wir wollten das Experiment wagen, und nahmen eine Gurkenpflanze vom Verkäufer mit. Nun hieß es erst einmal Umtopfen, Düngen, den richtigen Platz auswählen, ein passendes Gestänge zum Entlanghangeln suchen und nicht zuletzt gießen, gießen, gießen. Sehr viel Zeit und Pflege haben wir in unsere Gurke, die Tomaten, Paprika, Kräuter und Gewürze gesteckt. Im Urlaub musste Vertretung gesucht werden, die sich auch gut um die Pflanzen kümmert. Es wurde nochmal richtig kalt, es wurde wieder super heiß. All diese Turbulenzen haben unsere Pflanzen gut überstanden. Und dann tatsächlich der erste Gurkentrieb. Er wurde größer und größer und schließlich zu einer leckeren Gurke. Unsere kleine Gurkenpflanze hatte es tatsächlich geschafft, wider Erwarten des Verkäufers und gegen unseren Zweifel. Für diese Ernte war ich wirklich dankbar! Immerhin habe ich die Gurke wachsen sehen und gepflegt.

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Einfach dasitzen

15.09.2017
Frau trinkt Kaffee"Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hinzuschauen.“ schreibt Astrid Lindgren in ihren Tagebüchern. Eine gute Nach-den-Ferien-Devise, finde ich. Einfach dasitzen und vor sich hin schauen – können wir uns das leisten?

Der Alltag sieht anders aus. Zeitdruck, möglichst viel gleichzeitig tun, funktionieren, oft rastlos von Termin zu Termin hetzen. Manche von uns bewältigen ihr umfangreiches Pensum an Arbeit und Ehrenamt nur durch ein immer besseres Zeitmanagement. Die vielen Ratgeberbücher sollen uns dabei helfen.

Einfach dasitzen und vor sich hinschauen – können wir das überhaupt? [mehr...]

Schick di!

01.09.2017

Wolff Hellmuth neuAm 1. September sin’s no 10 Täg Schuelferie. Jetz aber schnell. Was mache mer no demit? Mir sin emol mit ere Fähri uf e Schottischi Insel gfahre. Vor is in de Schlange dütschi Urlauber, villicht so alt wie mir. Do seit eini: »Du, unse Bus isch scho uf de Fähri, gli als erschter. Er stoht uf de pole position.« Am liebschte het i als höfliche Alemann grieft: »Häbitte? Machet ihr Ferie oder sin ihr uf de Flucht - mit ere ganze Reisegsellschaft?« Un was sot do besser sie, wenn mer in de erschte Reihe stoht? Isch es Meer blauer, wenn mer’s als Erschte sieht? Oder schmeckt’s Ale besser, wenn mer alli andere abghängt het? Oder isch des e Befriedigung, wenn mer alli überholt het? Stellet euch emol vor was des gebti: De Erschti an der Ampel, der Erschit uf em Gipfel, de Erschti in de Baiz, der Erschti, wo Karriere macht? Guet? Aber s’ goht jo no witer: De Erschti mit em Herzinfarkt, de Erschti, wo in de Vorruestand gschickt wird un dann au dä, wo am Erschte stirbt? Hauptsach immer uf de »pole positon«? Gang mer furt.

Un dann sait Jesus emol: »Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein; und es sind Erste, die werden die Letzten sein« (Lk.13,20). Macht dä do am End au mit? Mängi läse selli Stell bim Lukas äso, as do de ganze Drängler endlich emol eins uf de Deckel ge wird. I weiss nit. Mir sin do die wichtig, wo suscht immer am End gsi sin, eweg dränglet die eine, die andere immer scho hilfloser as die Schnelle. Un dene am End sait er: »Passet uf, s’ chönnt sie, dass me euch füre bittet. Nit um alles uf de Chopf z’stelle, nai, damit jeder dä Platz überchunnt, wo de richtig für en isch.

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Schick di!

01.09.2017
Wolff Hellmuth neuAm 1. September sin’s no 10 Täg Schuelferie. Jetz aber schnell. Was mache mer no demit? Mir sin emol mit ere Fähri uf e Schottischi Insel gfahre. Vor is in de Schlange dütschi Urlauber, villicht so alt wie mir. Do seit eini: »Du, unse Bus isch scho uf de Fähri, gli als erschter. Er stoht uf de pole position.« Am liebschte het i als höfliche Alemann grieft: »Häbitte? Machet ihr Ferie oder sin ihr uf de Flucht - mit ere ganze Reisegsellschaft?« Un was sot do besser sie, wenn mer in de erschte Reihe stoht? Isch es Meer blauer, wenn mer’s als Erschte sieht? Oder schmeckt’s Ale besser, wenn mer alli andere abghängt het? Oder isch des e Befriedigung, wenn mer alli überholt het? Stellet euch emol vor was des gebti: De Erschti an der Ampel, der Erschit uf em Gipfel, de Erschti in de Baiz, der Erschti, wo Karriere macht? Guet? Aber s’ goht jo no witer: De Erschti mit em Herzinfarkt, de Erschti, wo in de Vorruestand gschickt wird un dann au dä, wo am Erschte stirbt? Hauptsach immer uf de »pole positon«? Gang mer furt.

Un dann sait Jesus emol: »Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein; und es sind Erste, die werden die Letzten sein« (Lk.13,20). Macht dä do am End au mit? Mängi läse selli Stell bim Lukas äso, as do de ganze Drängler endlich emol eins uf de Deckel ge wird. I weiss nit. Mir sin do die wichtig, wo suscht immer am End gsi sin, eweg dränglet die eine, die andere immer scho hilfloser as die Schnelle. Un dene am End sait er: »Passet uf, s’ chönnt sie, dass me euch füre bittet. Nit um alles uf de Chopf z’stelle, nai, damit jeder dä Platz überchunnt, wo de richtig für en isch. [mehr...]

Ferien

01.08.2017
Heimburger RainerÜberall sind die Menschen jetzt unterwegs, auf der Straße, den Autobahnen, mit dem Fahrrad, der Bahn, mit Flugzeug und Schiff. Eine seltsame Völkerwanderung, die der gewohnten Umgebung, dem Alltag zu entfliehen sucht. Urlaubszeit. Ferien.

Gibt es Ratschläge für diese schöne Zeit? Ich denke schon. Einer hat gemeint, man solle doch einfach einmal das Wort »Ferien« durchbuchstabieren. Eine gute Idee, fangen wir an:

Da ist als erstes der Buchstabe F. Woran denke ich da? - F, das ist: Fahren, Fliegen. In die Ferne, in fremde Länder. Freiheit, frei sein fällt mir ein. Auch Faulenzen, Feiern, Familienglück. Mancher denkt an Foto, an Filmen, Fußballspielen oder Fischengehen. Und sollen wir's nicht nennen, das Wort Freude? Und Fröhlichsein?

Dann E, woran denke ich bei E? An Erholung, Entspannung. An Erlebnisse, Eindrücke, neue Entdeckungen, Einfälle, Erfahrungen. Auch neue Energie wäre zu gewinnen. An Edelweiß und Enzian mag man sich erfreuen . . .

Als nächstes der Buchstabe R: Reise natürlich, aber nicht unbedingt Raserei. Statt dessen lieber eine Rast unterwegs, auf dem grünen Rasen. An ein Rasenstück denke ich, wie es Dürer gemalt hat, oder an rote Rosen. An Ruhe. Ratsam dann auch Rudern, Radfahren, Reiten oder Rugby. Warum nicht mal Rommé? Auch ein Regentag im Urlaub kann reizvoll sein (wenn man nicht gerade Rheuma hat!).

Danach der Buchstabe I: Dazu fallen mir sogleich neue Stichwörter ein: Interessen zum Beispiel. Initiativen. Oder Ideen haben. Ideale, warum nicht? Auch In-sich-Gehen wäre ein gutes Wort. Ebenso natürlich In-die-Luft-Gucken. Man kann von einer Insel träumen, Indianer spielen, Im-Bett-Bleiben.

Und nochmals ein E. Wir kennen es ja schon von Erholung und Entspannung, von Erlebnissen und Eindrücken her. Essen gehört auch sicher dazu. Ein Eis zwischendurch. Und Einkehr. Vielleicht auch Ehrfurcht. Etwas wie Ehre sei Gott.

Als letztes schließlich der Buchstabe N: Das mag für Natur stehen. Naheliegendes, Niegesehenes.

Nennenswert wären auch Nachdenken, Nächster und Nachbar. Vielleicht auch Nachtleben und Närrischsein, nur nicht nervös! Um am Ende dann: Nach Hause kommen ...
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„An den Bock zu Köln“

14.07.2017
oliverzulaufWenn ich mit Kolleg*innen über das Thema Gottesdienste ins Gespräch komme, höre ich immer wieder auch (Selbst-)kritisches über die Liturgie und die Art wie wir sprechen.

„Fürbitten sind im Gottesdienst manchmal so deplatziert“, „Mir erschließt sich der Sinn von im Wechsel gesprochenen Psalmen nicht“, „warum drücke ich mich so umständlich aus?“. Überraschend ehrliche Statements.

Im Buch von Erik Flügge „Der Jargon der Betroffenheit - wie die Kirche an ihrer Sprache verreckt“ geht es genau darum. Um eines klarzustellen: Zu kritisieren lohnt sich nur das, was man liebt und was einem wichtig ist. Insofern übe ich ein bisschen Kritik an meiner Kirche und als Teil dieser Kirche kritisiere ich mich damit auch selbst. Ich ertappe mich häufig wie mir Formulierungen fremd vorkommen. „Brüder und Schwestern“, „Jesus lädt dich ein“. Selten erlebe ich eine Gemeinschaft von Brüdern und Schwestern und ich oute mich jetzt mal: Eine persönliche Einladung von Jesus habe ich so auch noch nicht erhalten…

Wie kann ich von anderen erwarten, dass sie meine Sprache verstehen, wenn ich es oftmals selbst nicht verstehe? Und warum machen wir nichts dagegen, wenn es doch scheinbar anderen auch so geht? Wovor haben wir Angst?

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„Summertime – and the living is easy“

01.07.2017
Gartenparty„Summertime – and the living is easy“ – Sommerzeit und das Leben ist leicht. Ein wunderbares Lied über den Sommer. Sommer, das ist Wärme, Gelassenheit und Entspannung. Sommer – das ist die Erlaubnis sich leicht zu fühlen. Am Morgen schon einstimmen in das Lied der Amsel. Rosenduft durch die Nase und Seele wehen lassen. Staunen über das Rot des Klatschmohns. Das kühle Wasser im See auf der Haut spüren. Der Sommer schließt uns das Herz auf für die Schöpfung und den Schöpfer. Summertime – Sommerzeit. Jeden Sonntag irgendwo ein Fest.

Ich finde das gut. Dass wir da sind, dass wir einander haben, das muss doch gefeiert werden. Jesus selbst hat auch ganz gern gefeiert. Manchen war das schon zu viel. Die haben ihn schon mal einen Fresser und Weinsäufer genannt. Aber feiern, das muss ihm gelegen haben. Ich stelle ihn mir vor, Jesus, wie er anstößt und lacht und tanzt, viel heiterer als wir uns das vorstellen. Dabei beschreibt uns die Bibel den Himmel wie eine einzige Feierlichkeit: Da wird gesungen und gelacht. Da herrscht ausgelassene Freude.

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Zur Woche der Diakonie

15.06.2017
RKruseAn Litfaßsäulen kommt die Diakonie zur Zeit groß raus. „Mein Beruf ist, die Würde des Menschen zu pflegen.“ Das sagt auf einem der Plakatmotive eine junge Pflegekraft, während sie einer alten Dame im Rollstuhl die Fingernägel rot lackiert. „Mein Beruf ist, die Begabung statt die Behinderung zu sehen.“ Das sagt der Mann, der in einer Werkstatt einen anderen an einer Maschine anleitet. „Mein Beruf ist, Menschen Wärme entgegen zu bringen.“ Das sagt der junge Mann, der einem Obdachlosen irgendwo am Straßenrand aus einer Thermoskanne einschenkt. [mehr...]

Weihnachten – Ostern – und was tun?

01.06.2017
haefele-100pxWas wir an Weihnachten feiern, ist klar: Ein Mensch kommt zur Welt; wenn auch ein ganz anderer als wir…

Was wir an Ostern feiern, geht über alle Erfahrung hinaus und wird uns zur Hoffnung: Dieser Mensch durchbricht die Mauern der Todes.

Und was wir an Pfingsten feiern, ist einfach „unfasslich“ – trotz Begleiterscheinungen wie „Windesbrausen“ und „Feuerzungen“. Zeichen dafür, dass Jesu Jünger von dem Unfasslichen erfasst werden.

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Du siehst mich

15.05.2017
Dusiehstmich KirchentagIn 10 Tagen fahre ich zum Kirchentag nach Berlin. Seit ein paar Wochen steht eine Postkarte mit dem Kirchentagsmotto auf meinem Schreibtisch: auf Orange schauen mich zwei fröhliche Wackelaugen an, darunter, gebogen wie ein Lächeln: „Du siehst mich“.

Gesehen, beachtet, wahrgenommen werden – Selfies und Facebook-Posts sprechen eine deutliche Sprache: Wie wichtig es ist, nicht übersehen zu werden! Die Bibel ist voll von Geschichten, in denen es um´s Hinsehen geht. Nicht mit einem oberflächlichen oder schaulustigen Blick, sondern mit Gottes liebevoller Zuwendung. Ihm bleibt kein Kummer verborgen. Vor ihm kann, vor ihm brauche ich mich nicht zu verstecken. Er meint es ja gut mit mir. [mehr...]

Frühjahrsputz

30.04.2017
Hand mit BohnenVor einigen Wochen las ich in der Zeitung „Gibt es den Frühjahrputz noch?“. Anscheinend machen immer weniger Menschen einen großen Frühjahrputz. Es gibt sogar Seminare, in denen man(n) lernt, richtig zu putzen. Das spornte mich an, nach dem Putzlappen zu greifen und für zwei Stunden die Küche in Angriff zu nehmen und Fronten, Lampen, Herd und Arbeitsflächen gründlich zu reinigen. Ganz im Putz- und Aufräummodus nahm ich mir anschließend auch noch mein Arbeitszimmer zu Hause und in der folgenden Woche mein Büro in Umkirch vor. Ich putzte dort nicht nur, sondern mistete auch gründlich aus. Mindestens zwei Mal lief ich mit einem vollen Papierkorb zur Mülltonne. Das war ein gutes Gefühl.

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Den ganzen Brocken kann niemand herunterschlucken

15.04.2017
OsterkreuzDen ganzen Brocken kann niemand hinunterschlucken. Er muss langsam gekaut werden, damit er bekömmlich ist. So ist es mit Ostern – niemand kann es ganz fassen, was es heißt: Jesus ist als Erster von den Toten auferstanden. Aber die Sonntage nach Ostern geben uns kleine Stücke von Ostern, die wir besser aufnehmen können:

In der Verbindung mit dem Auferstandenen sind wir wie neu geboren – wir sind in das Leben ohne Grenzen bei Gott hineingenommen (1. Sonntag nach Ostern, Quasimodigeniti),

Gott führt uns wie ein Hirte zum guten Ziel, auch wenn der Weg durch ein finsteres Tal führt, das hat er an Jesus Christus mit Ostern gezeigt (2. Sonntag nach Ostern, Misericordias Domini). [mehr...]

April, April!

01.04.2017
DirkBochEiner macht sich auf, konsequent – liebevoll – in Gottes Namen.

Er bleibt nicht stehen, als sie ihn versuchen – verraten - verhaften – verlassen – verhören – verklagen – verspotten und verurteilen.

Er macht nicht kehrt, das Kreuz vor Augen – die Angst im Nacken. [mehr...]

Deutschland erliegt dem Martin-Schulz-Hype

15.03.2017
oliverzulaufDiverse Umfragen zeigen: Wechselstimmung macht sich im deutschen Lande breit. Nun möchte ich keine Wahlkampfwerbung für Herrn Schulz machen. Interessant ist es aber doch, was alles in diesen Mann hinein interpretiert wird:

Dieser Tage musste ich herzhaft lachen, da nun der Kanzlerkandidat der SPD mit Chuck Norris, einem Actionhelden der 80/90-er Jahre verglichen wird. Vielleicht kennen Sie ja Chuck Norris-Witze: „Wie viele Liegestütze kann Chuck Norris? – Alle!“ Um nur einen zu nennen.

Auf Martin Schulz umgemünzt lautet nun mein Lieblingswitz: Wenn Martin Schulz ins Wasser springt, wird er nicht nass. Das Wasser wird sozialdemokratisch.

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Frühling

22.02.2017
SchneeglöckchenJetzt geht‘s wieder los. Die Schneeglöckchen sind schon raus. Und dann geht es Schlag auf Schlag. Überall grün, und das wächst und blüht und macht und tut – Das ist doch Wahnsinn mit dem Frühling. Erst die Mandelbäume und die Magnolien, dann die Narzissen, Tulpen, die Apfel- und die Kirschbäume – die stehen da wie riesige Blumensträuße auf den saftig grünen Wiesen. Was das für’n Aufwand ist – allein die Farben! Das ist doch Verschwendung, wenn sie mich fragen! [mehr...]

Warte ...

15.02.2017
Schwarwald im NebelVillicht hän sie friener druf gwartet, dass sie endlich volljährig werde, oder uf die erschti eigeni Wohnig. Villicht hän sie druf gwartet, bis s’erscht Chind do gsin isch un spöter do druf, dass d’ Chinder gross werde und irgend wenn uf de eigeni Ruhestand und denn do druf, as sie wieder gsund werde. Un was chunnt denn no? Mängi hän mer scho verzellt, as sie uf de Tod warte, wil sie d’ Schmerze nümmi ushalte, oder d’ Einsamkeit. [mehr...]

Wann haben Sie zuletzt die Kirche gelobt?

01.02.2017

Heimburger RainerMeine Augen blieben dieser Tage an einem Lutherwort hängen.

Luthers Landesherr, Kurfürst Friedrich, war krank geworden. Luther schrieb ihm einen kleinen Traktat: „Vierzehn Tröstungen für Mühselige und Beladene.“

Man schrieb 1519, Frühzeit der Reformation. Eine der Tröstungen geht aufs Konto der Kirche. Da ist Erstaunliches zu lesen: „Wenn ich leide, leide ich nicht mehr allein. Mit mir leiden Christus und alle Christen ... So tragen andere meine Last, ihre Kraft ist meine. … Der Glaube der Kirche kommt meiner Angst zu Hilfe … Eines anderen Gebet ist um mich bekümmert … Mit ihrer Ehre wird meine Schande geehrt … Eine so große Sache ist die Gemeinschaft der Heiligen und die Kirche.“

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Es ist an der Zeit

25.01.2017
muench-20142017 und Hoffnung, dass es besser wird als 2016? Eher nicht. Trump, Wahlen in Frankreich und Deutschland, Fake News, Hetze in sozialen Netzwerken und vielerorts auch auf der Straße. Ereignisse, die uns bevorstehen und über die berichtet wird, verdrängen oft die Dinge, die schon gelingen. In einer ruhigen Minute am Ende des letzten Jahres habe ich folgende Zeilen geschrieben, die als Refrain mit vielem, was mich sonst noch beschäftigt, zu einem Lied wurden: [mehr...]

Ich schenke Euch ein neues Herz...

01.12.2016
Schulze-WegenerEs liegt vor uns. Das neue Jahr 2017. Und damit all die bangen Fragen. Alle Jahre wieder. Was wird das neue Jahr bringen? Welchen Herausforderungen müssen wir uns als Gesellschaft und als Einzelne stellen? Werde ich meine Projekte verwirklichen können? Werde ich gesund bleiben?

Besonders der erste Tag im Jahr bringt mich zum Nachdenken denn Neujahr ist ein stiller Tag. Das mag an dem Lärm des 31. Dezembers liegen oder an der kurzen Nacht oder an meiner Müdigkeit. In jedem Fall ist Neujahr eine Gelegenheit, die Stille zu bedenken und in sie hinein zu horchen. In den Augenblicken der Stille kommen Gedanken, für die ich sonst im Alltag nur wenig Raum habe.Während die Welt still zu stehen scheint, kann ich die Welt und mein persönliches Leben betrachten. In mich hinein horchen. Auf Gott horchen. Denn in der Stille ist er zu hören. In die Stille des neuen Jahres höre ich seine Verheißung:

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Sterntaler über Bethlehem?

16.12.2016
SterntalerMia ist fünf Jahre alt. Sie ist eine der kritischen Zuhörerinnen beim großen Vorlesetag im Kindergarten. Ich bin ein wenig aufgeregt. Eigentlich lese ich sehr gerne vor. Aber jetzt, so gänzlich unvorbereitet - hoffentlich geht alles gut! Mia zeigt mir einen Tisch voller Bücher -  ich darf aus einer ganzen Sammlung von Lieblingsbüchern auswählen. Die Gebrüder Grimm - da kann man sicher nichts falsch machen denke ich und lese los...

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Advent

01.12.2016
Per Mail wurde ich darauf aufmerksam gemacht – gerne gebe ich sie Ihnen weiter:

Eine Gebrauchsanweisung für den Advent von Birgit Mattausch:

Sie brauchen:
• 1 Blatt Papier mit Vorder- und Rückseite
• 1 Schachtel Buntstifte, frisch gespitzt
• 1 leere Streichholzschachtel
• 1 Fenster
• 1 Nachthimmel, möglichst mit Sternen
• 4 Küsse [mehr...]

Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein.

15.11.2016
weinendes Kind rundUnd Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen: Tränen der Trauer und des Schmerzes, der Verzweiflung und des Leids.

Ein Bild, das sich mir tief einprägt, mir mehr sagt als viele Worte. Wenn ich mir als Kind wehgetan hatte, lief ich weinend zu meiner Mutter und wurde von ihr getröstet. Sie nahm mich in den Arm, wischte mir die Tränen ab und meistens putzte sie mir noch kräftig die Nase und alles war wieder gut.

Und wie viel mehr als in Kindertagen tut es mir als Erwachsener gut, wenn ich diesen handgreiflichen Trost spüren darf, wenn mich einer oder eine in die Arme nimmt, wenn es eine Schulter gibt, an der ich mich ausweinen darf. Wenn es jemanden gibt, der mir die Tränen abwischt aus meinem Gesicht. Eine Geste, die mehr tröstet als alle Worte. [mehr...]

Kreativer Output ...

01.11.2016

muench-2014Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich nicht in einer Kirchengemeinde, sondern in einer Werbeagentur arbeite. Nicht nur, weil der Platz in meinem Büro für einen Praktikanten der Evangelischen Hochschule, eine Bundesfreiwilligendienstleistende und mich, mittlerweile ähnlich knapp ist, wie in den meisten Start-Ups,

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„Mit allen Christen in der Welt befreundet.“

15.10.2016

EberhardDeuschSo beschreibt die Unionsurkunde von 1821 bereits die weltweite Vernetzung unserer Kirche. Das gehört gewissermaßen zu ihrem Grundauftrag, seit sich in Baden reformierte und lutherische Christen zusammengeschlossen haben. Damit ist auch der Auftrag verbunden, hier vor Ort die Verbindung, d.h. die Freundschaft mit anderen Christen zu suchen. An vielen Orten geschieht dies durch gute ökumenische Verbindungen, nicht wenig davon sogar mit einer offiziellen Vereinbarung.

Inzwischen genügt es aber nicht, nur gute Verbindung zu unseren katholischen Mitchristen zu halten. Das Begegnungsfeld hat sich enorm ausgeweitet und es gibt auch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft eine Fülle unterschiedlicher Glaubensgemeinschaften und Kirchen. Auch da gilt es Beziehungen zu knüpfen und Freundschaften zu pflegen.

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To be continued - Fortsetzung folgt

05.10.2016
Medea TenbergDer typische Schriftzug zu einem Cliffhanger. Er taucht dann auf, wenn man es am wenigsten braucht, dann wenn es besonders spannend wird. Leider ein gern verwendetes Stilmittel in Film und Literatur. Der Held hängt an der Klippe - to be continued. Julia erfährt, dass sie schwanger ist – to be continued. Jemand hat die Kerze im Haus brennen lassen, das Feuer beginnt sich auszubreiten – to be continued.

Man erfährt also nicht, wie es weitergehen wird. Wie ärgerlich, wenn man gerade im Kino sitzt und mitfiebert. Ganz versunken in das Geschehen und nah beim Protagonisten, ist die Neugier riesengroß. Diese drei Worte waren für mich daher bisher eher negativ behaftet. Dennoch haben sich mir gerade diese Worte vom Abschlussgottesdienstes auf dem Konfi-Camp eingeprägt, durch folgenden Zusammenhang: [mehr...]

Leben auf der Baustelle

15.09.2016
Daniela HammelsbeckKennen Sie den Film: „Das Leben ist eine Baustelle“? Derzeit fühlt sich das Leben im Pfarrhaus in Müllheim so an: Seit Wochen wird hier umgebaut, damit demnächst unser Pfarramt in die neuen Räumlichkeiten einziehen kann. Da wird gestrichen und gehämmert, werden Garagen abgerissen und neue Wände aufgestellt. Da gibt es Staub und Lärm und manche Überraschung. Und langsam kann man erkennen: Es wird schön!

„Das Leben ist eine Baustelle“ – der Film von 1997 mit Jürgen Vogel handelt von im Umbruch befindlichen Lebenssituationen. Und irgendwie bauen wir ja alle an unserem Leben – an unserer Biografie, im Beruf, in der Schule, in unseren Beziehungen. Ich erinnere mich gut an ein Bilderbuch aus Kindertagen, das die stetige Veränderung einer Stadt über Jahrzehnte illustrierte, sein Titel: „Hier fällt ein Haus, dort steht ein Kran und ewig droht der Baggerzahn“. So ist das auch im Leben: Abrisse, Um- und Neubauten gehören dazu, eigentlich wird man nie fertig. Manchmal macht es mir Angst, wenn Vertrautes etwas Neuem weichen muss. Manchmal finde ich es aufregend, mein Leben als Baustelle. Immer wieder beginne ich von neuem, versuche es besser zu machen. Und dennoch bleibt Vieles unvollkommen, bruchstückhaft. [mehr...]

Z’ schwierig?

01.09.2016
Wolff Hellmuth neuI weiss nit, was Sie in de Ferie gmacht hen. Villicht isch’s Ihne so gange wie mir. In eme Buech us eme Schwizer Verlag han i e Charte gfunde, wo druf gstanden isch: »Sie haben es geschafft, Sie lesen ein Buch.« E bitzeli frech, aber wer weiss, ob mir des nit au mängmol bruche. Immerhin sage no vieli, sie läse in ihrer freie Zit gern e guetes Buech (das eine au schlechti Biecher liest, han in no nie ghört, die werde numme verkauft). Wellewäg, hauptsach öbber liest und teilt uf die Art Gedanke mit öbber anderem. Zum Bispiel dä:

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Hab ich ein Glück

01.08.2016
AnnikaNickelWenn man der Statistik glauben darf, dann leben in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen die glücklichsten Menschen in Deutschland. Dann hab ich ja „Glück“ gehabt, dass ich in Baden-Württemberg wohne :-) Aber was ist Glück wirklich? Ist Glück nur die „Abwesenheit von Unglück“, wie es der Philosoph Schopenhauer mal ausdrückte?

Die Sache mit dem Glück wird immer dringlicher – es gibt Forscher, die sich nur der Frage widmen, was Glück ist. Das Vorgehen, wie man Glück messbar machen kann, ist relativ einfach: Glück = Zufriedenheit und Zufriedenheit = gelingende soziale Beziehungen (Freunde, Familie, Schule, Arbeitsstelle…) + Gesundheit + befriedigende Tätigkeiten. [mehr...]

"Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit ..."

15.07.2016
Heimburger RainerJetzt wird dieses Lied wieder in den Gottesdiensten gesungen. Denn: Jetzt ist sie wieder da - die Sommerzeit, in der wir uns an bunten Sommerwiesen und rauschenden Bächlein, zwitschernden Vögeln und prächtigen Blumen freuen.

Ob sich alle so am Sommer freuen können? Wie ist das, wenn einem gerade in diesen Wochen das Herz schwer ist? Paul Gerhardt, der unser Lied im Jahr 1653 gedichtet hat, wußte etwas von dieser Traurigkeit. Für seine Frau soll er dieses Lied geschrieben haben. Sie litt seit vielen Wochen an einer grundlosen Traurigkeit, die wir heute Depression nennen würden. Für sie ruft er nun in jeder einzelnen Strophe ganz unmittelbar die kleinen, alltäglichen Wunder des Lebens ins Gedächtnis.

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Und vorne hilft der liebe Gott...

30.06.2016
FlorianBoecherWussten Sie, dass der FC Bayern einen Bibelkreis hat? Nein? Ich hätte das auch nicht vermutet. Aber es ist so. Und eigentlich ist das garnicht so abwegig: Profi-Fussball und Glaube - für mich passt das!

Glaube wird doch oft gerade da als Segen empfunden, wo uns das Leben an unsere Grenzen bringt. Der immense Druck unter dem sich Profi-Fussballer mit Millionengehältern und riesigen Siegerprämien befinden schreit nach einer Entlastung. Für nicht wenige Fussballer besteht diese Entlastung im Glauben an einen Gott, der sich den Menschen nicht im Verhältnis ihrer Spielleistung und Spielstatistik zuwendet, sondern bedingungslos für sie da ist, immer, überall.

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Diakonie ist Chefsache

15.06.2016
RKruseDiakonie ist Chefsache. Schon immer. Und wer staunen kann, tut es angesichts des einhelligen Zeugnisses der Bibel, das uns ins Stammbuch schreibt: Wir haben es mit einem diakonischen Gott zu tun. Er ist da für sein Volk Israel und die Menschen aus anderen Völkern, steht da geschrieben. Er ist ein Gott, der mitgeht durch die Zeiten. Sein Ziel heißt Gerechtigkeit. Er will und kann nicht anders Gott sein als im Eintreten für andere. Und so werden die Profeten nicht müde zu verkünden: Der Gott Israels ist es, der sich die Not der Witwen und Waisen, der Elenden und Bedürftigen zu eigen macht. Er ist HERR – und sonst keiner – und übt Erbarmen, Recht und Gerechtigkeit auf Erden; das ist, was ihm gefällt (Jer 9,23).

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Wir haben da ein Problem...

01.06.2016
haefele-100pxDie Zeit wird knapp... obwohl jeder Tag immer noch 24 Stunden hat. Aber manchmal ist es wie verhext: da ist einfach keine Zeit, weil einfach so viele - Termine sind. Ja, auch schon und erst recht und warum nicht am Sonntagmorgen… die meisten haben da einen Termin - nein nicht mit Gott, sondern mit dem Bett. Kann man ja auch verstehen, wenn es am Abend zuvor bis spät in die Puppen ging oder die Woche tatsächlich ziemlich stressig war. Dann nicht auch noch ein Termin in der Kirche. Aber das nur so nebenbei…

Wir sind einfach ziemlich ausgebucht, denn es ist und läuft und tut sich immer etwas - rund um die Uhr. Nicht mal das Fernsehen macht mal Pause. Warum dann wir? Und eine Familie angesichts diverser Freizeitaktivitäten und divergierender Arbeits- und Schulzeiten unter einen Hut bzw. an einen Tisch zu bringen... Wenn da keine Pizza im Tiefkühlfach liegt, die man mal schnell... [mehr...]

Pray for us!

15.05.2016
Ephraim Kadala trägt ein blaues Band am rechten Handgelenk. Darauf steht der Name eines der 276 Mädchen, die vor zwei Jahren von der islamistischen Terrormiliz Boko Haram aus einer Schule im nigerianischen Dorf Chibok entführt wurden und die bis heute verschwunden sind. Die Armbänder hat «Mission 21» in einer Aktion 2015 als Zeichen der Solidarität verteilt.

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Fußball im Herzen

01.05.2016
Nehmen Sie sich doch einen Moment Zeit, um folgenden Clip zu schauen:

Clip "Fußball im Herzen" bitte klicken!

Es geht um einen Besuch beim ältesten Fanclub Deutschlands. Sehr anrührend erzählen die älteren Damen und Herren von ihrem gemeinsamen Interesse: „Ob ich verroste oder verkalke, ich geh immer noch auf Schalke“, sagt da z.B. der 95jährige Herr und macht sich mit seinem Rollator auf ins Stadion. Die gealterten Fans, die alle im Johanniter-Stift Gelsenkirchen leben, verbindet die Begeisterung für ihren Verein: „Schalke gehört zu Gelsenkirchen. Dat is unsere Heimat, so muss dat auch sein.“

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Humor ist Tragik plus Abstand

15.04.2016
„Humor ist Tragik plus Abstand“, wird Woody Allen, dem Filmregisseur, zugeschrieben. Der Apostel Paulus lebt mitten in der Tragik: Er selbst hat eine belastende Krankheit, wahrscheinlich Epilepsie; als Christ wird er verfolgt, Gefängnis und Prügelstrafe sind die Folge; er selbst ist auf seinen abenteuerlichen Reisen vom Tod bedroht. Gemeindeglieder, zu denen er engen Kontakt hatte, sind gestorben. Eine tragische Situation zum Verzweifeln.
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AUFERSTEHUNG

01.04.2016
Buchstabe für Buchstabe – Wort für Wort. Dieser Aufgabe haben sich Jugendliche aus unserem „Just“-Projekt (soziales Lernen für Jugendliche ab Klasse 9) beim Frühstück ihrer Abschlussfahrt in Berlin gestellt. [mehr...]

Gott ist wie ein Turnschuh

15.03.2016
Es ist 21 Uhr. Der Jugendkreis neigt sich dem Ende zu. Heute haben wir uns über die Gestaltung der Osterkerze für die Kirche Gedanken gemacht. Ich bin zufrieden. Von den Jugendlichen kamen tolle Ideen und ich bin gespannt, wie sich alles umsetzen lässt. Daran wollen wir in der nächsten Woche experimentieren. Ich bin müde. Jetzt nur noch schnell einige Jugendliche für den Küchendienst motivieren und den Gruppenraum aufräumen. Dann ab nach Hause!

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Geheimnisvolles Kreuzworträtsel

01.03.2016
KreuzwortraetselUnter 5 waagrecht suche ich ein anderes Wort für „umsonst“, 6 Buchstaben.  Alles, was mir dazu einfällt, passt nicht: vergeblich, sinnlos... Enttäuschung. Doch halt: Von 8 senkrecht „Passion“ steht schon ein „a“ da und von „Karfreitag“ ein „i“. Ach so, denke ich, und schreibe „Tragik“. Beim letzten Buchstaben zögere ich. Passt das auch zu 11 senkrecht? „Fest des neuen Lebens“? – Da muss doch  „Ostern“ hin. Von „Passion“ das „a“, von Karfreitag das „i“, von Ostern das „s“ – ein anderes Wort für „umsonst“? Schnell streiche ich die „Tragik“ aus und verbessere: g-r-a-t-i-s. Umsonst = gratis!

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E bsundre Schatz

16.02.2016
WolffNo nit lang han i e Lied gfunde, wo’s nümmi in unsi Gsangbüecher gschafft het. Me cha au verstoh, wäge warum: S’ goht um’s älter werde. Wer will denn an so öbbis erinneret werde? Aber de Philipp Hiller het dört mit eifache Wort b’schriebe, um was es goht. Läse Sie emol die zwei Vers:

Wenn dem Verstand, den Augen
die Schärfe nun gebricht,
daß sie nicht viel mehr taugen,
sei Jesus noch mein Licht.

Will mein Gehör verfallen,
so laß dies Wort allein
mir in dem Herzen schallen:
ich will dir gnädig sein!

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Das Wort Gottes ist lebendig

30.01.2016
Schulze-WegenerDie ersten christlichen Gemeinden hatten es nicht leicht. Es gab keine Institution Kirche, keine theologischen Fakultäten, keinen festgelegten Feiertagskalender und auch noch kein klares Bekenntnis, das als Richtschnur in strittigen Glaubensfragen hätte gelten können. Deshalb wurde in den Gemeinden unterschiedlich geglaubt und unterschiedlich christlich gelebt. Nur eines gab es: das Wort Gottes. Im Hebräerbrief heißt es dazu: „Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als ein zweischneidiges Schwert.“ (Hebräerbrief 4,12a) Daran hatten sich alle zu halten. Wobei viele darauf angewiesen waren, dass ihnen andere das Wort Gottes vorlasen, weil sie oft nicht lesen und schreiben konnten. [mehr...]

Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.

14.01.2016
muench-2014Ich muss gestehen, in diesem Jahr tue ich mich mit der Jahreslosung richtig schwer. Natürlich sehe ich die positive Zusage des Trostes, allerdings setzt diese ja im ersten Moment voraus, dass es mir richtig schlecht geht.

Niedergeschlagenheit, Frustration, Wut, Trauer brauchen Trost.

Das sind jetzt nicht die Gefühle, die ich in meinem Leben bevorzuge. Es sind eher Gefühle, die ich ganz weit von mir wegschiebe und ich bin froh, dass meistens positivere Gefühle mein Leben bestimmen. [mehr...]

In der Hand Gottes...

01.01.2016
FlorianBoecherIch sagte zu dem Engel, der an
der Pforte des neuen Jahres stand:
„Gib mir ein Licht, damit ich
sicheren Fußes der Ungewissheit
entgegen treten kann.“

Aber er antwortete: „Gehe nur in
die Dunkelheit und lege deine Hand in die Hand Gottes!
Das ist besser als ein Licht
und sicherer als ein bekannter Weg!“
(Aus China) [mehr...]

In neun Tagen ist Weihnachten.

15.12.2015
Oh Schreck!, mag mancher denken, der mit den Vorbereitungen noch lange nicht so weit ist. Der Countdown läuft. Die passenden Präsente müssen in völlig überfüllten Einkaufsmeilen der Städte ebenso noch besorgt werden wie der Weihnachtsbaum oder die Weihnachtsgans, die schon lange vorbestellt ist. Schließlich soll zum Fest alles da sein. Es soll uns an nichts fehlen. Schon wegen der Kinder.

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„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem!“

01.12.2015
DirkBochJa, so soll es sein – gerade jetzt – wo das Böse uns so nahe gekommen ist – Menschen verschlungen hat – „unschuldige“ Menschen. Es kann jede und jeden treffen – nicht nur im Nahen Osten – der bislang so wohltuend fern war. Er ist uns nahe gekommen – plötzlich – der Nahe Osten – viel zu nahe! Das macht uns Angst! Wir wissen ja schon lange: täglich sterben Menschen brutal durch Terror oder auf der Flucht vor Terror. [mehr...]

November-Frage

15.11.2015
Heimburger RainerWütend und missmutig zieht das kleine Mädchen eine knallrote Omahandtasche hinter sich durch den Park. Sie steht mächtig unter Dampf. Wütend schreit sie immer wieder die Leute an: „Gehört das so??!“

Als sie endlich jemand fragt: „Was ist denn los?“, brüllt sie: „Elvis ist tot!“ – und fängt an zu weinen. So beginnt das Bilderbuch von Peter Schössow mit dem Titel „Gehört das so??!“ Nein, es ist nicht der Elvis, der Sänger mit dem tollen Hüftschwung und der einzigartigen Stimme. Elvis ist der kleine gelbe Kanarienvogel des Mädchens. Elvis ist tot und sie trägt ihn in der knallroten Omahandtasche bei sich.

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Auf dem richtigen Weg ?!

01.11.2015
muench-2014Das Leben steckt voller Möglichkeiten, voller Herausforderungen und Anforderungen. Wir haben heutzutage Zugang zu unendlich vielen Informationen und können so theoretisch alles wissen. Das ist Fluch und Segen zu gleich. Einige mögen auf Grund dieser Möglichkeiten resignieren und sagen: „Ich kann es sowieso nicht alles erfassen, dann brauche ich es doch gar nicht erst zu probieren.“ Wieder andere verzetteln sich vielleicht in Details. Wie finde ich für mich den richtigen Weg? Wie entscheide ich was wichtig und unwichtig ist? Wo setze ich meine Prioritäten? Wann kehre ich um, wenn ich merke, dass ich auf dem falschen Weg bin? Das sind Fragen die mich immer wieder umtreiben.

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„Mission Moves“ – „Unverschämt viel Hoffnung“ - „Unterwegs zu den anderen“

15.10.2015
EberhardDeuschDas waren die drei großen Überschriften über dem diesjährigen 200-jährigen Jubiläum der Basler Mission. Alle drei Überschriften bringen zum Ausdruck, dass es sich nicht nur um eine bewegte Geschichte handelt, sondern dass diese Geschichte uns in unserem Bemühen um die Mission Gottes in dieser Welt auch bewegen und motivieren kann.

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Land in Sicht

01.10.2015
Medea TenbergÜber tausend Jugendliche trafen sich unter dem Motto "Land in Sicht" in Breisach zum YouVent. Sie sangen lauthals diese Zeilen: "Land in Sicht. Komm nimm das Ruder in die Hand. Gemeinsam schauen wir nach vorn, haben die Hoffnung an Bord."

Man kann sich kaum das Gefühl vorstellen, das man haben muss, sieht man endlich wieder Land. Nach einer unendlich langen Schifffahrt über das Mittelmeer beispielsweise. Es muss etwas ganz besonderes sein endlich das ersehnte Europa vor Augen zu haben.

Nach einer Krise, die kaum zu überwinden schien, endlich wieder Boden unter den Füßen zu haben. Es muss ein überwältigendes Gefühl sein, zu spüren, ich komme ans Ziel. Zu merken, bald habe ich es geschafft. Die Hoffnung an Bord nimmt wieder zu. Alle packen noch einmal die Ruder an und sind wieder mutig.

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... er blüht am liebsten im Menschen

15.09.2015
Daniela Hammelsbeck„In sich muss man ihn suchen, er blüht am liebsten im Menschen.“ Mit diesem Satz beginnt die jüdische Dichterin Else Lasker-Schüler einen Brief, in welchem sie blumig-blaue Ausführungen über den Himmel macht. Nicht nur in der Weltliteratur steht der Himmel oft für das, was wir nicht sehen, aber ahnen können. Für Weite und Ewigkeit, die wir nicht fassen, aber hoffen können. Auch die Bibel erzählt von diesem Himmel, der weiter reicht als unsere Erfahrungen von Begrenztheit und Trauer. „Heaven“ sagt die englische Sprache zu diesem Himmel, der mit Liebe, Hoffnung und Gott assoziiert wird. Der profane Himmel, aus dem Regen fällt, den Flugzeuge durchkreuzen und in den Hochhäuser ragen, heißt „sky“. [mehr...]

... er blüht am liebsten im Menschen

14.09.2015
Daniela Hammelsbeck„In sich muss man ihn suchen, er blüht am liebsten im Menschen.“ Mit diesem Satz beginnt die jüdische Dichterin Else Lasker-Schüler einen Brief, in welchem sie blumig-blaue Ausführungen über den Himmel macht. Nicht nur in der Weltliteratur steht der Himmel oft für das, was wir nicht sehen, aber ahnen können. Für Weite und Ewigkeit, die wir nicht fassen, aber hoffen können.
Auch die Bibel erzählt von diesem Himmel, der weiter
reicht als unsere Erfahrungen von Begrenztheit und Trauer. „Heaven“ sagt die englische Sprache zu diesem Himmel, der mit Liebe, Hoffnung und Gott
assoziiert wird. Der profane Himmel, aus dem 
Regen fällt, den Flugzeuge durchkreuzen und in den Hochhäuser ragen, heißt „sky“. [mehr...]

Anderscht halt

30.08.2015

WolffD’ Ferie sin bald umme. Mir sin die Letzschte, aber numme fascht. S’ git no d’Bayern, die sin die Allerletzschte (nai, nit s’ allerletzscht), also wenn’s um d’ Ferie goht, suscht sin sie gern die Erschte. Me waiss nit, warum sie zwei Täg länger Ferie mien mache wie mir. Aber schients muess es so si. Schient’s goht’s ne ums Prinzip.

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Sie sind gelb, klein, pillenförmig...

01.08.2015

alohf... tragen meist eine blaue Latzhose und eine Schweißerbrille. Aktuell sind sie überall: auf Bettwäsche, Tassen, Kleidung und vielem mehr. Niemand kann sich ihnen entziehen: den Minions, die aktuell die Kinos erobern.

Seit Menschengedenken bevölkern sie die Erde und dienen den bösesten und beeindruckendsten Kreaturen, die sie finden können. Dabei verlieren sie niemals ihren Humor, ihre gute Laune und ihre Freude daran, sich gegenseitig zu foppen. Die letzte Suche nach einem neuen, möglichst bösen Boss blieb jedoch erfolglos. So ziehen sich die tollpatschigen Wesen in eine große Eishöhle zurück, wo sie einen eigenen Minion-Staat gründen.

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Laudato si`, mi` Signore – gelobt seist Du, mein Herr

15.07.2015

Florian Boecher„Laudato si“ - der Titel dieses bekannten neuen geistlichen Liedes ist gerade in vieler Munde. Diesmal jedoch nicht des Singens wegen: Papst Franziskus hat seine jüngst erschienene Umweltenzyklika so benannt. Franziskus entwickelt darin eine ganzheitliche Ökologie, die sich nicht nur auf Themen des Natur- und Klimaschutzes beschränkt, sondern auch das „große Ganze“ im Blick hat. Als Adressaten sieht er dabei die ganze Menschheitsfamilie: Sie, mich, uns.

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„weil jeder von uns einmal Hilfe braucht“,

15.06.2015

Rolf lachend 2Es ist ein Moment, der berührt, weil er die Würde des Menschen preist. Das Plakat der diesjährigen Woche der Diakonie hält ihn fest.

Zwei Frauen kommen da einander nahe. Von alterswegen könnte die eine mühelos die Mutter der anderen sein. Ihre rechte Hand liegt in der der jüngeren, die sie stützt – und sie lächelt ...

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„In dem rasenden Getümmel

31.05.2015

schenk uns Glaubensheiterkeit...“ (EG 137,8)

haefele-100pxSie hätten sich ja gleich Ziele setzen und diese tatkräftig umsetzen können. Also keine Zeit vergeuden, sondern sofort ans Werk gehen. Stattdessen erlauben sie sich den Luxus in Klausur zu gehen. Sie ziehen sich zurück - und warten. Es steht nämlich noch was aus, was sie nicht selber machen können und doch dringend brauchen. Denn ohne diese verheißene „Kraft aus der Höhe“ können sie ihren Auftrag gar nicht erfüllen, sondern erzählen den Leuten vielleicht mit kraftlosen Worten recht nette Geschichten.

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Spickzettel für die Seele

15.05.2015

DH2-3943„Einen Spickzettel benutzen ist gar kein Problem!“ An diesen Satz meines Lateinlehrers kann ich mich bis heute gut erinnern. Er hat uns geradezu ermutigt, unregelmäßige Verben oder Grammatikregeln auf einen Spickzettel zu schreiben. In der Arbeit durften wir ihn dann zwar nicht verwenden, aber ansonsten immer dann, wenn wir nicht weiter kamen. Und es war ein gutes Gefühl, diese Gedächtnisstütze in der Hosentasche zu haben.

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Emoji?!

01.05.2015

alohf„Du bist so bescheuert!“ lese ich auf meinem Handy. Keine sehr nette Nachricht einer guten Freundin. Jedenfalls auf den ersten Blick. Aber ich kann zum Glück herzlich dabei lachen, denn sie fügte noch einen Smiley hinzu. Dieser grinst breit, kneift dabei die Augen vor lachen zusammen und ihm kullert links und rechts eine große Freudenträne runter.

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Was Gott alles wachsen lässt...

15.04.2015

Herr Geyer, DekanEr hat Krieg erlebt, 30 Jahre lang; er hat um seine Frau und um seine Kinder getrauert. Als Gegenmittel gegen Frust gibt er sich und uns einen Rat: „Geh aus mein Herz und suche Freud“.

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Umparken im Kopf – oder was uns bevorsteht...

01.04.2015

boch-2014Schauen wir die Hummel an, dieses kleine possierliche Tierchen! Die Hummel hat eine Flügelfläche von 0,7 Quadratzentimetern bei einem Gewicht von 1,2 Gramm. Nach den uns bekannten Gesetzen der Flugtechnik ist es unmöglich, bei diesem Verhältnis von Flügelfläche und Gewicht zu fliegen.

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Kindliche Naivität?

15.03.2015

AnnikaNickel„Und sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrühre. Die Jünger aber fuhren sie an. Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“ (Lk 10, 13 – 15)

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Die Beziehungskiste

01.03.2015

Heimburger RainerNach unserem Umzug bringe ich mal wieder mein Adressbuch auf Vordermann. Es ist mit den Jahren ziemlich umfangreich: Ämter, Ärzte, Kolleginnen und Kollegen, Freunde, Familie. Die meisten haben inzwischen eine E-Mail-Adresse. Bei manchen habe ich den Geburtstag notiert, um ihnen mit einer Karte gratulieren zu können. In der Reihenfolge des Alphabets stehen sie aufgelistet, Name für Name.

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Verlieren und finden

15.02.2015
wolff-2014Gedanken zu Markus 8,31ff

Es hatten schon zu ihren Jahren
die Jesusjünger dies Gebaren:
Sie zogen nach Jerusalem,
um ihren Jesus dort zu sehn
als König und als General,
und jeder sich als Feldmarschall!

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Noch 70 Tage…..

01.02.2015

OP Portrait 2011-1Wenn ich es als kleiner Junge wieder einmal nicht abwarten konnte, dann hat meine Mutter gesagt: „Noch drei Mal schlafen. Dann ist Weihnachten“. Oder: „Du musst noch zwei Mal Aufwachen, dann ist Ostern!“ Tage zählen hilft, die Zeit zu verkürzen und das langwierige Wartenmüssen besser einzuschätzen. Tage zählen hilft, sich vorzubereiten auf das, was man erwartet. Tage zählen hilft auch, die Zeit bewusster zu erleben. 

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Die Stadt der Liebe ...?

15.01.2015

 MG 0072„Wenn der liebe Gott sich im Himmel langweilt, dann öffnet er das Fenster und betrachtet die Boulevards von Paris.“ (Heinrich Heine)

An diesem Zitat von Heinrich Heine ist mit Sicherheit viel Wahres dran. Es gibt wohl wenige Städte auf der Welt die so umtriebig sind wie Paris. Das durfte ich zu Beginn des Jahres erleben, als ich zum ersten Mal die französische Hauptstadt besuchte. An den Knotenpunkten der Stadt tummeln sich Menschen aller Kulturkreise. Es werden Fotos geschossen, Souvenirs gekauft, es wird durch Geschäfte flaniert und Schlange gestanden.

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Bunt, kreativ, gegen den Strich...

01.01.2015

alohfIn meinem Kopf höre ich es ihn noch sagen: „Es riecht so gut nach Wurst“. Gonzo liebt Wurst und würde sich am liebsten in die Metzgerei des Ortes einheiraten. Wären da nur nicht die gute Vorsätze!

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Vertreibt's die Finsternis...

15.12.2014

DH2-3943Behutsam drückt er die Klinke hinunter. Wie so oft in den letzten Monaten hält er einen Moment inne, bevor er eintritt. Er kann vorher nie wissen, was ihn erwartet. Auf den ersten Blick scheint sie heute ganz guter Dinge zu sein. Sie sitzt am Tisch, schaut kurz auf, als er sagt: „Guten Morgen, ich bin's.“ Er gibt ihr einen Kuss auf die Stirn. Ob sie ihn heute Morgen erkennt? Er vermag es nicht zu sagen.

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High Noon mit Gott

01.12.2014

oliverzulaufEine Geschichte im Alten Testament berührt mich besonders und ich möchte Sie mit Ihnen teilen. Es ist Jakobs Kampf mit Gott am Jabbok. Jakob ist für mich das Paradebeispiel eines ehrgeizigen Mannes. Einer, der alles unter Kontrolle haben möchte.

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Ein letztes Mal

16.11.2014

kleinAGH100903schreibe ich den Begrüßungstext für die Startseite der Homepage dieses Kirchenbezirks. „Ein letztes Mal …“ – das gilt für vieles, was ich in diesen Wochen tue. Ich werde zum neuen Jahr den Kirchenbezirk verlassen und eine neue Stelle antreten. Abschied ist angesagt. Und da passt es, dass diese Wochen vor dem Wechsel in den Herbst fallen, der ja gleichfalls etwas von Abschied hat. Die Blätter verabschieden sich von den Reben, Büschen und Bäumen.

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Just (together)

01.11.2014

muench-2014Lernt, Gutes zu tun! Sorgt für das Recht! Helft den Unterdrückten! Verschafft den Waisen Recht, tretet ein für die Witwen!
 (Jesaja 1,17)

Jugendliche – Unterwegs - Sozial – Together (Gemeinsam) oder kurz „Just together“ so heißt das neue Kooperationsprojekt zwischen Jugendarbeit und Schule, dass in einer Kooperation aus Bezirksjugendwerk, Schuldekanat, Diakonischem Werk und Kirchenbezirk entstanden ist.

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E bitzeli komisch losst sich des a...

15.10.2014

wolff-2014Ehre Gott mit deinen Opfern gern und reichlich, und gib deine Erstlingsgaben, ohne zu geizen. (Sirach 35,10)

Un wen mer witerliest, wird’s au nit besser: »Denn der Herr, der vergilt, wird dir’s siebenfach vergelten« (V13). Do chönnt me maine, me sot mit Gott handle: Ich gib dir des, du mir defür säll, so e Art Bestechig. Un erlaubt isch’s au no. So hen sich mänge des immer scho vorgstellt mit em Glaube. 

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Mehr als du brauchst ...

01.10.2014

alohf

Ich laufe mit warmer Jacke durch die Straße und genieße die kühle frische Luft an diesem Herbstmorgen. Nebelig ist es, die Sonne noch nicht zu sehen. „Nun kommt der Winter“ denke ich. Heute Nacht war es wirklich kalt. „Zum Glück habe ich noch Zeit für einen Kaffee!“

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Vom Weinstock und seinen Reben…

15.09.2014

OP Portrait 2011-1Wenn die Reben- so wie auf dem Bild zu sehen- kraftvoll im Laub stehen und die Trauben deutlich wachsen und Form annehmen, dann ist klar, dass der Hochsommer vorbei ist und sich Herbst naht. Und mit dem Herbst die Erntezeit. Nun soll sich (die zum Teil ja sehr mühevolle) Arbeit lohnen, es zeigt sich, ob die Saat ist aufgegangen und die verdiente Ernte eingefahren werden kann.

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Gewiss!

30.08.2014

boch-2014Sei getrost und unverzagt, fürchte dich nicht und lass dich nicht erschrecken! (1.Chr 22,13)

So spricht David zu seinem Sohn Salomo. David hat vieles vorbereitet für den Tempelbau – jetzt ist er alt und lebenssatt - er spürt: ein anderer muss das große Projekt vollenden. Und so übergibt er die Arbeit an seinen Sohn Salomo, macht ihn zum König, gibt seine Macht ab.

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"Singt dem Herrn, alle Länder der Erde!"

15.08.2014

DeuschVerkündet sein Heil von Tag zu Tag!“ Dieser schönen Aufforderung „Singt dem Herrn, alle Länder der Erde“ durfte ich in den Pfingstferien mit zehn Menschen aus unserer Gemeinde und unserem ökumenischen Mitarbeiter Pfarrer Moto-poh in seiner Heimat Kamerun nachkommen.

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Ist die Welt friedlicher geworden?

01.08.2014

Zobel-100pxAls vor 100 Jahren sich in Europa die Völker den Krieg erklärten, ahnten sie nicht, dass sie 4 Jahre später 17 Millionen Tote beweinen werden. Sie taten am Beginn so, als ob es immer nur Sieger geben könnte – und das sei immer das eigene Volk. Am Ende mussten sie feststellen, dass die Welt zumindest in Europa ein anderes Gesicht bekommen hat: Grenzen wurden neu festgelegt, Monarchien in die politische Bedeutungslosigkeit verabschiedet, vom großen Habsburger Reich blieb nichts mehr übrig, neue Staaten entstanden, mehr Völker konnten selbstbestimmt leben. Doch bei allem Leid und allen Folgeproblemen des Krieges gab es kein breites Bewusstsein, den Krieg als Mittel der Vernichtung zu ächten und deshalb auch zu verbieten.

Die Welt ist damals anders geworden, aber nicht friedlicher.

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Nichts müssen...

15.07.2014

IMG 0025Sommerzeit: Die Tage bis zum Urlaub lassen sich zählen. Ferien gebucht, Reiseführer gekauft, Koffer vom Speicher geholt. Bald kann es endlich losgehen!

Und dann? Ankommen. Zum ersten Mal ausschlafen. Auch innerlich ankommen. Endlich Urlaub. Unbekümmert in den Tag leben. Sorglos, munter, unternehmungslustig.

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Meinen verzagten Mut in die Sonne halten

01.07.2014

DH2-3943Das Licht und die Wärme, die langen Tage und die lauen Nächte, die Farben und die Früchte, das Zirpen und das Zwitschern, die Düfte und Aromen, die unglaubliche Fülle: Mir kommt es jedes Jahr wieder so vor, als ob im Sommer Gottes Liebe überfließt. Als ob sich Gott im Sommer an uns verschwendet. Was für ein Wunder!

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Rückblende...

15.06.2014

Rüdiger SchulzeWeiler / St.Germanshof zwischen der Pfalz und dem Elsaß am 6. August 1950: Die deutsch-französische Grenze ist auch an diesem beschaulich-ruhigen Flecken fünf Jahre nach dem 2. Weltkrieg noch streng bewacht.

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Liebe is' ...

01.06.2014

JE9R8191Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.
 (Monatsspruch aus Gal 5,22-23)

Unser Monatsspruch für den Juni zählt ja so allerhand auf, was als Frucht des Geistes benannt wird. Dass auch die Liebe nicht fehlen darf, ist da fast schon logisch.

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Lebendige Partnerschaft!

15.05.2014

moto poh besserUnser Kirchenbezirk unterhält nun seit etwa 32 Jahren eine lebendige Partnerschaft mit dem Kirchenbezirk Bui in der Nord-West-Provinz Kameruns. Dafür dürfen wir Gott danken! Und ich freue mich, dass ich als Pfarrer der Partnerkirche eine Art Bindeglied zwischen diesen beiden Kirchen sein darf.

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Was eim alles ifallt zum erschte Mai…

01.05.2014

wolff 100Maibaumstelle, Blosmusik und Maihock, de andere de Maibaum absäge, villicht e Gerichtsverfahre, wenn me verwütscht wird, wege »Gefährdung der öffentlichen Sicherheit«, Tanz in de Mai, die eindi oder anderi Schlägerei nachts um halber drei, Maiusmärsch, mit un ohni Chäschte Bier… Eigentlich isch dä Tag doch de »Tag der Arbeit«. Me merkts au no, s’ git jo Versammlige vo de Gewerkschafte, aber do göhn numme no d’ Insider hi, warum soll’s dene besser goh als de Chilche mit ihre Fiirtig?

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Ostern?!

15.04.2014

Boch-100xorigAm Sonntag, den 20. April feiern wir Ostern. Machen wir uns auf etwas gefasst. Denn dieser Tag wird uns als Christinnen und Christen dieses Jahr nicht allein gehören.

Denn es gibt sie noch, und nach meinem Eindruck wieder mehr. Menschen, die am 20. April 2014 den 125. Geburtstag Adolf Hitlers feiern werden.

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Eigentlich...

01.04.2014

alohfQuietschend schließe ich meinen Briefkasten auf und würge den großen Haufen Papier aus dem kleinen Kasten. Das meiste ist lediglich Werbung für unzählige Produkte, dann noch ein paar Rechnungen, aber dazwischen erspähen meine Augen eine kleine bunte Ecke, die mir ein Lächeln abgewinnt.

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Wieder wird mit allen Tricks gearbeitet!

15.03.2014

Heike siepmann... jetzt hat also wieder die Fastenzeit begonnen.

Wenn ich mich ein wenig umhöre, so fasten die Menschen in meinem Umfeld die durchaus üblichen Dinge: da wird auf Süßigkeiten und Alkohol verzichtet. Manche reduzieren das Rauchen oder essen bewusster bzw. gar kein Fleisch.

Mitunter wird da dann auch von „Bonustagen“ erzählt, die man sich in den 7 Wochen als „fastenfrei“ gönnt, z.B. zum runden Geburtstag des Schwiegervaters o.ä..

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Fastenzeit - Verzicht ohne Überforderung

01.03.2014
OP Portrait 2011-1Wir haben Anfang März. Der Beginn des neuen Jahres liegt bereits zwei Monate zurück. Die Erinnerungen an den Jahreswechsel verblassen langsam. Und damit wohl auch die zahlreichen guten Vorsätze, mit denen wir im Allgemeinen das Jahr beginnen. Was haben Sie sich so vorgenommen, was wollten Sie unbedingt gleich noch im Januar auf den Weg bringen oder erledigen? Wollten Sie etwas für Ihre Gesundheit tun? [mehr...]

Sie hätten das doch auch gerne...

15.02.2014
Zobel-100pxEine positive Berichterstattung in den öffentlichen Medien, über sich selbst, über Ihre Arbeit, eine objektive Darstellung des Geleisteten und der Erfolge, eine öffentliche Wertschätzung. Tue Gutes und erzähle und berichte davon, wird uns in kirchlichen Kreisen immer wieder geraten. So viel Gutes geschieht im Verborgenen der Gemeinden. [mehr...]

Ruhe. Auszeit. Gott.

01.02.2014

Foto Medea TenbergUnd wieder einmal muss ich merken, wie schwer es ist Ruhe zu finden.

Da will man sich zurück ziehen und eine Andacht schreiben, sich mal eine Auszeit nehmen und ganz auf Gott konzentrieren, mal so richtig zur Ruhe kommen - das Telefon klingelt - „Ahh, hallo Mama..“- und es ist erst einmal vorbei mit der Ruhe, der Auszeit, der Zeit für Gott. Schließlich hat man sich alles in Seelenruhe angehört. Das Ohr glüht, aber man weiß, es hat sich gelohnt. 

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"Wisst ihr noch, wie es geschehen?

15.01.2014

haefele-100pxNatürlich ist schon wieder einiges geschehen – im neuen Jahr. Obwohl erst vor ein paar Wochen, scheint die Hürde „Jahreswechsel“ schon ziemlich hinter uns zu liegen. Und wie der Jahreswechsel, so erst recht Weihnachten. Fast schon wieder vergessen. Oder war da überhaupt etwas - Entscheidendes? 

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„Gott nahe zu sein …

01.01.2014

kleinAGH100903… ist mein Glück.“ Die Jahreslosung aus Ps 73 klingt nach einer Selbstverständlichkeit für jeden gläubigen Menschen.

(Nebenbei bemerkt: Es ist ein schönes Zeichen ökumenischer Weite, dass man sich bei der Evangelischen Brüder-Unität für die Fassung der – in der katholischen Kirche gebräuchlichen – Einheitsübersetzung entschieden hat, die in diesem Fall besser gelungen ist als die Lutherübersetzung.)

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Advent - diesmal anders?

15.12.2013

Zobel-100px„Ob ich es wohl dieses Mal schaffe“, sagte die Frau und schaute mich fragend an, „aber ich will es wieder versuchen“, fuhr sie fort, als ich ihr den Kalender „Der Andere Advent“ überreichte. „Die letzten Jahre wollte ich immer wieder bewusst diese Wochen vor Weihnachten leben – mir bewusst jeden Tag eine kleine, eine besinnliche Zeit nehmen. Irgendetwas hat mich immer daran gehindert. Doch dieses Mal soll mir der Kalender als Begleiter dabei helfen.“ Die Adventszeit sei nicht eine Zeit wie jede andere.

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Es war schon leichter...

01.12.2013

... Menschen, um Ihre Hilfe für „Brot für die Welt“ zu bitten.

Boch-100xorig„Die Kirche hat genug Geld“, höre ich in diesen Tagen besonders oft – lose verknüpft mit Skandalen um astronomische Baukosten, Kirchensteuer u.a. Was soll ich antworten? Wie die notwendigen Unterscheidungen einbringen?

Ja, die evangelische Kirche in Deutschland verfügt über Geld. Und Sie setzt dieses Geld ein – für die Menschen hier bei uns und in den ärmsten Gegenden der Welt. Ob da die Prioritäten stimmen, frage ich mich selber oft.

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Gehalten

01.11.2013

Daniela HammelsbeckSie sitzen vorne in der ersten Reihe, unter den Angehörigen. Die Frau, die ein Taschentuch in der Hand hat und sich immer wieder Tränen aus dem Gesicht wischt. Und das Kind, das sie im Arm hält. Es schläft, sein Kopf liegt auf der Schulter der Mutter.

Ich betrachte die Beiden von der Kanzel aus, in der Friedhofshalle. Ich habe sie im Blick, während ich die alten Worte aus der Bibel vorlese. Wie oft habe ich sie schon gelesen, und heute noch einmal neu:

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"Was würde deine Oma sagen?"

01.10.2013

Da duftet es nach Äpfeln. Da ist der Tisch reich gedeckt. Die Vielfalt der Schöpfung ist offenkundig und wir danken Gott ganz bewusst für die vielen Früchte und die reiche Ernte. Die Rede ist hier vom Erntedankfest das Anfang Oktober in den Gemeinden gefeiert wird. 

Heike siepmann„Früchte“ etwas anderer Art ernten wir in der letzten Zeit mit „Slant“. „Slant- der etwas andere Blickwinkel - zum Entdecken von Bibeltexten“* überraschte uns in Sitzungen mit KollegInnen, als auch mit Jugendlichen.

Bei diesem Kartenspiel lassen sich biblische Texte neu entdecken, andere Zugänge werden eröffnet und man kommt miteinander (jugendgerecht) über persönliche Glaubenserfahrungen ins Gespräch.

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Der Regenbogen wartet nicht...

01.09.2013

„Ich packe meinen Koffer und nehme mit...“ Dieses Spiel kennen Sie wahrscheinlich. Alle, die mitspielen, überlegen sich einen Gegenstand, den Sie mitnehmen und in den Koffer legen. Da dieses Spiel nur mit Worten gespielt wird, kann hier alles ohne Platzmangel, Gefahren und Unmöglichkeiten eingepackt werden.

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So kann ein Eichhörnchen ohne Probleme neben ein Krokodil gepackt werden, dazu ein Traktor oder ein Flugzeug und auch ein Regenbogen darf gerne eingepackt werden.
Alles was der- oder demjenigen eben wichtig ist, wird in den Koffer gepackt. Nun muss man sich diese Dinge nur noch merken, denn Ziel des Spiels ist es, alle in den Koffer gepackten Gegenstände in der aufgezählten Reihe benennen zu können. 

Sich auf eine Reise machen bedeutet immer auch einen Koffer, eine Reisetasche oder einen Rucksack zu packen. Und leider werden dabei ja nicht nur Worte eingepackt, der Platz ist begrenzt und leicht geht das Reisegepäck gar nicht mehr zu. Dann muss gedrückt oder gequetscht werden, manchmal auch mit Hilfe von anderen! Mit unserer gelebten Zeit ist es hier manchmal ganz ähnlich.

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Es kommt darauf an, was man daraus macht ...

01.08.2013

 Vielleicht kennen Sie den Satz »Da musst du hin!!!« Ich bekomme ihn manchmal zu hören, wenn ich jemand von meinen Urlaubsplänen erzähle. Dann wird rasch aufgezählt, was es in besagter Gegend alles zu besichtigen gäbe. Ich bräuchte mir gar keine eigenen Gedanken mehr zu machen ... Aber unverhofft kommt oft und so gibt es hin und wieder einen »Treffer« unter den gar nicht so sehr erbetenen Tipps.

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Ich selber kann und mag nicht ruhn ...

01.07.2013

 Es ist immer noch gut bekannt und recht beliebt. Zwar pfeifen es nicht die Spatzen von den Dächern, aber hin und wieder wird zumindest in kirchlichen Kreisen gerne gesungen: „Geh aus mein Herz und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit…“ 

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Worte, die beflügeln

19.06.2013
RKruseUnter dem Blau eines Frühsommertages oder hoch oben auf Kandel, Feldberg oder Blauen wird mir der Himmel nicht selten zu einem Bild für die Sehnsucht. Das wär´s doch: Einmal alles hinter sich lassen! Ein ganz anderer sein! Sich aufschwingen und sehen, was hinter den Horizont ist. Ja, über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein ... [mehr...]

Zärtliche Briefe in dunkler Zeit

01.06.2013
Daniela HammelsbeckLieneke ist sechs Jahre alt, als 1940 deutsche Truppen die Niederlande besetzen. Als die Deportationen beginnen, taucht die jüdische Familie unter. Die vier Kinder erhalten einen neuen Namen. Lieneke, die Jüngste,  kommt nacheinander bei verschiedenen fremden Familien unter, die das Kind unter großer Gefahr für ihr eigenes Leben versteckt halten. Fortan darf Lieneke nicht mehr das Mädchen sein, das sie war, und so lebt sie in zwei Welten. [mehr...]

Geisterstadt des Glaubens?

01.05.2013

 Auf die Entfernung sah ich nur ein schwarzes Loch in einer eigentümlich geformten Felsformation. Wir näherten uns über staubige Wege dem niedrigen Eingang in die Dunkelheit. Wenige Meter davor blieb der Blick haften auf erdroten Mustern, die den Rand der Höhle säumten. Dann stiegen wir hinein, hinweg über längliche Mulden im Boden. Die Augen gewöhnten sich bald an das dumpfe Licht. Wir staunten über das, was sich uns auftat - eine Altarnische, verziert mit einfachen Bändern, Andeutungen von Blumen und ein einfaches Kreuz, alles in der gleichen roten Farbe. Alles ganz einfach.

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"Die Bedeutung des Tages zu spät erkannt"

01.04.2013

 bad news are good news - da verstehen die Pressemenschen schon ihr Handwerk. Schlechte Nachrichten erregen immer größere Aufmerksamkeit, ob es nun um eine Drogenabhängigkeit eines Promis geht oder um eine Massenkarambolage auf der Autobahn. Was hat sich wohl der geneigte Leser bei dieser Überschrift auf der Müllheimer Lokalseite der Badischen Zeitung gedacht? Ein Blick in den Artikel brachte dann die Aufklärung. Der ortsansässige Gewerbeverein hat nicht erkannt, dass zwei Dinge wohl nicht gut zusammenpassen: die Autoschau der neusten Modelle von Genfer Autosalon in der Innenstadt und in der Fußgängerzone verbunden mit einem verkaufsoffenen Sonntag und der Palmsonntag. Erklärend wird ergänzt: "Der Zeitraum sei durch den Frühlingsanfang und die internationale Autoschau definiert, ein Ausweichen nur begrenzt möglich."

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Loslassen

01.03.2013

Arnold Glitsch-HünnefeldDie Wochen vor Ostern gestalte ich für mich als Fastenzeit, als eine Übung im Loslassen. Ich verzichte auf einige liebe Gewohnheiten und gewohnten Genüsse. Zum Beispiel die Kekse, die ich sonst zusammen mit dem Nachmittagskaffee an den Schreibtisch mitnehme. Gerade diese süßen Kleinigkeiten zwischendurch erinnern mich daran, dass jetzt Fastenzeit ist – immer dann, wenn ich den Impuls verspüre, etwas Süßes zu mir zu nehmen. So werden diese Impulse zu Hinweisen, dass jetzt etwas anderes Priorität hat, das sonst im Alltag leicht mal untergeht: Dem nachzudenken, was Gott in Jesus Christus für mich getan hat, wie er für mich eingetreten ist und immer wieder für mich eintritt. Und ganz nebenbei merke ich in diesen sechseinhalb Wochen: Es geht auch ohne – Süßes zum Beispiel.

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Ein Freund, ein guter Freund

01.02.2013

in den dreißiger Jahren war ein Lied der Comedian Harmonists ein großer Hit und ist es bis heute geblieben:

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Ein kleines Zeichen...

01.01.2013

alohfAuf der Autobahn: Das Radio läuft, die Gespräche auch und die Landschaft zieht nur so an uns vorbei. Aber dann leuchten plötzlich viele rote Lichter vor uns und fangen an zu blinken. „Oh nein“ höre ich schon von der Rückbank.

Wir stehen und auch unsere Stimmung scheint stehengeblieben. Aber nicht nur uns geht es so, auch in den Autos neben, vor und hinter uns sehe ich in genervte, wütende und pessimistische Gesichter.

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Advent: was anderes einläuten

01.12.2012

 Die keksverkrümelte Adventszeit war ursprünglich so was wie vor Ostern: Fastenzeit. Loslassenzeit, Sich-befreien-Zeit, Neue-Wege-wagen-Zeit. Mit dem ersten Advent könnte also nicht nur eine neues Kirchenjahr eingeläutet werden, sondern auch eine neue Sicht auf mein Leben.

Beim Blättern eines evangelischen Magazins bin auf ein seltsames Motto gestoßen: Leben statt kleben. Das hat mich seitdem nicht mehr losgelassen. Denn, wenn ich in unseren Keller schaue ...

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November ...

01.11.2012

kleinAGH100903„Nothing lasts forever, even cold November rain“ – „Nichts währt ewig, nicht einmal kalter Novemberregen“ sang Axl Rose im gleichnamigen Stück der Guns n‘ Roses, ihrer vielleicht erfolgreichsten Hymne. Offenbar haben sie damit einen Nerv getroffen. Manche würden den November am liebsten aus dem Kalender streichen oder einfach überspringen – direkt in die Adventszeit hinein. Oder der November sollte wenigstens das Gewand des goldenen Oktober anbehalten. Doch nothing lasts forever …

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Die Blätter fallen wie von weit ...

01.10.2012

Jörg Wegner, PfarrerHerbst ist so eine Zeit; da kehrt etwas mehr Ruhe ein. Da nehme ich gern die große Teetasse, lege beide Hände um sie, damit die Finger die Wärme aufnehmen. Das sind beste Bedingungen für gute Gespräche.

Manchmal fallen dann die Worte ebenso gelassen wie vorm Fenster die Blätter.

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Die Kirche bleibt im Dorf

01.09.2012

 ein Film, eine Komödie, eine schwäbische noch dazu. So wird das Filmereignis angekündigt und beworben. Ob man damit heutzutage noch Geld verdienen kann und ob man damit abends gar Zuschauer vom Biergarten abhalten kann? Kirche war sich in der letzten Zeit der Aufmerksamkeit sicher, wenn es um Skandale ging, um Missbrauch, um einen ergebnislosen Papstbesuch – Negativschlagzeilen.

Hier jedoch wird geschwäbelt, gestritten – mit wenig Ernst, um den Verkauf einer Kirche an einen Amerikaner, der glaubt, darin einen geheimnisvollen Schatz zu finden. Komik, Slapstick, Witz – alles kommt darin vor. Und am Schluss nach 100 Minuten bleibt die Kirche wirklich im Dorf, wenn auch an anderer Stelle.

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Ich schäme mich des Evangeliums nicht..

01.08.2012

 In der Diskussion um das Beschneidungsverbot an Jungen durch das Kölner Landgericht vom 7. Mai 2012 wird in Internetforen und Leserbriefen nun sogar das Verbot der christlichen Kindertaufe gefordert. Kleine Kinder in die Gemeinschaft der Glaubenden aufnehmen und sie christlich erziehen sei ein Verstoß gegen das Menschenrecht auf freie Religionswahl.

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Meine Seele ist stille zu Gott, der mir hilft. Psalm 62,2

01.07.2012

Ein Vormittag am geöffneten Fenster meines Arbeitszimmers: Lärmende Boxen, die als Autos getarnt, mich mit der Musik versorgen, die ich nicht hören will, mir aber aufgenötigt wird. Laubsauger und Benzinrasenmäher künden vom nimmermüden Fleiß der Häuslebauer und -besitzer oder Hausmeister. Lautstarkes Gehupe am frühen Abend künden von der Anteilnahme am Sieg irgendwelcher kickender Millionäre über andere kickende Millionäre, die mit der angeblich wichtigsten Nebensache der Welt beschäftigt sind.

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Wir sollen diese Welt gebrauchen, als gebrauchten wir sie nicht. 1. Korinther 7,29

01.06.2012

ballGleich nach der Schule haben wir uns getroffen, um miteinander Fußball zu spielen. Das machte Spaß: Rennen, abspielen, einen Ball ins Tor schießen. Freude, Niederlage, alles steckte in diesem Spiel, was das Herz von Kindern und Jugendlichen erfreuen konnte (und kann?).

Dann kam die Phase als Fan, als es beruflich und vor allem hinsichtlich des eigenen Talentes nicht mehr ausreichte, um mit den Besseren mitzuhalten. In dieser Zeit blieb das Spiel auf der Strecke: diese leichte, spielerische, tänzelnde, verträumte, ganz und gar nicht nur auf den eigenen Sieg und die Niederlage des Anderen ausgerichtete Art und Weise, den Ball laufen zu lassen. Des wunderbaren Spiels bemächtigen sich Worte wie Erfolg, Effizienz, Ball-Besitz, Kampf, taktische Fouls, erlaubte Härte. Sie wurden zu Phrasen, mit denen die Ökonomisierung des Fußballs auf und hinter dem Spielfeld vorangetrieben und der Sport "professionalisiert" wurde.

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Das mit den "schönen Pforten" ... EG 166

01.05.2012

 Jetzt sind sie wieder unterwegs. Besonders an sonnig-warmen Wochenenden. Manchmal mit einem kleinen Rucksack samt Vesper fürs Picknick auf einer grünen Wiese mit einer schönen Aussicht. Und irgendwo entdeckt man sie dann. Wie ein Zeigefinger weisen sie nach oben: die Kirchtürme. Als ob das da oben auch wichtig wäre.

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Eine Entschuldigung?

01.04.2012

 Vielleicht sollten wir uns einfach entschuldigen. Es ist ja auch wirklich zu peinlich, dass es den Karfreitag noch gibt. Ich weiß auch nicht, warum wir es uns immer noch so schwer machen, es könnte alles einfacher sein. Die weihnachtliche Gefühlsduselei z.B. war schon immer und wird immer mehrheitsfähig sein, weil das, was aus diesem Fest wurde, so uneindeutig ist. Dagegen kommen nicht einmal „die Atheisten“ an. Aus Ostern könnte man ohne Schwierigkeiten den Goetheschen Osterspaziergang machen: Der, der aufersteht, ist der Mensch selber und am Ende fallen wir uns alle in die Arme und sagen: Hier bin ich Mensch, hier darf ich sein.

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"Ohne Fehler fallen keine Tore"

01.03.2012

 hat der frisch ernannte Trainer der Berliner Fußballmannschaft von Hertha BSC, Otto Rehhagel, einmal gesagt. Ohne Abspielfehler, ohne misslungene Abwehrreaktionen eines Torwarts, ohne Unaufmerksamkeit und Nachlässigkeit von Spielerinnen und Spielern hätten wir längst nicht so oft Anlass, ein Tor zu bejubeln. Was hier für den Fußball gesagt wird, gilt auch für andere Bereiche, auch für die Wirtschaft. Es ist ein Fehler, den Markt nicht genau zu analysieren und die Wettbewerbsverhältnisse zu beobachten, will man nicht ein Eigentor und womöglich daraus resultierend eine Niederlage kassieren.

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Ich will dir helfen, Gott

01.02.2012

Im Jahr 1941 beginnt die junge niederländische Jüdin Etty Hillesum mit Tagebuchaufzeichnungen. Zwei Jahre später wird sie in Auschwitz ermordet. Ihre Tagebücher sind unter dem Titel „Das denkende Herz“ erschienen. Darin beschreibt sie die zunehmende Verfolgung durch die deutsche Besatzungsmacht.

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Haben Sie es auch schon geschluckt?

01.01.2012

Lange galt es ja als das Mittel zur Abwehr drohender Erkältung. Es gibt es gemischt in Säfte, in Tablettenform und – man staune – sogar natürlich in knackigem Obst heimischer Herkunft: Vitamin C. Also – haben Sie schon? Ihr Körper soll so gestärkt werden gegen den Massenanflug an Viren, die zur kalten Jahreszeit mit Wonne ausschwärmen, um unsere Nasen das Laufen zu lehren. Und dieses Vitamin ist eines der wichtigsten, die wir täglich brauchen.

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Irgendwo haben die doch recht! "Weihnachten wird unterm Baum entschieden".

21.12.2011

Auch wenn es nicht im Sinn der Konsumtempler ist: Weihnachten wird dann unterm Weihnachtsbaum entschieden, wenn dort die Geschenke sich türmen, wenn dort der ganze Weihnachtsstress auf die Menschen niederkommt, wenn dann trotz der verbreiteten "Alle-Jahre-wieder"-Krisen das Eigentliche unterm Weihnachtsbaum nicht vergessen und gefeiert wird. Dann haben wir uns unter allem Oberflächlichen für das Gottesgeschenk in der Krippe entschieden und finden wir uns in der Tiefe beschenkt.

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"Was hat ihn da getrieben?" (EG 11,5)

01.12.2011

Ich frag mich ja schon lange, was ihm da eigentlich eingefallen ist und wie er dazu kommt, solch einen Gedanken auch noch in die Tat umzusetzen. Ich meine – er hatte es eigentlich richtig gut und gemütlich. Keiner hat ihm ein Haar gekrümmt, keiner ihm zuleide gelebt. Er war rundum glücklich und zufrieden. War sein eigener Herr.

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Wussten Sie ...?

01.11.2011

Dekan ZobelWussten Sie, wann und wo das Wahlrecht für Frauen zum ersten Mal eingeführt wurde? Es war 1853 in Kolumbien - in Frankreich, eine der Wiegen der Demokratie, erst 1946.
Wussten Sie, wann zum erstem Mal eine Frau ordiniert wurde und damit als Pastorin oder Pfarrerin in einer Gemeinde gewählt werden konnte? Das war 1958 in Lübeck.
Wussten Sie, seit wann in der Evangelischen Landeskirche in Baden Pfarrer durch die Gemeinde gewählt werden können? Das jährt sich in diesen Tagen zum 150. Male.

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Fruchtbarer Skandal

01.10.2011

Rüdiger Schulze, PfarrerIn seiner Rede im Freiburger Konzerthaus wies Papst Benedikt XVI vor wenigen Tagen darauf hin, dass der christliche Glaube ein Ärgernis ist, wörtlich "ein Skandal". Dass der ewige Gott sich um uns Menschen kümmert, dass der Unsterbliche am Kreuz gestorben ist und dass uns Sterblichen Auferweckung und ewiges Lebens verheißen ist – das zu glauben sei für uns Menschen eine Zumutung.

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Olet minulle tärkeä!

01.09.2011

minulleKönnen Sie Finnisch? Nein? Gut, dann gehören Sie zu den ungefähr 6,8 Milliarden Menschen auf diesem Planeten, die Schwierigkeiten mit diesem Satz haben. Aber finnische Bahnhöfe, zumal rund um Helsinki haben ihren eigenen Charme.

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Selbst - lose Hilfe

01.08.2011

Menschen, die mit unglaublichen Geschichten nichts anfangen können, sollten jetzt nicht weiterlesen. Hier wird eine anrührende Begebenheit erzählt von Versöhnung und neuem Leben mitten in Gewalt und Sinnlosigkeit. Erfunden ist davon nichts:

Der Film "Das Herz von Jenin" erzählt die wahre Geschichte von Ismael Khatib aus dem Flüchtlingscamp von Dschenin im nördlichen Westjordanland. Sein 11-jähriger Sohn Ahmed wird im Jahr 2005 von Schüssen israelischer Soldaten tödlich am Kopf getroffen; die Ärzte im Krankenhaus von Haifa können nur noch seinen Hirntod feststellen.

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Mit allen Wassern gewaschen

01.07.2011

Dekan Hans-Joachim Zobel... diese Redensart kennen Sie aus dem Alltag. Wer mit allen Wassern gewaschen ist, der ist geschickt, verhält sich ist clever, trickreich, weiß einfach, wie man etwas hinbekommt oder sich auch durchsetzt. Der Ursprung dieser Redensart geht auf die Seefahrer zurück, auf solche, die alle Weltmeere durchquert haben. Die waren mit allen Wassern gewaschen. D. h. sie waren sehr erfahren, sie kennen die Welt besser als viele andere und dann können sie auch entsprechend viel erzählen. Man bewunderte Menschen, die mit allen Wassern gewaschen waren.

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Nur eine Utopie?

01.06.2011

kleinAGH100903„Ehre sei Gott und Friede auf Erden.“ Vom 17. bis zum 25. Mai fand in Kingston/Jamaika die Internationale ökumenische Friedenskonvokation der christlichen Kirchen in der Welt statt. Das Motto aus der Weihnachtsbotschaft zog sich wie ein roter Faden durch die Beratungen auf dem Weg dorthin und steht auch über der Botschaft, die von dieser Konvokation an die Welt ergeht. (Zu finden über www.gewaltueberwinden.org/de.) Der Friede, auf den hin die Konvokation ein Schritt sein will, muss sich also am biblischen Maßstab messen lassen. Nach diesem Maßstab bedeutet Friede viel mehr als nur die Abwesenheit von bewaffneten Konflikten. Der Friedensbegriff, der sich vom hebräischen Schalom herleitet, beschreibt einen umfassenden Heilszustand. Folgerichtig ist in der Botschaft wie auch in allen anderen Texten im Vorfeld und Umfeld der Konvokation stets vom „gerechten Frieden“ die Rede.

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Weite

13.05.2011

Weite – mein Herz wird weit, wenn ich das Wort höre. Es gerät in Fernweh und sieht sich am Meer.

Aber ich muss gar nicht das Weite suchen, um die Weite zu finden: die Landschaft unseres Kirchenbezirks öffnet sich vor einem großen Horizont. Als wollten Rheinebene und Schwarzwald den  Psalm 31 nachsprechen: „Herr, du stellst meine Füße auf weiten Raum.“

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Mittendrin

01.05.2011

Daniela HammelsbeckJannik mag den Religionsunterricht eigentlich ganz gerne. Er mag es, vorne im Kreis zu sitzen, mit der bunten Kerze in der Mitte. Er mag auch das gemeinsame Singen. Aber ansonsten passt er oft nicht so richtig auf. Er albert lieber mit dem Simon rum, der gar nicht still sitzen kann und ständig lacht. Jannik ist mit seinen Gedanken meist woanders.

In den Sommerferien hat ihm seine Mutter gesagt, dass der Papa sehr krank ist. Und auch wenn niemand darüber spricht, Jannik weiß, dass der Papa nicht mehr lange leben wird. Er spürt das ganz genau.

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An de rechte Stell

01.04.2011

wolff 100Me frogt is gar nümmi, wo mir als Chilche none Platz hän in dere moderne Gsellschaft. Dä Platz wird is eifach zueteilt. Vo Jesus solle mir nit schwätze, s’Muul halte, wenns um Gott goht, mir solle numme no eins si: „Wertevermittler“ un „Wertebereitsteller“ säit me dem hüt. Aber mir solle des nit eifach so mache. Mir solle numme schwätze, wen mir gfrogt were. Un dann solle mir sage, was me vo uns höre will.

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Irgendwo muss man anfangen

01.03.2011

"Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege." Psalm 119,105

AmtshausMuellheimUnd – haben Sie es erkannt? Nun ja, für die Markgräfler dürfte etwas leichter sein als für die geschätzten Lesenden aus dem Hochschwarzwald. Also hier die Auflösung:  Es handelt sich um die Freitreppe des Amtshauses in Müllheim (durch Klicken können Sie das Bild vergrößern).

1806 wurden in Baden neue Maße und Gewichte eingeführt. Deswegen sollte das ganze Land neu vermessen werden.  Aber: wo sollte der Nullpunkt angesetzt werden? Die Diskussionen gingen lange hin und her. Manche Kommission wurde verschlissen. 

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Gute Frage – einfache Antwort.

01.02.2011

"Wie kommt denn der Gott in den Himmel?", fragte mich beim Betreten des Klassenzimmers ein Mädchen aus der zweiten Klasse. Noch bevor ich zu stottern begann, antworte ein Junge: "Der ist doch dort geboren." Ich stimmte zu – und war gerettet!

Natürlich schloss sich daran noch eine weitere Frage an. Die war aber nicht mehr so wichtig, denn die gestellte Frage war nun eigentlich beantwortet: Gott kommt in den Himmel wie ich auf die Erde. Ist doch klar. Warum sollte es sich bei ihm anders verhalten als bei mir!?

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FREEDOM WRITERS

01.01.2011

Im Herbst 1993 kommt Erin Gruwell als junge Referendarin an die Wilson High School in Long Beach/Kalifornien. Long Beach gilt als „Hauptstadt des Gangsta- Rap“ und  ihre Freunde meinen, sie sollte anstatt der Perlenkette lieber eine kugelsichere Weste tragen.

Die allgegenwärtige Gewalt unter verschiedenen ethnischen Gruppen und Banden setzt sich auch in der Schule fort. Ihre Klasse ist ein zusammengewürfelter Haufen Teenager mit schlechten Noten und schlechten Manieren, die die Schule hassen, die Lehrer hassen und einander hassen. 

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Abgehängt?

01.12.2010
Wenn me de Luther gfrogt het, wie me soll schwätze, dann het er schients gsait, me soll em Volk „auf’s Maul schauen“. Mängi meine, sell däte mir scho lang nümmi und kei Mensch dät is no verstoh, wenn mir Gottesdienst fiire. So git’s gscheiti Lüt, die meine, mir sotte wieder gastfründlicher werde, damit au „Fremdi“ chönnte bi uns dehaim si. [mehr...]

Was ich mir nicht selbst sagen kann

01.11.2010
davon lebe ich – das klingt zunächst einmal seltsam oder gar fremd. Doch fast der ganze Monat November ist dafür ein lebendiger Beweis. Vielleicht machen Sie das manchmal auch  - einfach über einen Friedhof zu gehen. Ich habe es immer dann sehr bewusst getan, als ich von einer Pfarrstelle auf eine andere gewechselt bin. Es war ein Gang in einen wichtigen Abschnitt meines Lebens, wo ich Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet habe. [mehr...]

Trotz allem

01.10.2010
Sieht unser Glaube die Menschen zu negativ? Oder sind Christen im Gegenteil naiv und reden die die Wirklichkeit schön? Beide Vermutungen höre ich immer wieder.  [mehr...]

Von glücklichen Bäumen und ebensolchen Menschen

01.09.2010
"Die Bäume wären die glücklichsten Geschöpfe,  wenn sie wüssten, wie frei und lustig sie wohnen, wie schön sie sind im Frühling und im Sommer, wenn alles stehenbleibt und sie betrachtet und Gott dankt, oder wenn sich der Wanderer ausruht in ihrem Schatten, und wie sie Wohltaten austeilen können, und jung und alt froh machen umsonst, und im Winter allein nicht heimgehen." (J. P. Hebel) [mehr...]

Sie möchten von Altötting nach Kehl an der Saale!

01.08.2010
"Sie möchten von Altötting nach Kehl an der Saale! – Ist das richtig? Dann antworten sie "Ja"!"
Eigentlich wollte ich nur eine Auskunft bei der Bahn. Dann ist eine Lachnummer daraus geworden, weil ich mit meinem Ärger nicht mehr anders umgehen konnte.  Ich war an einen Sprachcomputer geraten. Er verlangte Ziffern und schließlich deutliche Aussprache von mir. Das heißt "sie", denn die Plastikstimme sollte mir eine freundliche Mitarbeiterin vorgaukeln. Brav antwortete ich der Maschine:  " … von Altglashütten nach Kirchzarten…". Es tönt mir entgegen: "Ich kann ihren Abfahrtsbahnhof nicht verstehen." Offensichtlich verstand das Menschensprachdings nur Bahnhof. [mehr...]

Eva

01.07.2010
In diesen Tagen denkt Christiane oft an Eva.  Eva, wie sie begeistert die Rutsche hinauf kletterte und kreischend hinunter rutschte, immer wieder, trotz ihrer 38 Jahre. Wie sie jauchzend durch den Essraum rannte und dabei jubelnd sang. Kein bekanntes Lied, aber eines, das aus ihrem Herzen kam. Wie sie, obwohl sie in vielem eingeschränkt war, vor Lebensenergie strotzte und fast immer ein strahlendes Lachen im Gesicht hatte. [mehr...]

Ökumenische Ungeduld

01.06.2010
Schon ist er wieder Vergangenheit: Der ökumenische Kirchentag in München. Ich konnte in diesem Jahr nicht teilnehmen und bedaure das. Ich wäre gerne dabei gewesen, obwohl in den Berichten immer wieder ein Stück Enttäuschung laut wurde: Offiziell gibt es immer noch keine Abendmahlsgemeinschaft zwischen Protestanten und Katholiken. Die katholische Kirchenleitung sperrt sich und die Kirchentagsleitung hat sich dem gebeugt. An dieser Stelle geht es nicht wirklich voran in der Ökumene. [mehr...]

Liebe Leserinnen und Leser,

01.05.2010

Wenn er kommt, sind viele schon weg. Der Heilige Geist findet an seinem Pfingstfest mehr leere Kirchenbänke vor, als es Weihnachten und Ostern der Fall ist. Frage ich die Kinder in der Schule, was Ihnen denn so einfällt bei dem Wort Pfingsten, tönt mir einstimmig „Ferien!“ entgegen.

Ja, irgendwie nimmt er sich neben dem Sohn Gottes mehr als Stiefkind aus, der Heilige Geist. Ich bin sicher: es liegt nicht an den Ferien. Es hat damit zu tun, dass diese dritte Dimension Gottes nicht so fassbar ist. Er weht wo er will, gesteht sich die Bibel ein (Joh. 3,8).

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Womit sieht man besser?

01.04.2010

Gott gebe euch erleuchtete Augen des Herzens,  damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr berufen seid!

Die einen werben damit, dass man mit dem zweiten besser sieht, die Bibel damit, dass man mit den Augen des Herzens noch viel weiter blickt.

Die österliche Botschaft dieser Tage führt vor Augen, was man noch viel weiter sehen kann – dass es nämlich eine Perspektive über den Tod hinaus hinaus gibt. Das Leben geht nach Gottes Willen weiter. Das Grab war am Ostermorgen leer und der Auferstandene hat allen, die ihm begegnet sind, wieder Mut und Hoffnung gegeben. Wenn man da nicht leuchtende Augen bekommt!

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Ist mein Wort nicht wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert, spricht Gott, der Herr.

01.03.2010
Es musste wohl eine weindüstere Nacht gewesen sein. Zumindest fiel ihr die Erinnerung an das, was in jener Nacht geschehen war, am nächsten Morgen schwer, als die Türen aufgerissen und sie unter lautem Geschrei und Gebrülle aus dem fremden Bett, in dem sie geschlafen hatte, gerissen wurde. [mehr...]

Des un säll uns Hebeljohr

01.02.2010
All Johr fiire mir do z' Chilchzarte im Januar e ökumenische Gottesdienst, wäge de Einheit vo de Chrischte. All Johr sitze mir derno zsämme und schwätze. Meistens isch des eifach e freudig Stündli gsi. Das Johr isch es anderst cho. 'S het grad passt, dass mer e chleini Tafele gstellt hen und alli hen chöne öbbis sage oder loose. Z'mols sait eine öbbis zum Schicksal vo de Flüchtling in Dütschland, des heißt, sällene, wo me gar nit erscht ins Land losst. Drno sait de Nöchscht, wenn mir do settigi Sache schwätze, ob er dann au öbbis Ernstes sage dürft? 'S isch denn um Wunder gange un wie me si chönnt verschtoh, ohni dass me alles miäßt vergässe, was eim d'Wisseschaft sait. 'S isch denn e guets Gspröch worde. Säll mit em Wunder het mi derno z' Denke ge. I ha überlegt, ob's auch so öbbis git wie säll Wunder, wo me chönnt am wenigste glaube. Wien i so nochdenk, isch mer 's dann au iigfalle: 'S isch an de Pfingschte passiert: Alli Lüt hen sich verstande, gliich, was für e Mueterschproch si gha hän. Chönne sie des glaube?
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Der kleine Lord und die Jahreslosung

01.01.2010

Der Earl von Dorincourt war ein hartherziger und verbitterter alter Mann, so lesen wir in dem Kinderbuch von Frances Hodgson Burnett aus dem Jahr 1886. Seine Angestellten zitterten vor seinen Launen, seine Pächter fürchteten sich vor seiner Unbarmherzigkeit und Unerbittlichkeit. Das Schicksal seiner Untergebenen, die in Armut und Verzweiflung in seiner unmittelbaren Umgebung lebten, war ihm völlig gleichgültig.

Widerwillig lässt er seinen einzigen Enkel Cedric aus Amerika holen, um ihn in seinem riesigen Schloss standesgemäß auf das Leben als künftiger Monarch vorzubereiten. Der 7-Jährige entpuppt sich als unbekümmerter, liebenswerter Junge, der seinem Großvater unerschrocken und voller Liebe gegenübertritt, weil er ihn für einen guten und großzügigen Menschen hält.

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Gott runzelig rot

01.12.2009

Oder: Weihnachten ganz nüchtern betrachtet

Lieber Leser, liebe Leserin!
Mit der Advents- und Weihnachtszeit ist das so eine Sache. Jedes Jahr nehme ich mir vor, es diesmal etwas ruhiger und besinnlicher anzugehen.

Doch dann überrollen mich stets wieder die Termine und Aufgaben und die Frage nach den richtigen Geschenken. Irgendwann sind mir der Trubel und die Hektik, all das Geglitzer, die süßliche Musik in den Einkaufstraßen und der Kitsch um mich herum einfach zu viel. Und dann frage ich mich, alle Jahre wieder: Wem oder was laufe ich da eigentlich hinterher? Was soll das eigentlich alles? Und: Was ist eigentlich der Kern von Weihnachten? Die Substanz?

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Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und freidig seist!

01.11.2009

Zugegeben, sie war schon ziemlich zerschlissen, die alte Bibel, die mir da ins Haus flatterte. Gedruckt in Wittenberg, im Jahre 1701. Der Bucheinband aus Holz und Leder befand sich in einem erbärmlichen Zustand, die Seiten waren eingestaubt. Hier kam mir Gottes Wort in ganz eigentümlicher, ja fast schon fremder Sprache entgegen.

Als ich es in die Hand nahm, stellten sich die gotische Schrift, die altertümlichen Formulierungen und die verstaubten Seiten, quer, als wollte es mir einen einfachen, allzu leichtfertigen Umgang mit dem Wort Gottes verbieten. Gerade das reizte mich, in ihr zu schmökern, mir Zeit zu nehmen für die alten Formulierungen und die fremden Begriffe.  Da las ich: Gott spricht: "Siehe, ich hab dir geboten, dass du getrost und freidig seiest!" Josua 1,9.

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Der "Herbscht" ist in vollem Gange ...

01.10.2009

"Traditionelle Herbsterleute oder ein Vollernter?" Diese Entscheidung haben in diesen Wochen viele Winzer zu treffen. Die "Vollernter", große Erntemaschinen, sind auf dem Vormarsch. An Effizienz sind sie Menschen, die die Trauben noch von Hand lesen, haushoch überlegen. Ein Vollernter schafft in einer Stunde ungefähr so viel wie acht Herbsterleute an einem Tag.

Trotzdem sind zur Zeit in unseren Dörfern täglich viele Menschen draußen "im Herbscht". Die meisten Winzer mischen die Ernteformen und sind (noch) nicht bereit dazu, ganz auf die Maschinen umzustellen. Ein wesentlicher Anteil der Trauben wird noch von Hand gelesen.

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Schön, dass Sie einige Minuten Zeit haben

01.09.2009

"Jetzt geht es richtig wieder los" - so höre ich es in diesen Tagen von vielen Menschen. Die Urlaubszeit ist für die meisten vorbei, die Arbeitszeit hat hoffentlich für die allermeisten wieder begonnen, die Schulzeit hat nun wieder ihren Platz, die neue Spielzeit im Fußball und im Theater hat angefangen und dann bleibt noch die Freizeit.

In allen Gemeinden ist auch Konfirmandenzeit; Jugendliche besuchen den Konfirmandenunterricht und bereiten sich auf die Konfirmation vor. Für manche Paare kommt noch die Hochzeit. In den Weinbergen und auf den Feldern wartet am Übergang von der Sommerzeit die Herbstzeit und damit Erntezeit, und es ist Wahlzeit.

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Mach dich mal frei

01.08.2009
Unter diesem Motto steht nicht etwa eine kirchliche Einladung zum FKK-Urlaub. Freiheit von der Inanspruchnahme durch Beruf und anstrengendes Effizienzdenken ist mit diesem Slogan angesprochen, die Freiheit, das Leben als wertvolles Geschenk neu zu entdecken.

Insoweit eignet sich dieses Motto durchaus als Überschrift über freie Zeit, die in diesen Wochen viele Menschen zu Hause oder auf einer Reise genießen. Allerdings: Es besteht die Gefahr, diese freie Zeit mit überzogenen Erwartungen zu überfrachten. Ein Urlaub allein vermag die Sehnsucht nach Leben nicht zu stillen.

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Religion ist umstritten

01.07.2009
In Berlin wurde über Religionsunterricht abgestimmt und Klaus Wowereit äußerte sich spöttisch genüsslich; der Muslim N.Kermani hat den Hessischen Kulturpreis nicht erhalten, weil er Kreuze nicht akzeptiert; Mohammedkarikaturen erzürnten die islamische Welt; Richard Dawkins hat die Nase voll von Religion und schrieb den Bestseller „Der Gotteswahn“; und Larry Charles zieht im Film „Religulous“ jede Form von Glauben durch den Dreck. [mehr...]

Eine Frage der Grammatik

01.06.2009

Liebe Leserin, lieber Leser,

"Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?"

Wie lautet Ihre Antwort auf diese Frage aus dem 8. Psalm?

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Pfingsten

01.05.2009
die arme in die luft werfen
fast abheben
frei sein
frei sein
frei sein

das wär es -
endlich.
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Kleine Ostern

01.04.2009

Liebe Leserin, lieber Leser,

Karin hat es nicht leicht in ihrem Leben.
Ihr Lebensweg hat viele Ecken und Kanten. Viele Brüche. Glatt und geradlinig ist er eigentlich nie verlaufen. Karin weiß, wie sich Schmerz und Verzweiflung anfühlen. Tiefe Einsamkeit und lähmende Ohnmacht. Karin hat es schwer in ihrem Leben.

"Manchmal weiß ich schon beim Aufwachen nicht, wie ich durch den Tag kommen soll.", erzählt sie mir, und: "Ja, es ist für mich jedes Mal wie ein Wunder, wenn ich morgens aufstehen kann. Trotz allem aufstehen können, ist so etwas wie kleine Ostern.".

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Einander bei der Auferstehung in die Augen sehen ...

01.03.2009

Verehrte Leserin, verehrter Leser!

Ines de Castero muss eine schöne Frau gewesen sein, eine sehr schöne Frau. Und sie wurde geliebt von einem feurigen Stotterer, Pedro I, von Portugal. Soweit eigentlich eine völlig normale Geschichte. Aber Ines hatte Feinde, mächtige und einflussreiche Feinde. Bevor die Liebe zu ihrer Erfüllung kommen konnte, wurde Ines ermordet. Aber Pedro blieb seiner Liebe treu im Leben, im Tod und über den Tod hinaus.

In der Kirche von Alcobaca im Süden Portugals ruhen nun beide in ihren großen Steinsärgen. Sie warten nicht nebeneinander, sondern Fuß an Fuß auf die Auferstehung von den Toten. Die Begründung des liebenden Pedro wurde auch gleich überliefert: „Damit wir einander bei der Auferstehung in die Augen sehen können“. Als Bestätigung dieser Liebe und seines Glaubens hat er auf dem Ende seines Sarges schreiben lassen: "Ate ao fim do Mundo". Auf Deutsch heißt das soviel wie: „Die Liebe reicht über das Ende der Welt hinaus“.

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Vom unmöglich Möglichen

01.01.2009

Liebe Leserin, lieber Leser,

zu Beginn des neuen Jahres grüße ich Sie herzlich und wünsche Ihnen Gottes Segen im Jahr 2009.

Pläne und gute Vorsätze haben Hochkonjunktur in diesen Tagen. Der Bibelvers, der der evangelischen Christenheit 2009 als Leitvers und Losung auf den Weg gegeben ist, unterbricht diese Gedanken und lässt mich innehalten. Er lenkt den Blick weg von den eigenen Vorsätzen. Im Lukasevangelium steht der Satz: „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich“ (Lukas 18,27).

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Ein offenes Wort ...

01.02.2009
Liebe Leserin, lieber Leser,

„Darf der das?“ werden Sie sich vielleicht gefragt haben, als Sie von dem Zwist zwischen Bischof Wolfgang Huber und dem Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, gelesen haben. Angesichts der Finanzkrise hatte der Ratsvorsitzende der EKD in einem Interview mit Blick auf Ackermann gesagt, dass nie mehr wieder ein Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank ein Renditeziel von 25 Prozent vorgeben dürfe. Dadurch würden Renditevorstellungen hochgeschaukelt, von denen man wisse, dass sie irgendwann zusammenbrechen müssen. Das sei „eher eine Form des Götzendienstes“. Es sei unübersehbar, dass „Geld zum Gott“ geworden sei.

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Warten

01.12.2008
Liebe Leserin, lieber Leser,

natürlich – der Bus war schon weg. Diese elenden Verspätungen. Da saß ich dann wieder und schlug die Zeit tot in einem Wartesaal,  Zum Nichtstun war ich verurteilt. Eine Stunde dahocken, nicht einmal ein Buch war zur Hand. Erst blätterte ich noch in den Prospektender Deutschen Bahn, legte sie zur Seite schaute herum  … Warten – eine Stunde noch.

Ich kann schlecht warten. Meine Ungeduld macht mir das Warten zu vertanen Zeit. Damals im Wartesaal blieb aber mein Blick hängen: an den Winterwolken draussen, an der alte Frau mit dem Hund und dem Kind neben ihr auf der Bank. Einer ohne Haus und Habe, wärmte sich in der Ecke, saß auf der Alditüte,  die sein ein und alles war.
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Kirche für die Vorüberziehenden

07.06.2013

Gastgebende Gemeinden für die Urlauber.

Wir leben wirklich in einer der schönsten Regionen unseres Landes. Kein Wunder, dass viele Menschen hier die kostbarsten Tages des Jahres, ihren Urlaub verbringen. Besonders in den Gemeinden des Hochschwarzwaldes hat die Tourismusseelsorge eine lange Tradition. Menschen, die Zeit haben, nehmen sie sich in den Ferien auch wieder für Kirche. Das ist die Erfahrung und die Herausforderung. Denn einfach nur in den Gottesdienst freundlich einladen, reicht nicht, um diesen Menschen wirklich zu begegnen. Wie können wir für Sie „Gemeinde auf Zeit“ sein?

Diese Frage beschäftigt uns derzeit im Kirchenbezirk und besonders in der Region Dreisamtal – Hochschwarzwald. Jetzt haben wir für diese Region Herrn Diakon Johannes Kraus und für den Bereich Schwarzwald Frau Diakonin Annes Lohf. Beide haben sich in der Vergangenheit kundig gemacht. Sie sind in die Haut von Touristen geschlüpft und haben sich als „Fremde“ auf die Suche nach Gemeinden gemacht. Schon die Kirche zu finden war für die beiden oft nicht einfach. In den Touristinformationen wurden sie oft nur selten fündig, um ein Angebot für sich zu finden. Dabei ist doch einiges los in unseren Gemeinden!

Sollten wir diese Menschen, die doch offen sind für unsere Themen, grußlos an den Gemeinden vorbeziehen lassen? Nach den ersten Schritten soll im nächsten Jahr rechtzeitig vor der Saison ein Konzept stehen und die Touristenseelsorge öffentlich erkennbar sein. (jw)

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Liebe is ...

01.06.2014

Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. (
Gal 5,22-23)

Unser Monatsspruch für den Juni zählt ja so aller Hand auf, was als Frucht des Geistes benannt wird. Das auch die Liebe nicht fehlen darf ist da fast schon logisch.

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Z' schwierig?

01.09.2016

I weiss nit, was Sie in de Ferie gmacht hen. Villicht isch’s Ihne so gange wie mir. In eme Buech us eme Schwizer Verlag han i e Charte gfunde, wo druf gstanden isch: »Sie haben es geschafft, Sie lesen ein Buch.« E bitzeli frech, aber wer weiss, ob mir des nit au mängmol bruche. Immerhin sage no vieli, sie läse in ihrer freie Zit gern e guetes Buech (das eine au schlechti Biecher liest, han in no nie ghört, die werde numme verkauft). Wellewäg, hauptsach öbber liest und teilt uf die Art Gedanke mit öbber anderem. Zum Bispiel dä: 

In sinem Buch ›Parlando‹ (wo alle Kirchzartener läse sotte, wil sie au drin vorchömme) losst de Bodo Kirchhoff e Staatsanwältin zum Beschuldigte, wo auch Drehbiecher schribt, sage: »Wie da ihr Detektiv …neben der Mädchenleiche steht, sich fragt, warum Gott so etwas duldet, und da ausgerechnet der Mörder hinzutritt, die Frage beantwortet: ›Gott liebt uns so sehr, dass er sich nicht einmischt‹ - ganz schön kühn.« … und ich sagte, Ursprünglich hieß die Antwort des Mörders Die Welt ist zu schwierig geworden für Gott - was auch meiner persönlichen Auffassung entspricht, aber dieser Satz wurde natürlich gestrichen, eine magere, kettenrauchende Redakteurin nahm ihn einfach heraus, und so schrieb ich etwas von Liebe, und zack, war es gut. (S. 66)

Mir lehre: Öbbis mit Liebi goht schint’s immer, au wenn eine de Liebi nümmi viel zuetraut. Mir lehre au, dass de Bodo Kirchoff meint, Gott sig überforderet. Aber mit was? Wil er nit genau des macht, was Mensche vo ihm wän, was nit numme denn schwierig isch, wenn zwei gegnerischi Mannschafte vor em Match bäte: »Gott, loss uns gwinne!« Jede het halt sie eigeni Vorstellig dervo, was Gott grad mache sott und wenn Gott ihm si Rueih lo sott. Aber solchi Gegesätz g’höre au zu unserem Läbe, wäge däm bätet die eine: Gott, loss morn schön Wetter si, mir wän go wandre und Buure bäte, loss doch wieder regne, de Mais isch scho ganz vertröchnet uf de Felder. Säll weiss i gwiiss, das es kompliziert isch, wenn mer für alles wot Gott verantwortlich mache.

Uf de andere Site wüsse Sie so guet wien i, dass es meischtens kei sinnvolli Antwort git uf die Frog, warum öbbis passiert oder au nit (warum Gott öbbis zuelosst). Wil i nit zu dene g’hör, wo immer wüsse, was »Gottes Wille« isch un was nit, muess i’s denn anderscht mache. Für mini Froge und Zwifel blibt mir s’ Gspöch mit Gott und dann halt säll alti, gueti Buch, wo vieli hän, wo aber die Charte nit finde würde, wo druf stoht »Sie haben es geschafft …«. Wer aber einewäg drin liest, wird dört unsi Welt un alli unsi Widersprüch ganz guet bschriebe finde, oftmols au ohni direkti Antwort oder Erklärig. Besser isch, me macht sich dann sini eigene Gedanke und schwätzt über die mit Gott. Un i ha gar kei Angscht, dass do nüt debi usechunnt. S’brucht halt e weng Zit (wo mir oft nit hän oder nit wän ha), wäge dem heisst’s in dem guete alte Buech au: »Ein Geduldiger ist besser als ein Starker und wer sich selbst beherrscht, besser als einer, der Städte gewinnt (erobert)« (Sprüche 16,32). I denk, i cha nit alles wüsse und numme wenig Problem löse, aber i cha mit Geduld, mit Nochdenke und Vertraue e Weg für mi finde. Säll alti gueti Buech hilft mer derbi.


Herzlichi Griäss us Hinterzarte,

Hellmuth Wolff

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