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"Gewalt erzeugt Gegengewalt" - "Wir stehen in der Verantwortung" I Landesbischof zur Eskalation in Kamerun

Karlsruhe/Buea. Mit der Schließung ihrer Schulen hat die Presbyterian Church in Cameroon (PCC) auf die Entführung von Schülerinnen und Schülern in Bamenda reagiert. „Damit ist auch der letzte Versuch gescheitert, Kindern und Jugendlichen in den anglofonen Krisengebieten Kameruns zumindest ein wenig Normalität und Perspektive im Bürgerkrieg zu bieten“, sagt der Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh. Mit der PCC verbinden die Evangelische Landeskirche in Baden langjährige Partnerschaften. „Wir stehen in der Verantwortung“, betont Cornelius-Bundschuh. Mittlerweile sind laut Vereinten Nationen 250.000 Menschen obdachlos und auf der Flucht.

Der Kirchenpräsident der PCC, Pfarrer Samuel Fonki Forba, hatte Landesbischof Cornelius-Bundschuh im Frühjahr 2018 besucht und die badische Kirche um ihr Engagement dafür gebeten, dass sich europäische Regierungen für eine friedliche Konfliktlösung und einen breiten gesellschaftlichen Dialog in Kamerun einsetzen: „Wenn Deutschland und Frankreich jetzt politisch handeln, können sie vielleicht schlimmeres Blutvergießen verhindern“, war Fonkis Botschaft im Mai. Dementsprechend hatten sich Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh und der Präsident der Protestantischen Kirchen in Elsass-Lothringen UEPAL, Christian Albecker, nach dem Besuch von Moderator Fonki an die Bundesregierung und den französischen Präsidenten gewandt, damit diese auf die Konfliktparteien einwirken.

Dagegen hatte die Süddeutsche Zeitung im Oktober von deutscher Militärhilfe an die Regierung Kameruns berichtet. „Gewalt erzeugt Gewalt, wer will, dass die Menschen in Kamerun in Frieden leben können, muss den Dialog fördern“, so der badische Landesbischof. Am Sonntag, 11. November, sei nicht nur der Tag „unserer deutsch-französischen Friedenserklärung der Religionen“, sondern auch der Tag „einer starken Friedenserklärung“ der Presbyterian Church in Cameroon. Mitten im Bürgerkrieg, angesichts vertriebener und getöteter Pfarrer und Gemeindemitglieder rufe Moderator Fonki darin seine Kirche zur Nachfolge Jesu aufrufen, „der uns Feindesliebe gelehrt hat“, berichtet Landesbischof Cornelius-Bundschuh. „Das ist auch unsere Überzeugung hier in Europa. Doch wieviel einfacher ist es, dies zu vertreten in Zeiten des Friedens“, betont der Landesbischof. Kamerun brauche „unser Gebet und unsere Unterstützung“.

Während noch im vergangenen Jahr ein Pfarrer der PCC als ökumenischer Mitarbeiter in der badischen Landeskirche tätig war, seien Partnerschaftsbesuche mittlerweile durch den eskalierenden Bürgerkrieg unmöglich, erläutert der südbadische Ökumenebeauftragte der Landeskirche, Pfarrer Eberhard Deusch aus Umkirch, und ergänzt: „Dörfer von Partnergemeinden wurden von Regierungstruppen niedergebrannt“. Glücklicherweise seien die meisten Kinder, in dieser Woche aus einer Schule entführt wurden, inzwischen wieder frei. Der Schulleiter und zwei Lehrer seien allerdings weiter in der Gewalt der Entführer. Die badische Landeskirche ruft ihre Gemeinden deshalb für kommenden Sonntag, 11. November, zu einer Fürbitte für die Entführten und für den Frieden in Kamerun auf.

Im Namen der Kirchenleitung der PCC verurteilt Moderator Fonki in seiner Rede (online abrufbar über ekiba.de) zum 11. November als Tag der Presbyterian Church in Cameroon die Einschüchterungen und Morde durch die Separatisten und das Militär in Kamerun gleichermaßen. Er verurteilt die Gewalt gegen Unbewaffnete in den Krisenregionen, die Angriffe auf Bildungseinrichtungen und dass Kinder gehindert daran werden zur Schule zu gehen. Er ruft die Zentralregierung auf, einen Friedensplan auszuarbeiten, der die Konflikte lösen kann und auch die wahren Ursachen mit berücksichtigt. Die Diaspora, also Kameruner in Amerika und Europa, ruft er dazu auf, nicht mit „hate speech“ die Gewalt noch weiter anzufachen. Die Christen der PCC ruft er auf zu beten und genauso bürgerschaftliche Verantwortung zu übernehmen und jegliche Gewalt abzulehnen.

Spenden im Rahmen des Nothilfe- und Wiederaufbauprojektes für Kamerun von Mission 21 sind willkommen:

Evangelische Bank eG, IBAN: DE91 5206 0410 0000 0011 80, BIC: GENODEF1EK1

Online-Spenden sind möglich unter altruja.de/bmdz-spenden/spende

Weitere Informationen zur Lage in Kamerun finden Sie unter brennpunktkamerun.org

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Brief des Landesbischofs zum diesjährigen Reformationsfest


Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Geschwister im Verkündigungsdienst,

herzlich grüße ich Sie zum Reformationsfest 2018! Hoffentlich klingen die Veranstaltungen und Feiern des letzten Jahres in Ihren Gemeinden und Einrichtungen noch nach. Ich werde immer mal wieder angesprochen: „Wie steht es inzwischen mit der evangelischen Kirche? Haben Sie die vielen guten Impulse des Reformationsjubiläums weiterführen können?“ ...

Lesen Sie hier den ganzen Brief von Landesbischof Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh zum Reformationstag 2018:

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"Alles unter einem Dach" - Einweihung des umgebauten Gemeindezentrums in Neustadt


"Alle/s unter einem Dach" - unter diesem Motto stand die Einweihung des umgebauten Gemeindezentrums in Neustadt. Die Christuskirche wurde in den vergangenen drei Jahren umgebaut. Zusammen mit Landesbischof Professor Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh und Dekan Rainer Heimburger sowie ihrem Pfarrer Rainer von Oppen und ihrer Gemeindediakonin Meike Gedhardt hat die Gemeinde ihre Kirche nun wieder in Besitz genommen. Eine Überraschung gab es für Jochen Gunkel: Als Vorsitzender des Bauausschusses hatte der stellvertretende Vorsitzender des Kirchengemeinderates eine besondere Verantwortung zu tragen. Viel Zeit und Kraft investierte er in das Großprojekt Kirchenumbau. Für sein großes ehrenamtliches Engagement zeichnete ihn der Landesbischof mit der goldenen Ehrennadel der Landeskirche aus.

Die neue Kirche war voll - mehr als 300 geladene Gäste und Mitglieder der Kirchengemeinde waren gekommen. Nicht alle fanden im neuen Kirchenraum Platz. Die neue Tontechnik machte es aber möglich, dass Besucher den Gottesdienst auch aus dem Gemeindesaal im Erdgeschoss und einem neuen Saal im modernen Anbau mitverfolgen konnten.

Mit der Zurüstung des Altars, der Tauf- und der Predigtstätte wurde der umgebaute Raum der Christuskirche wieder zum Ort, "... an dem wir uns sammeln zum Lob Gottes, zum Hören seines Wortes und zum Empfang von Taufe und Abendmahl", wie Pfarrer Rainer von Oppen sagte. Die Mitglieder des Gemeinderates vervollständigten nach und nach den Altarraum: Das Parament, das Kreuz, Blumen, die Bibel, Kerzen, Patene und Kelch wurde auf den Altar gelegt und gestellt. Taufstätte und der Ständer der Osterkerze waren zunächst Teil des schlichten aus Holz gestalteten Altars. Sie wurden herausgelöst und aufgestellt. Die Taufschale und die Taufkanne wurde auf ihren Platz und die Taufkerze angezündet. Schließlich erhielt auch die Predigtstätte (Pult) die Kanzelbibel, dann war der neue Kirchenraum "für den Gottesdienst zubereitet und geschmückt".

Zum "Beten, Reden, Trösten, Singen, Musizieren und Feiern" lade das "wunderbare Haus" mit seinen freundlichen und hellen Räumen ein, sagte Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh in der Predigt. Erntedank sei der richtige Tag für die Einweihung der Kirche - man solle den Alltag unterbrechen und dankbar sein, dass Himmel und Erde verbunden sind. Die Christuskirche symbolisiere gut die Verbindung zwischen Himmel und Erde, sagte er, und zeigte auf die neuen Dachfenster über dem Altar, über die das Sonnenlicht in den Raum strömt. Die großen und schön gestalteten Seitenfenster, die nun fast den Blick in die Umgebung ermöglichen, zeigen aber auch, dass die Kirche in die Welt, in die Umgebung eingebunden sei.

Unter sehr erschwerten Bedingungen habe das Gemeindeleben in den vergangenen Jahren funktionieren müssen, die Aktivitäten waren auf viele Ausweichorte verteilt. Nun verfüge die Kirchengemeinde aber über ein "enkeltaugliches" Gemeindezentrum.

Musikalisch umrahmt wurde der Festgottesdienst von den Schwarzwälder Gospel Singers sowie Ingrid Haarmann, Christoph Haarmann und Gabriele von Oppen.

Im Anschluss an den Gottesdienst hatte die Kirchengemeinde zu einem Empfang eingeladen und viele Gäste nutzten die Gelegenheit, das neue Gemeindezentrum zu erkunden. Gekommen war ein Vertreter der katholischen Seelsorgeeinheit, die der Gemeinde in der Zeit des Umbaus unter anderem die Kapelle als Gottesdienstraum zur Verfügung gestellt hatte. Der Architekt rief die Entwicklung des Projekts in Erinnerung, der Bürgermeister gratulierte und auch Diakon Martin Höfflin, der vor Jahren die Entwicklung, die schließlich zum Umbau der Kirche führte, angestoßen hatte, freute sich mit  seiner ehemaligen Gemeinde über das gelungene Werk.

In den kommenden Wochen wird noch die Orgel wieder aufgebaut und intoniert.

Bis vor drei Jahren verfügte die Kirchengemeinde Neustadt und Eisenbach noch über eine Kirche, ein Gemeindehaus und ein Pfarrhaus. Um sich für die Zukunft bereit zu machen, wurde das Pfarrhaus verkauft und das sanierungsbedürftige Gemeindehaus abgerissen. Die Christuskirche erhielt eine Zwischendecke - im Erdgeschoss sind die Büros, der Gemeindesaal, ein kleiner Gruppenraum und die nötigen Nebenräume untergebracht. Im Obergeschoss lädt nun der helle Gottesdienstraum ein, im neuen Anbau ist ein kleiner Saal untergebracht. Das neue Gemeindezentrum ist barrierefrei.

Sebastian Barthmes I Bilder: Sebastian Barthmes, Sören Dittmer, Wolf Brodauf, Gisela Brodauf

Der Link zum BZ-Artikel über die Einweihung der Christuskirche:
http://www.badische-zeitung.de/titisee-neustadt/ein-gebaeude-fuer-den-glauben--157457496.html

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Konfi-Camp 2018 auf dem Marienhof - "Ich glaub schon!?"


250 Konfirmand*Innen und haupt- und ehrenamtliche MitarbeiterInnen aus den Gemeinden Bad Krozingen, Bötzingen, Staufen, Ehrenkirchen, Wolfenweiler, Lenzkirch, March, Umkirch, Neustadt und Mengen-Hartheim verbrachten vom 28.09. bis 30.09.2018 eine intensive Zeit auf dem Marienhof des CVJM Baden bei Offenburg. Unter dem Motto „Ich glaub schon!?“ beschäftigten sich die Jugendlichen mit dem Thema "Taufe". Das Konfi-Camp wurde vom Evangelischen Kirchenbezirk Breisgau-Hochschwarzwald veranstaltet und organisiert.

In Zelten untergebracht campierten die Konfis mit ihren Betreuern auf dem großen Gelände des ehemaligen Gutshofs und lernten sich dabei - sie stehen ja am Beginn ihrer Konfirmandenzeit - kennen. Zu den Angeboten des Konfi-Camps zählten zahlreiche Aktionen, Workshops und Sportangebote. Diese reichten von Jugger und Nachtgeländespielen bis zu Phillipinischem Stockkampf, Fußballspielen und Zweikampf. Auch zahlreiche kreative Angebote waren auf der Workshopliste. Die einzelnen Tage waren begleitet von Gottesdiensten und Andachten. Das Abendprogramm bestand beispielsweise aus Sitzen am Lagerfeuer, einer Kopfhörer-Disco und noch einiges mehr.

Im kommenden Jahr wird der Kirchenbezirk wieder ein "großes" Konfi-Camp durchführen. Dabei werden Konfirmand*Innen eine ganze Woche miteinander unterwegs sein. Informationen hierzu erhalten Sie bei Schuldekan Dirk Boch.

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Erntedank-Gottesdienst mit Landesbischof Cornelius-Bundschuh

 

"Es ist Zeit zu danken, für die Gaben die wir aus Feldern, Äckern und Weinbergen immer wieder so reichlich ernten dürfen. Erntedank verbindet. Kirchen und Berufsstand geben dafür Beispiele. Es ist eine gute Tradition, die gemeinsame Erntedank-Feier in familiär-bäuer­lichem Umfeld zu gestalten." Mit diesen Sätzen leitet der BLHV seine Einladung zu einem besonderen Gottesdienst ein.

Der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband feiert am 07. Oktober 2018 um 14:00 Uhr einem gemeinsamen Erntedank-Gottesdienst mit Herrn Landesbischof Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh in Neuenburg-Grißheim. Der Gottesdienst wird an einem ungewöhnlichen Ort, einer landwirtschaflich genutzen Halle der Familie Kaufmann, stattfinden. Der Weg dorthin ist gut beschildert. Der BLHV und die Evangelische Landeskirche gestalten als Zeichen der engen Verbundenheit in diesem Jahr den Erntedankgottesdienst gemeinsam. Präsident Werner Räpple freut sich auf einen besinnlichen und harmonischen Erntedanktag.

Das Programm: Musikalische Einstimmung I Begrüßung durch BLHV-Präsident Werner Räpple I Erntedank-Gottesdienst mit Landesbischof Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh I Musikalische Gestaltung durch den Musikverein Grißheim

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Mobilitätswende: „Den Wandel, der längst begonnen hat, nachhaltig nutzen“

Rastatt. Angesichts des Produktionswachstums von Elektromobilität in China, Millionen von Fahrzeugen auf immer volleren europäischen Straßen, von Schadstoffbelastung, Rohstoffausbeutung und Entsorgungsproblemen soll die Transformation der Automobilwirtschaft für nachhaltige, wegweisende Innovationen genutzt werden. Das haben alle Podiumsteilnehmer aus Kirche, Mittelstand, Umweltverband und Gewerkschaft beim bundesweiten Fachtag „Mobilitätswende“ des Evangelischen Verbands Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt am Mittwoch (19.09.) in Rastatt betont. Die Verantwortung der Kirche sah Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh darin, den dafür nötigen Mentalitätswandel zu ermöglichen, „indem wir Mut machen und selbst vollziehen, was wir wichtig finden“. Die Bibel sei voll von Geschichten des Aufbruchs.

Der Verkehr forciert den Klimawandel besonders stark, „auch wenn es zunehmend Akteure gibt, die das alles als Quatsch bezeichnen und so tun, als sei früher alles besser gewesen“, sagte Roman Zitzelsberger, IG Metall Bezirksleiter für Baden-Württemberg. Der prognostizierte Verlust von 70.000 Arbeitsplätzen in der Automobilwirtschaft dürfe nicht allein in den Vordergrund gerückt werden, so der Gewerkschaftsvertreter. Dafür würden andere Arbeitsplätze entstehen, wenn jetzt innovative Konzepte entwickelt würden. „Der Riesenvorteil an diesen Prognosen: Die Ausgangslage ist heute gestaltbar.“ Menschen in ihren Ängsten und in Umbruchsituationen nicht allein zu lassen, sei wichtig. „Aber die Frage ist: wozu nutzt man den Wandel, in dem sich die Automobilindustrie ohnehin befindet“, betonte auch Brigitte Dahlbender, Landesvorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz und Mitglied des Strategiedialogs Automobilwirtschaft in Baden-Württemberg. „Mit all dem, was wir derzeit initiieren, werden wir den Klimaschutz nicht erreichen“, so Dahlbender.

Ulrich Schiefer, Geschäftsführer von AtTrack, einem E-Mobility-Unternehmen, sieht die Aufgabe der Wirtschaft darin, „relevante, saubere und nachhaltige Produkte herzustellen, die wir auch in Zukunft weltweit verkaufen können“. Er forderte die Automobilhersteller auf, sich aktiver in die notwendige Mobilitätswende einzubringen. Dem Autohersteller Daimler bot er ein gemeinsames Projekt zur Umstellung der Stuttgarter Verkehrsbetriebe auf Elektrobusse an.

Der badische Landesbischof Cornelius-Bundschuh sprach sich für „ein Genug“ aus. Dieses Genug könne man von der Grenze her denken, aber auch „von der Fülle: Ich bin satt, froh, erfüllt“. Die Aufgabe der Kirche sah er unter anderem darin, über Bildungsprozesse dazu beizutragen, dass Menschen den Begriff der Freiheit neu entdecken und „sich bewusst machen, dass sich Freiheit nicht in möglichst hoher Geschwindigkeit zeigt oder bei der Wahl eines Waschmittels, sondern im Mut, die Welt gerecht und zukunftsfähig zu gestalten.“ Die Menschen, die Angst vor Veränderung haben, gebe es auch in den Kirchengemeinden. Darin, sie im Glauben zu stärken und ihnen Mut zu machen, sich diesen Umbrüchen zu stellen, sah er eine vorrangige Verantwortung der Kirche.

Die Podiumsdiskussion war Teil eines Fachtags zur Mobilitätswende im Rahmen des jährlichen bundesweiten Treffens der kirchlichen Fachdienste in der Arbeitswelt in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), das dieses Jahr in Rastatt stattfand. Der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (KDA) verknüpft soziale und ökonomische mit sozialethischen Fragestellungen und fördert Ideen, die zu einer gerechten, humanen und zukunftsfähigen Arbeits- und Wirtschaftsweise beitragen. Dazu führt der KDA den Dialog mit den Akteuren in der Arbeitswelt, mit Verantwortlichen in Unternehmen, Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden sowie in Politik und Kirche. Seit März 2011 ist der KDA gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Handwerk und Kirche (AHK) sowie dem Bund Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen (BVEA e.V.) in den Evangelischen Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt (KWA) eingebunden.

Weitere Informationen finden Sie unter kwa-ekd.de und kda-baden.de.

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HANDREICHUNG "RELIGIÖSE FEIERN IM MULTIRELIGIÖSEN KONTEXT DER SCHULE"

„Religiöse Feiern im multireligiösen Kontext der Schule“ lautet der Titel einer Arbeitshilfe zum Beginn des neuen Schuljahres für die Fachkonferenzen Evangelische und Katholische Religionslehre und für die Schulleitungen aller Schularten in Baden-Württemberg. Sie bietet Modelle, welche die wachsende kulturelle und religiöse Vielfalt an Schulen und die daraus resultierenden Bedürfnisse angemessen aufnehmen.

Die Arbeitshilfe enthält Impulse und Praxisbeispiele zum Beispiel für multireligiöse Feiern zur Einschulung, zum Schuljahresbeginn oder zum Abschluss des Schuljahres bzw. der Schulzeit, aber auch anlässlich von „Tod und Trauer in der Schule“. Religionslehrerinnen und -lehrer sollen darin unterstützt werden, „Schülerinnen und Schüler zu stärken, dem eigenen Glauben Ausdruck zu verleihen und zugleich den Glauben anderer zu achten“, schreiben die Herausgeber. Dadurch solle die „Schule auch im religiösen Miteinander ein Ort gelebter Identität und Pluralität“ werden. Religiöse Feiern dienten dabei nicht dazu, „andere um der Harmonie willen zu vereinnahmen, indem eigene religiöse Inhalte verschwiegen oder angepasst werden“.

Mit der Handreichung soll einen Schritt über die bisherige Praxis hinausgegangen werden, die Angehörigen anderer Religionen lediglich „in liturgischer Gastfreundschaft“ zu den christlichen Schulgottesdiensten einzuladen. Multireligiöse Feiern können etwa dann sinnvoll sein, wenn es darum gehe, „Leiderfahrung und Trauer gemeinsam Ausdruck zu verleihen und deren Bewältigung zu unterstützen“. Sie seien zu unterscheiden von Schulgottesdiensten etwa zu Weihnachten oder Ostern als „genuin christliche Feste“.

Theologische Vertreterinnen und Vertreter aus Islam, Alevitentum und Judentum waren während der Entstehung der Arbeitshilfe dazu eingeladen, ihre Expertise einzubringen und die verschiedenen Praxisbeispiele kritisch zu begutachten.

Die Autorinnen und Autoren berufen sich auch auf die langjährige, bewährte Tradition der Ökumene in vielen schulischen Handlungsfeldern in Baden-Württemberg. Diese guten Erfahrungen gelte es heute für die neuen Herausforderungen im interreligiösen Miteinander fruchtbar zu machen, heißt es in der Arbeitshilfe.

Herausgeber sind die seitens der Kirchenleitungen für schulische Bildung Verantwortlichen Ute Augustyniak-Dürr (Diözese Rottenburg-Stuttgart), Susanne Orth (Erzdiözese Freiburg), Christoph Schneider-Harpprecht (Evangelische Landeskirche in Baden) und Norbert Lurz (Evangelische Landeskirche in Württemberg).

Sie können hier das Dokument elektronisch herunterladen oder die Arbeitshilfe kostenlos gegen eine Portogebühr im RPI Shop bestellen.

 

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