Wochenspruch

Worte zum Tag

„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem!“

01.12.2015
DirkBochJa, so soll es sein – gerade jetzt – wo das Böse uns so nahe gekommen ist – Menschen verschlungen hat – „unschuldige“ Menschen. Es kann jede und jeden treffen – nicht nur im Nahen Osten – der bislang so wohltuend fern war. Er ist uns nahe gekommen – plötzlich – der Nahe Osten – viel zu nahe! Das macht uns Angst! Wir wissen ja schon lange: täglich sterben Menschen brutal durch Terror oder auf der Flucht vor Terror.
Stets trauern wir mit den Opfern. Mit den Opfern in Paris trauern wir gleichzeitig um uns selbst: um unsere Gewissheit eines Lebens in Sicherheit. Es kann jede und jeden treffen – und so eben auch mich. Diese Einsicht ist neu. Und sie wird uns verändern.

Was aber tun angesichts des Terrorismus, der wild um sich schießt, dem selbst das eigene Leben nicht heilig ist? Drei Gedanken von Paulus, die aus meiner christlichen Sicht an der Zeit sind:

„Weint mit den Weinenden.“

Lasst uns Menschen sein, die beistehen, da bleiben, schweigend, behutsam redend – aufmerksam hinhörend...

„Überwindet das Böse mit Gutem.“

Lasst uns Menschen sein, die mit anderen Ihren Schmerz, ihre Wut, ihre Rachegedanken aushalten. Lasst uns gleichzeitig besonnen bleiben, zum Frieden rufen und ihn an unseren Orten fördern. Was wir brauchen ist: mehr Gerechtigkeit – bei uns und weltweit. Wir werden uns mehr Gerechtigkeit etwas kosten lassen müssen. Aber es lohnt sich, denn: Die Frucht der Gerechtigkeit wird der Friede sein.

„Haltet an im Gebet.“

Der Friede Gottes, das spüren wir, ist höher als unsere Vernunft, die in diesen Zeiten so schnell an Grenzen stößt. Er kommt uns entgegen – von Gott. Er gilt allen Menschen. Ihn erwarten und erbitten wir im Advent. Ihm öffnen wir Türen und Herzen. Das ist so notwendig in einer Zeit, in der viele danach rufen, die Türen und Grenzen dicht zu machen! Im Frieden Gottes wird uns das Böse nicht überwinden und wir finden Kraft, das Böse mit Gutem zu überwinden. Ja, so soll es sein.

Pfarrer Dirk Boch, Schuldekan
Kirchenbezirk Breisgau-Hochschwarzwald


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