Jedes Jahr um diese Zeit, packe ich eines meiner Lieblingslieder aus. Freunde, Jugendliche im Jugendkreis und meine Schüler:innen im Unterricht müssen es sich anhören. Das Lied "Jeder meiner Fehler" von Radio Doria zeigt für mich deutlich, was der Buß- und Bettag, den wir in den nächsten Tagen begehen werden, meint.

In unserer Gesellschaft ist das Buße tun und das Erinnern an unsere Schuld, die wir auf uns geladen haben, in Verruf gekommen. Die Fokussierung auf das Schlechte im Menschen lassen wir lieber in Lutherzeiten zurück. Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Ich halte das auch für eine gute Entwicklung. Denn das Schlechte in uns sehen wir ziemlich schnell.

Für mich ist aber der ehrliche Blick auf unsere Fehler und auf Menschen, an denen wir schuldig geworden sind, ein wichtiges Puzzleteil in unserem Leben. Der Buß- und Bettag ist für mich deshalb auch eine Art Bilanz ziehen. Eine Bilanz, in der ich erkenne: Ich bin ein Mensch, ich bin begrenzt. Ich bin nicht perfekt und zu meinem Leben gehört es dazu Fehler zu machen. Ich komme nicht drum herum.

Diese Erkenntnis lässt mich demütiger werden und macht es mir leichter, zu meinen Fehlern und meiner Schuld zu stehen. Ehrlicher zu mir, zu Gott und zu meinem Nächsten zu sein. Sie hilft mir meine Fehler nicht zuzudecken, sondern sie auch vor dem Anderen und Gott zu benennen und um Entschuldigung zu bitten.

Eine heilsame Sache für mein Gegenüber – und für mich.

Und dann gibt es da auch noch die Schuld, die tief in mir sitzt. Die mich selbst manchmal so schwer belastet und fast zerbricht. Für sie muss ich Verantwortung übernehmen und dennoch darf ich in all dem wissen: „Auch wenn unser eigenes Herz uns anklagt, ist Gott größer als unser Herz. Denn er kennt uns durch und durch.“ (1. Johannes 3,20)

Dieser Bibelvers nimmt mir nicht meine Schuld und meine Verantwortung, aber er schenkt mir Hoffnung, dass Gott mein Herz und meine Reue sieht. Er schenkt mir Hoffnung auf Vergebung und dass Gott größer ist als mein Scheitern.

Zurück zu meinem Lieblingslied: Das lasse ich lieber selbst sprechen: https://video.link/w/KKlIc

Einen ehrlichen und heilsamen Buß- und Bettag wünscht Ihnen,
Celina Häs
Diakonin im Schuldienst

Online-Kurs ermutigt sterbende Menschen zu begleiten und vermittelt theoretisches und praktisches Grundwissen

So selbstverständlich wie der Erste-Hilfe-Kurs sollte auch der Letzte-Hilfe-Kurs im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert sein, wünscht sich sein Erfinder, der Palliativmediziner Georg Bollig. Der Kurs macht Mut, sich Sterbenden aktiv zuzuwenden, und vermittelt Grundwissen sowie einfache Handgriffe, wie das gelingen kann. Wer will, hat nun die Chance, sich diese Kenntnisse anzueignen. Am Freitagabend, 26. November, von 18 bis 21 Uhr, und am Samstagvormittag, 27. November, von 9.30 bis 13 Uhr vermitteln zwei zertifizierte Palliativfachkräfte aus der Region Letzte Hilfe online.

Für Angehörige ist Letzte Hilfe genauso umsetzbar wie für Pflegende, Ärzt*innen und Beschäftigte in anderen Gesundheitsberufen. Im Kurs geht es sowohl um die Linderung von Durst, Übelkeit und Atemnot bei sterbenden Menschen als auch um die Vorsorgeplanung. Auch das Bedürfnis vieler Angehöriger von sterbenden Menschen, mit anderen über das Thema Sterben und Tod zu sprechen, also das Verarbeiten des Geschehens, ist Teil des Konzeptes.

„Letzte Hilfe“ verstehe sich als Teil von „Palliative Care“, der aktiven umfassenden Begleitung und Pflege von Menschen im Sterbeprozess bis zum Eintritt des Todes, erläutern die beiden Palliativfachkräfte, Edith Kulzer-Schwab und Martina Zirlewagen, die den digitalen Kurs leiten und langjährige Erfahrung aus der Palliativ- und Hospizarbeit mitbringen. Letzte Hilfe basiere auf einer Haltung der Mitmenschlichkeit und der Bereitschaft, Menschen in Not beizustehen, etwa das Haltgeben bei Unruhe oder Verwirrtheit, oder auch Dableiben angesichts schwieriger Situationen. Ziel sei die Linderung von Leiden und die Erhaltung von Lebensqualität. Auch wenn alle Menschen von Alter, Krankheit, Sterben und Tod betroffen seien, sei Letzte Hilfe kaum im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert.

Der online-Kurs setzt sich zusammen aus Vortragselementen, Kurzfilmen und Austausch, er greift auch Erfahrungen der Teilnehmenden auf. „Wir waren sehr gespannt auf das digitale Format, das wir wegen der Pandemiebeschränkungen entwickelt haben. Die Rückmeldungen der ersten Gruppe waren positiv“, berichtet Edith Kulzer-Schwab. Der Kurs Ende November ist der zweite online-Kurs der beiden Palliativfachkräfte, diesmal mit technischer Unterstützung durch den Veranstalter, die Evangelische Erwachsenenbildung Emmendingen|Breisgau-Hochschwarzwald. Der Kurs gehört zu einem ökumenischen Kooperationsprojekt: Das katholische Bildungswerk Emmendingen plant für das Frühjahr 2022 einen Präsenzkurs „Letzte Hilfe“ im Breisgau.

Die Anmeldung erfolgt online über www.eeb-ebh.de oder per E-Mail an eeb.ebh@kbz.ekiba.de.
Die Teilnahmegebühr beträgt 10 Euro.

 

Entscheide mit bei wichtigen Themen in der Kinder- und Jugendarbeit und vernetze dich mit anderen Jugendältesten und Jugendmitarbeiter*innen. 

Weitere Infos und Anmeldung auf: www.juwe-bh.de

Was genau ist eigentlich diese Bezirksjugendsynode. Ein kleines Erklär-Video findest du auf YouTube.