Wochenspruch

Worte zum Tag

Der Regenbogen wartet nicht...

01.09.2013

„Ich packe meinen Koffer und nehme mit...“ Dieses Spiel kennen Sie wahrscheinlich. Alle, die mitspielen, überlegen sich einen Gegenstand, den Sie mitnehmen und in den Koffer legen. Da dieses Spiel nur mit Worten gespielt wird, kann hier alles ohne Platzmangel, Gefahren und Unmöglichkeiten eingepackt werden.

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So kann ein Eichhörnchen ohne Probleme neben ein Krokodil gepackt werden, dazu ein Traktor oder ein Flugzeug und auch ein Regenbogen darf gerne eingepackt werden.
Alles was der- oder demjenigen eben wichtig ist, wird in den Koffer gepackt. Nun muss man sich diese Dinge nur noch merken, denn Ziel des Spiels ist es, alle in den Koffer gepackten Gegenstände in der aufgezählten Reihe benennen zu können. 

Sich auf eine Reise machen bedeutet immer auch einen Koffer, eine Reisetasche oder einen Rucksack zu packen. Und leider werden dabei ja nicht nur Worte eingepackt, der Platz ist begrenzt und leicht geht das Reisegepäck gar nicht mehr zu. Dann muss gedrückt oder gequetscht werden, manchmal auch mit Hilfe von anderen! Mit unserer gelebten Zeit ist es hier manchmal ganz ähnlich.

Wir kennen unseren „Zeit-Koffer“ und doch packen wir diesen schnell zu voll. So viel ist zu tun: Die „To do-Liste“ wird immer länger, das Mailpostfach ist gut gefüllt, es stapeln sich die Aufgaben daheim. Soviel noch zu erledigen: Wichtige Anrufe, die versprochenen Besorgungen, die verplante Freizeit.

Die Erwartung ist hoch: Beruflich, aber auch privat. Da ist es doch nur verständlich, fasst schon normal, den Zeit-Koffer immer mit Übergewicht zu beladen. Hier bleibt keine Zeit für Pausen. Keine Zeit für Erholung. Hier bleibt keine Zeit für die Seele.

„Die Arbeit läuft nicht davon, während du dem Kind den Regenbogen zeigst. Aber der Regenbogen wartet nicht.“*

Wenn ich in den Urlaub fahre, dann lasse ich mir immer einen kleinen Platz. Denn man weiß ja nicht, was einem in dieser Zeit alles begegnet. Vielleicht finde ich schöne Muscheln am Strand, die ich meinem Patenkind unbedingt zeigen möchte. Esse einen leckeren Käse, von dem ich ein Stück mit nach Hause bringen will. Oder notiere mir eine Adresse von einem Menschen, der mir begegnet ist und mit dem ich in Kontakt bleiben möchte.

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Auch im Alltag versuche ich diesen Platz zu halten. Manchmal mit bewussten Zeiten in meinem Terminkalender.

Probieren Sie es doch einmal aus! Lassen Sie sich in ihrem Alltag ein Stück Platz im Zeit-Koffer, für das Unvorhergesehene, was Sie nicht verpassen dürfen, zum Beispiel: Einen Regenbogen!

Eine gesegnete Zeit wünscht Ihnen

Anna Lohf (Öffentlichkeitsbeauftragte)

*Aus: Mein Reise Andachts Buch von Hans Möhler 

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